Mittwoch, 18. September 2013
Drei Tage Sydney
Nachdem ich den Jetlag überwunden habe, bin ich auch in der Lage, den ersten Australien - Post zu schreiben. Die Flüge klappten problemlos, aber trotzdem fehlen einem einfach zwei Nächte. Die Facebook-Leser wissen schon, wie herzlich wir hier willkommen geheißen wurden. Auf der Straße gab es einen kostenlosen Kaffee mit den Worten: A very warm welcome in Australia! Kurz darauf hielt ein Autofahrer und wollte uns mit zum Flughafen nehmen. Wir lehnten dankend ab, waren wir doch erst vor zwei Stunden gelandet. Alle Sydneysiders waren bisher genau so herzlich, unkompliziert und hilfsbereit, wie man es im Reiseführer liest. So auch unser Gastgeber Spencer, dessen Hund Oscar sich bereits mit uns angefreundet hat.
Ungeachtet unseres Schlafmangels sind wir gleich am Sonntag zur Oper und auf die Harbour Bridge gepilgert. Im alten Viertel The Rocks bummelten wir über einen Markt mit australischem Kunsthandwerk, das Museum für Gegenwartskunst MCA fesselte uns mehrere Stunden, in Chinatown waren wir lecker essen und heute :
Ganz gemütlich schlenderten wir zum Darling Harbour. Dort haben wir uns im Wildlife all die australischen Wundertiere anschauen können, ohne Gefahr zu laufen, von ihnen angegriffen zu werden. Dabei hatte ich vorzüglichen Englischunterricht! Ein Koala übersteht Feuer besser als andere Tiere, weil er das Öl aus den Eucalyptusblättern in seinem Fell speichert und somit einen Feuerschutz aufbaut. Der Kasuar ist der gefährlichste Vogel der Welt, er kann mit seinen Federn Geräusche wie eine Klapperschlange machen. Schließlich kann ich auch Krokodile von Alligatoren unterscheiden. Man erkennt es am Gebiss.
Nach dieser aufschlussreichen Biologiestunde umrundeten wir den Hafen und landeten im Botanischen Garten. Der Aussichtspunkt Mrs Macquaries Point verführte uns zu unzähligen Kitsch - Fotos der Skyline im Sonnenuntergang. Nach Einbruch der Dunkelheit, so gegen 18 Uhr, liefen wir durch den erleuchteten Hyde Park und am Sydney Tower vorbei.
Nun frage ich mich, wie das enden wird, wenn ich nach drei Tagen über 300 Fotos geschossen habe und zwei Monate unterwegs bin?
Donnerstag, 12. September 2013
Koffer packen
Zuerst vielen Dank an alle, die sich in den letzten Tagen nochmal gemeldet haben. Inzwischen bin ich wirklich aufgeregt, was uns demnächst erwartet. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit guten Freunden und viiiiiel Englisch. Für den Besuch der Naturschutz - Insel Kapiti Island habe ich heute eine nette Antwort aus Neuseeland erhalten. Pro Tag dürfen max. 100 Personen die dortige Tierwelt besuchen und man benötigt eine spezielle Erlaubnis. Nun, ich bin stolz, dass ich solche Dinge inzwischen allein regeln kann. Das bestätigt, wie wichtig es war, im letzten Sabbatjahr Englisch zu lernen.
Auf jeden Fall wird die Reise recht bunt. Dafür muss man nur einen Blick auf die ausgefallenen Banknoten werfen. Die habe ich aber nicht in den Koffer gepackt, sondern im Handgepäck verstaut.
Jetzt pack ich die letzten Dinge ein und am Sonntag frühstücken wir hoffentlich in Sydney.
Donnerstag, 22. August 2013
Reaktivierung
Sonntag, 16. August 2009
Nachlese
Dieser Abschlussbericht sollte schon viel eher ins Netz. Aber dann geschah einiges Überraschende und nun bin ich bereits wieder zwei Wochen auf Arbeit gewesen.
Der Reihe nach! Kurz nach dem letzten Blogeintrag gewann Lottis Klasse in Wiesbaden beim Endausscheid einen zweiten und einen dritten Platz inklusive toller Preisgelder. Voller Stolz reisten wir mit unseren Urkunden nach Sachsen zurück.
Kurz darauf endete mein Steinbildhauer-Seminar an der Lukaskirche. Zum Gottesdienst sollte ich vor den Altar treten und über meine Arbeit sprechen. Ich habe wirklich schon viele Reden halten müssen, aber noch nie in einer Kirche! Nun, für die sorgsame und einfühlsame Betreuung während des Seminars fühlte ich mich moralisch zu dieser Gegenleistung verpflichtet. Das Wichtigste aber waren die Ergebnisse unserer Arbeit. Und die konnten sich sehen lassen. Obwohl mein Torso nicht vollendet werden konnte, habe ich mich mit dem jetzigen Zustand angefreundet und mag meine Arbeit mit allen Fehlern.
Es folgte die Urlaubszeit, die ich an der Ostsee und in Bayern verbrachte.
2 Wochen war darauf Lottis Französin Cathy bei uns zu Gast.
Schließlich entschied sich Willi, ins Erzgebirge zu ziehen und dort in 3 Jahren sein Abi am Kolleg zu machen. Es muss nicht immer Amerika oder China sein, wenn man auswandern will.
Mein Kurzurlaub mit Lotti und ihrer Freundin führte uns am letzten Ferienwochenende zum größten Musikfestival Deutschlands sms (sonne-mond-sterne, 38 000 Besucher)an die Bleilochtalsperre.
Bei super Sommerwetter erlebten wir geniale Konzerte mit Peter Fox, Deichkind, Polarkreis 18, Fat Boy Slim, Lexy and K-Paul u.a., saßen am Lagerfeuer, planschten in der Talsperre oder relaxten in der Hängematte.
Es nützt nix, mein freies Jahr ist um. Doch ich habe viel erlebt und gelernt!
Die Bücher- und Filmliste (was ich so konsumieren wollte) ist zwar nur wenig geschrumpft, aber die unzähligen eigenen Erfahrungen sind mir tausendmal mehr wert, als die Erfahrungen von Schriftstellern zu lesen.
Fazit: Ich tue es wieder! 2013 wird mein nächstes Sabbatjahr.
Donnerstag, 11. Juni 2009
Auf nach Weimar!
Fahrt mal nach Weimar!
www.weimar.de.com
Wir waren drei Tage voller Tatendrang und haben zum Beispiel den herrlichen Ilmpark, Schloss Belvedere und die vielen Bauhaus-Orte erkundet.
www.das-bauhaus-kommt.de
Die zahlreichen Lokalitäten in der Innenstadt rundeten den Ausflug geschmacklich ab. Ein Theaterabend im Cranachhaus demonstrierte die Beschaulichkeit der traditionsbewussten Weimarer.
Und die Übernachtung im Tanzzimmer des Labyrinth-Hostels war einfach perfekt!
www.weimar-hostel.com
Fotos im Webalbum Weimar sind bereits geladen!
Man muss wirklich nicht immer bis Rom reisen...
meint Kerstin.
Sonntag, 7. Juni 2009
Hast du keine Langeweile?
PROJEKTE
Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende, denn seit kurzem arbeite ich in einem Bildhauerseminar der Lukaskirche mit. Wir werden von Profi-Künstlern betreut und es ist sowohl geistig als auch körperlich eine heftige Herausforderung für mich. Der Stein, den ich momentan behaue, ist über einen Meter hoch und nur 2 starke Männer bewegen ihn mit Mühe vom Fleck. Meine Freitage und Samstage sind damit ausgefüllt, den Giganten in eine Form zu zwingen. Sonntags pflege ich dann meine geschundenen Hände und nach einer Woche sind Blasen und Schürfwunden auch wieder verheilt.Im Webalbum Sandstein habe ich die aktuellen Fotos hinzugefügt.
Ganz heimlich und schleichend habe ich auch wieder begonnen zu unterrichten...Theater, Kunst und Deutsch:
Ein Projekt hat mich gepackt: "Sweet 16". Im Februar begann ich mit der Hälfte von Lottis Neunter Klasse ein selbstgeschriebenes englisches Stück einzustudieren.Wir probten wöchentlich und sie drehten zu den Projekttagen einen Kurzfilm, der zum Bundesfremdsprachenwettbewerb eingeschickt wurde. Vor 2 Wochen gab es dafür den ersten Platz in Sachsen. Mit der Auszeichnung, respektablen Preisen und einem Buffet im Sächsischen Landtag war es jedoch noch nicht getan. Der Film musste als Theaterstück umgearbeitet und einstudiert werden, weil unsere Gruppe Ende Juni in Wiesbaden zum Endausscheid antreten darf. Mit den 40 besten Gruppen aus ganz Deutschland kämpfen wir um den Bundessieg. Das wird mächtig spannend und ich halte euch natürlich über den Ausgang dieses Wettbewerbs auf dem Laufenden. Mir persönlich macht die Theaterarbeit ja schon immer viel Freude, doch der Videodreh war etwas völlig Neues für mich und die Schüler sind so engagiert, dass diese freiwillige Arbeit das reinste Vergnügen für mich ist.
Meinem Papa habe ich eine Woche lang am Computer die Digitalfotobearbeitung beigebracht.
Später bekam ich die medizinische Facharbeit meiner Schwägerin zum Korrekturlesen und durfte die Schautafeln für die Präsentation gestalten.
Eine meiner Nachbarinnen ist Polin. Wir treffen uns öfter zu einer Deutschstunde auf meinem Balkon. Manchmal werden es auch zwei und ich erfahre so nebenbei Einiges zur Landeskunde.
KULTUR
Wenn ich gerade niemanden unterrichte, ist Zeit für Kultur. Wer meint, die Jugend würde nichts von der deutschen Sprache halten, sollte wie ich mal zum Poetry Slam gehen. Sehr kreative Kurzgeschichtenerzähler ziehen das Publikum mit Fantasie UND ideenreicher Sprache in ihren Bann. Am Ende des Abends wird vom Publikum abgestimmt, wer gewinnt. In der Scheune gibts dafür Karten, im Lingnerschloss ist regelmäßig ausverkauft. Erstmals war ich dieses Jahr in der Saloppe, zum Konzert von Annamateur (sehr stimmgewaltig, einfallsreich und tiefsinnig) sowie gleich darauf zur Dirty Dancing Night (kultig und lustig). Im Alten Schlachthof beeindruckten mich die Whise Guys und das Kurzfilmfest im Metropolis lasse ich in keinem Jahr aus. Meine letzen Bücher waren:
"Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" (Hirschhausen/Unterhaltung),
"Wer bin ich und wenn ja wie viele" (Precht/Philosophie),
"Simpel"(von einer Französin/Autismus,Lottis Französischlektüre)
"Die Verirrungen des Zöglings Törless"(Musil/Entwicklungsroman und Lottis Deutschlektüre)
Letzteres habe ich nur aus Neugier gelesen, ob mein Kind die Geschichte auch so schrecklich findet wie ich. Und - man staune - trotz des akrobatischen Satzbaus und des abstoßenden Themas traf es den Nerv eines Teenagers und bescherte uns regelrechte literarische Debatten.
SPORT
Neben Kultur ist Sport wichtig für mich. Meine Aktivitäten bestehen vorwiegend aus Rad fahren, Gymnastik und Schwimmen. Wieder neu dazugekommen ist - dank eines Geburtstagsgeschenkes - Inlineskaten. Willi ist gerade dabei, mit mir ganz behutsam das Bremsen zu trainieren. Also, falls ihr mir an der Elbe begegnet: Bitte gebührend Abstand halten!
Das letzte lange Wochenende war ich mit Freunden in den Alpen in Österreich. Die Besteigung des Gletschers war so anstrengend für mich, dass ich die tolle Sicht mitunter nicht genießen konnte, weil ich oft verzeifelt an den steilen Rückweg dachte. Wobei "Weg" nicht das rechte Wort für die Stein- und Schneewüste ist. Nein, Bergtouren sind nicht mein Ding. Meine Oberschenkelmuskeln krampften drei Tage so fürchterlich, dass ich nur mit schmerzverzerrtem Gesicht die Treppen zu unserer Kammer auf der Alm erklimmen konnte. Für die Almhütte ohne elektrisches Licht, unsere fürsorglichen Wirtsleute, Jagertee, Kasnockerln und Gamsgulasch konnte ich mich jedoch begeistern. Auch das sonnige Wetter, der Fund eines Bergkristalls und die Geburt eines Kälbchens kurz vor unserer Abreise haben mich mit den Bergen letzendlich wieder versöhnt.
REISEN
Klar, die Alpen. Und Wiesbaden erwähnte ich schon.
Übermorgen gehts ein paar Tage nach Weimar, wohin uns ein Freund eingeladen hat, der dort das Labyrinth-Hostel (www.weimar-hostel.com)eröffnet hat. Jedes Zimmer wurde von einem anderen Künstler gestaltet. Außerdem war ich vor der Revolution das letzte mal in Weimar, ein Grund mehr für einen Besuch.
BESUCH
Besuch haben wir oft, in letzter Zeit übernachteten wieder Couchsurfer (www.couchsurfing.com) bei uns, aus China,Kanada und England. Außerdem konnte ich eine Woche mit meinem Gastpapa Rich und dessen Sohn Jacob verbringen, die zum Schüleraustausch in Dresden waren. Auch einige Schüler der High School, bei denen ich letztes Jahr in Watertown unterrichtete, waren dabei.Die Wiedersehensfreude war so groß wie der Abschiedsschmerz.
Während Lotti französische und peruanische Austauschschüler mit nach Hause brachte, organisierte Willi das Angrillen in unserem Hofgarten für die Dresdner Couchsurferbande.Zunächst hatten 20 Leute Interesse bekundet, schließlich waren es über 60! Sie brachten wirklich alles Notwendige mit, bis hin zu Stühlen, Geschirr und Grills. Dass Dresden so international ist, hätte ich nicht vermutet, denn auf engstem Raum trafen sich Polen, Chilenen, Spanier, Amerikaner, Belgier, Tschechen, Australier, Bulgaren - der Rest fällt mir nicht mehr ein.
FAZIT
Es gibt stets mehr Ideen als Zeit. Wenigstens bei mir ist das der Fall.
Wenn einem dann mal nix Spektakuläres mehr einfallen sollte, kann man sich immerhin mal auf dem Balkon sonnen, bei Regenwetter bis Mittag schlafen und für die Kinder was Leckeres kochen. Aber ehrlich gesagt, habe ich das nie länger als drei Tage mit Vergnügen getan. Mit Kopf und Hand etwas Neues ausprobieren ist mein innerer Antrieb.
Samstag, 4. April 2009
Steinzeit
Mehrmals in der Woche fuhr ich nach Loschwitz, um dem Sandstein seine Geheimnisse zu entlocken. Heute kann ich mit Recht behaupten, dass ich etliche inzwischen kenne. Längst nicht alle, deshalb werde ich auch weiter machen mit dieser faszinierenden Beschäftigung.
14 verschiedene Plastiken habe ich inzwischen "erschaffen". Es ist wirklich beinahe wie eine Geburt, denn ich schaue bei jedem Stein zuerst, was in ihm steckt, drehe ihn und sinniere. Dann folgt harte Arbeit, manchmal schmerzhaft. Nicht nur, weil ich mit dem Fäustel mitunter meine Fingerknöchel treffe, sondern auch, weil das Handgelenk die Erschütterungen übelnimmt. Trotzdem habe ich niemals während des Arbeitens Schmerz oder Kälte gespürt. In dieser Zeit "spricht" man mit dem Stein. Der will nämlich ernst genommen und richtig behandelt werden. So ist es wichtig, welches Werkzeug man nutzt, mit wie viel Kraft man zuschlägt und auch aus welcher Richtung. Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass mitten im Projekt der Stein zerbricht (siehe Krokodil). Das hat mich allerdings nicht vom Weiterarbeiten abgehalten und aus dem halben Krokodil wurde ein Fisch.
Vor einigen Tagen hat mich mein Lehrmeister zum Wettkampf auf Zeit herausgefordert. Bisher brauchte ich immer ungefähr doppelt so viel Zeit wie er. Nun haben wir begonnen, Motive in gleicher Größe und Form zu fertigen. Einerseits frustriert es schon ein wenig, wenn einer alles besser kann. Andererseits kann ich hervorragend meine Mängel beim Arbeiten entdecken.
Zusammenfassend muss ich sagen, dass es mir unheimlich Spaß macht, körperlich und kreativ zu arbeiten. Als Hobby werde ich dem Sandstein treu bleiben. Zum Broterwerb wäre mir diese Arbeit auf Dauer viel zu hart. Wenn ich mit meiner praktischen Erfahrung neuerdings an Gebäuden mit Sandsteinverzierungen vorübergehe, bleibe ich oft stehen und frage mich:
Wie lange haben die bloß dafür gebraucht? Welches Werkzeug gestattet solch komplizierte Formen? Mein Blick hat sich geschärft.
Wenn ich irgendwann mal unter der Erde liegen werde, dann überleben meine Sandsteinzöglinge sicher noch einige Generationen.
Diese Vorstellung stimmt mich sehr froh!
Einen angenehmen Spaziergang durch die Bildergalerie wünscht euch
Kerstin









