Dies ist der letzte Beitrag auf diesem Blog.
Der neue Post und alle alten sind jetzt auf meine neue Seite umgezogen.
Das hat rein technische Gründe.
Ab sofort findet ihr mich unter
www.kessy-im-aus.de
Mittwoch, 22. Mai 2019
Donnerstag, 16. Mai 2019
Abschlussprüfungen
Bolivien hat mich mit offenen Armen empfangen. Wie wird es mich verabschieden? Vorab sei verraten, dass auch die Rückreise spannend und voller Überraschungen war.
Die Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen in landestypischem Stil lässt gefüllte Getränkeflaschen und Obst anstandslos durchgehen.
Christianes kleines Taschenmesser wird jedoch zwischen den Haarspangen entdeckt und konfisziert. Der Beamte wartet geduldig, bis er meint, sie würde ihn nun nicht mehr im Blick haben und gehen und ... steckt die Beute heimlich in seine Gesäßtasche. Da wird der Sohn sich am Abend sicher über das Mitbringsel freuen. Meine Freundin sieht es gelassen als nette Episode. Hatte sie doch versäumt, dass Messerchen ins Aufgabegepäck zu stecken. So macht es einem Menschen Freude und unser Verlust ist wirklich gering.
Nächste Station sind Männer in Militäranzügen, die durch Anheben das Gewicht unseres Handgepäcks ermitteln. Danach wird jeder zu einer anderen Nummer geschickt und ein weiterer durchgräbt ohne Schutzhandschuhe den Rucksack. Sie reden auf meine Freundin ein, die kein Wort Spanisch versteht und konsequent die Schultern zuckt. Ich darf nicht auf sie warten und übersetzen, sondern muss sofort um die Ecke weiterlaufen. Nach einer Weile kommt sie nach und meint, die hätten ihr ein Schild gezeigt, aber dann aufgegeben, weil sie nix verstanden hat. Wir haben keine Ahnung, was das bedeuten soll und wonach sie suchen. Unser Gepäck wurde ja bereits durchleuchtet.
Jetzt kommt die Passkontrolle. Christianes Visum ist einen Tag abgelaufen. Das ist kein Verbrechen, aber es kostet Strafe. Das spanische Wort dafür ist multa und es befindet sich seit Monaten in meinem aktiven Wortschatz. Da ich in Bolivien viermal auf dem Einwanderungsamt war, dort etliche Stempel bekommen und natürlich auch schon ordentlich multa bezahlt habe,
wähne ich mich jetzt in Sicherheit.
Doch weit gefehlt! Obwohl mein Visum bis Anfang Juni
verlängert wurde, versucht mir der Beamte klarzumachen, dass ich nach meiner Wiedereinreise
von Argentinien schon länger als einen Monat in Bolivien bin und bei diesem Stempel das Touristenvisum hätte verlängert werden müssen. Ich frage nur „multa?“ und als er es bejaht und ein Formular herausholt, laufe ich zu Höchstform auf. Jetzt packe ich mein gesamtes Spanischvokabular aus. Zuerst erkläre ich ihm pathetisch, wie oft ich auf der Imigration war und wie wahnsinnig viel multa ich bezahlen musste. Dann schiebe ich hinterher, dass Bolivien ein wunderbares Land ist und tolle Menschen hat. Aber die Imigration sei zu kompliziert. Er meint, es sei nicht seine Schuld und ich gebe ihm mit viel Zustimmung recht. Er telefoniert, tippt in den Computer, steht auf und geht. Christiane schaut mich an und ich gebe in Kämpferlaune bekannt, dass ich das Spiel diesmal gewinnen will. Der nette Beamte lässt mich in die Kamera schauen, macht das Foto und winkt mich durch.
SIEG! Einen schöneren Abschluss meiner letzten Spanischstunde hätte ich mir nicht wünschen können. Ein wenig wie eine mündliche Abschlussprüfung war das. Unter realen Bedingungen. Bestimmt mit vielen Grammatikfehlern, aber bestanden.
Endlich Boarding. Denken wir. In der Gangway, direkt vor der Flugzeugtür müssen wir uns plötzlich alle links in einer Reihe aufstellen und stehenbleiben. Die Handgepäckstücke an die
gegenüberliegende Wand stellen und dann geht es hektisch los mit der Suche. Kommissar Rex bekommt das deutsche Kommando „Such!“ und stürzt sich auf Kabinenkoffer, Rucksäcke und Handtaschen. Eine hat es dem völlig verstörten Schäferhund besonders angetan. Es sieht aus, als wolle er sie zerfleischen und der Hundeführer zerrt das wilde Tier mit aller Kraft weg. „Such, such“ hören wir immer wieder und ich erkläre der Bolivianerin neben mir, dass der Spürhund offensichtlich in Deutschland ausgebildet worden ist. Sie meint nur „Das arme Tier. Evo (Morales, Boliviens Präsident) würde ohne Kontrolle ins Flugzeug kommen.“ Ohne Korruption und
Drogengeschäfte läuft nichts im Land, das ist hier jedem klar.
gegenüberliegende Wand stellen und dann geht es hektisch los mit der Suche. Kommissar Rex bekommt das deutsche Kommando „Such!“ und stürzt sich auf Kabinenkoffer, Rucksäcke und Handtaschen. Eine hat es dem völlig verstörten Schäferhund besonders angetan. Es sieht aus, als wolle er sie zerfleischen und der Hundeführer zerrt das wilde Tier mit aller Kraft weg. „Such, such“ hören wir immer wieder und ich erkläre der Bolivianerin neben mir, dass der Spürhund offensichtlich in Deutschland ausgebildet worden ist. Sie meint nur „Das arme Tier. Evo (Morales, Boliviens Präsident) würde ohne Kontrolle ins Flugzeug kommen.“ Ohne Korruption und
Drogengeschäfte läuft nichts im Land, das ist hier jedem klar.
Unser Flieger startet pünktlich, der Umstieg in Madrid funktioniert auch super und als wir fröhlich
in Düsseldorf am Gepäckband stehen, kommt da ein seltsames Teil auf dem Rollband auf uns zu. Es ist mein Koffer. Aufgeplatzt und wild mit Klebeband umwickelt hebt er sich gut erkennbar von allen anderen ab.
Vielleicht ist noch alles drin? Prüfen kann ich das jetzt nicht, denn das Teil muss ich noch mit der Bahn bis nach Hause transportieren. Also machen wir eine Schadensanzeige. Ich bekomme eine Nummer und eine Internetadresse der Fluggesellschaft. Natürlich auf Spanisch.
in Düsseldorf am Gepäckband stehen, kommt da ein seltsames Teil auf dem Rollband auf uns zu. Es ist mein Koffer. Aufgeplatzt und wild mit Klebeband umwickelt hebt er sich gut erkennbar von allen anderen ab.
Vielleicht ist noch alles drin? Prüfen kann ich das jetzt nicht, denn das Teil muss ich noch mit der Bahn bis nach Hause transportieren. Also machen wir eine Schadensanzeige. Ich bekomme eine Nummer und eine Internetadresse der Fluggesellschaft. Natürlich auf Spanisch.
Der mündlichen Prüfung wird also mindestens eine schriftliche folgen.
Zuvor noch ein kleiner mündlicher Test, denn die Website funktioniert nicht und so werde ich die Fluggesellschaft anrufen müssen.
Sonntag, 12. Mai 2019
Im Farbenrausch - Teil 7 Bunt (letzter Teil)
Sucre - Uyuni - La Paz - Santa Cruz
Wer die Farbenserie aufmerksam verfolgt hat, wird bemerken, dass ein Ort dazugekommen ist.
Richtig, wir sind zurück in Santa Cruz! Es war eine aufregende, anstrengende, fröhliche, nachdenkliche und bunte Reise.
Im ersten Flugzeug gab es farbenfrohe Platzdeckchen mit typisch bolivianischen Motiven und an meinem Arm ein Bändchen aus Peru, welches ich während unseres Reisemonats irgendwo in La Paz verloren habe. Nicht so schlimm. Ich hab noch so einiges vergessen und verloren: Ladegerät und Kabel für mein Handy, ein weiteres Armband und das Maskottchen von meinem Liebsten. Das gibt es jetzt nur noch auf Reisefotos. Irgendeine Putzfrau hat die kleine Krake bestimmt ihrem Kind
gegeben. Dieser Gedanke ist tröstlich, denn mich hat der Glücksbringer die gesamte Zeit gut beschützt.
Wer die Farbenserie aufmerksam verfolgt hat, wird bemerken, dass ein Ort dazugekommen ist.
Richtig, wir sind zurück in Santa Cruz! Es war eine aufregende, anstrengende, fröhliche, nachdenkliche und bunte Reise.
gegeben. Dieser Gedanke ist tröstlich, denn mich hat der Glücksbringer die gesamte Zeit gut beschützt.
Bunt und verrückt, surreal und in kein bekanntes Raster einzuordnen - das ist La Paz! Bauen in allen Farben und Formen (leider auch an allen Stellen, bis der Erdrutsch über 60 Häuser begrub). Bunte Beleuchtung und viele Graffitis, buntgekleidete Cholitas in ihren typischen Trachten. Und natürlich die zehn verschiedenfarbigen Seilbahnen, die fast lautlos über diesen Kessel Buntes
hinwegschweben. Violett, Rot, Blau, Hellblau, Orange, Gelb, Grün, Silber haben wir geschafft. Nur
Weiß und Café fehlen uns, weil ich meine Freundin und mich zwei Tage früher als geplant aus La Paz ausfliegen ließ. Mit der Höhenkrankheit ist nicht zu spaßen und das einzig wirksame Mittel heißt „Sofort nach unten!“
Von Weitem sieht Vieles bunt und schön aus. Manches auch von Nahem. Märkte haben unser Interesse stets auf sich gezogen. Der Hexenmarkt in La Paz erschreckt dann mit Lama - Föten, die aus Aberglauben ins Fundament der Häuser gegraben werden, um böse Geister abzuhalten. Alles Obst und Gemüse, bunt und lecker, von Marktfrauen angeboten, kann in dieser Region nicht wachsen, sondern wird herantransportiert. Chemie für bessere Ernten zu verwenden ist üblich und im Endprodukt für uns nicht sichtbar. Wir sehen die bunte, authentische Indigene, die uns nett bedient. Geruchsbilder gibt es leider noch nicht, sonst würdet ihr die Fotos der Fleischstände schnell überspringen. Ich möchte mir kein allgemeines Urteil über die Qualität der Waren auf Boliviens Märkten erlauben. Es gibt in diesem Land durchaus Verständnis für Umwelt und Gesundheit. Es gibt auch wirklich die Dorffrauen, die ihre Orangen aus dem Garten anbieten. Sonnengereift und
vielleicht nicht gespritzt. Es gibt Geschäfte, die nichts mehr in Plastiktüten verpacken. Heute habe ich mich im Schokoladengeschäft geweigert, Wegwerfgeschirr zum Essen zu nehmen und normales
Geschirr verlangt. Mit einem verständnisvollen Lächeln wurde unser Wunsch erfüllt. Auch die Mamita auf dem Markt schüttet die Kartoffeln gern in meinen Stoffbeutel.
Sehr farbenfroh war gestern unsere kleine Abschiedsfeier von den engsten Freunden hier in Santa Cruz, wo ich durch die Arbeit die meiste Zeit, also fast drei Monate gelebt habe.
Bei schönem Wetter kann jeder feiern, heißt es. So haben wir gestern bei strömendem Regen und Kälte in einem improvisierten Raum bei einer befreundeten Bolivianerin und ihrer Familie gefeiert.
Wir haben gegessen, getrunken, erzählt, getanzt und philosophiert. Bolivianer, Deutsche, Schweizer.
Während der Tour auf dem Salzsee reisten wir mit zwei jungen Schwedinnen und einem italienischen Pärchen. Auch dort waren wir eine bunte Mischung. Letzten Endes sind es nicht allein Landschaften, Gebäude, Gerichte oder Märkte, die die Erinnerung an ein bereistes Land prägen. In erster Linie sind es für mich Begegnungen mit Menschen, die ich dort treffe. Keineswegs nur Einheimische,sondern auch all jene, die sich für die Kultur Boliviens interessieren. All ihre Erzählungen, Fragen, Bedenken und Begeisterung sind ein Teil dieses Bildes des ärmsten Landes in Südamerika.
Damit ist meine Farbserie zu Ende und in wenigen Tagen bin ich zurück in Deutschland.
Den nächsten Blogeintrag werde ich unbedingt Menschen widmen, denen ich auf meiner Reise begegnet bin.
Ideen für weitere Themen wären: Verkehrsmittel /Tiere / Bauen / Essen / Spanisch lernen
Vielleicht hat auch einer meiner Leser einen Wunsch?
Dienstag, 7. Mai 2019
Im Farbenrausch: Teil 6 Braun
Sucre - Uyuni - La Paz
Was ist denn das für eine Farbe? Braun klingt ziemlich unattraktiv. Ist auch kaum jemandes Lieblingsfarbe. Meine auch nicht, trotzdem waren die Brauntöne allgegenwärtig. Schokoladenfotos erspare ich euch. Obwohl in Sucre die bekannte Para ti hergestellt wird.
Ich beginne mit Rostbraun. Was in Deutschland eine abgesperrte Müllkippe oder wenigstens ein Recyclinghof wäre, wird hier für Touristen als Selfie - Tummelplatz vermarktet. Die Eisenbahnlinie ist längst stillgelegt und die Loks sind Zeugen des vergangenen Bergbaus. Nach anfänglichem Staunen über Chicas, die für das ultimative Foto in weißen Hosen auf Anhänger klettern, gehen wir auch auf Motivsuche. Es ist in Ordnung, wenn ein armes Land mit Schrott noch ein wenig Geld verdient, finden wir.
Die Weite der Ebene wurde von den Bergen der Anden und Felsformationen aus Vulkangestein unterbrochen. Sonne und Wolken brachten wunderbare Farbschattierungen zustande. Oft standen wir inmitten dieses Zaubers und selbst ein Panoramafoto hätte die Stimmung nicht wiedergeben können.
Tiere. Lebendige und tote. Ein Chinchilla auf der Flucht vor den Touris, die es mit Keksen angelockt haben. Zwei schlafende Straßenhunde in der Hauptstadt, denen Witzbolde Brötchen vor die Mäuler gelegt hatten. Getrocknete Lama-Föten, welche an den Hexenständen in La Paz angeboten werden. Um böse Geister abzuhalten, werden sie im Fundament neuer Häuser vergraben. Das hat uns ziemlich erschüttert und wir haben tagelang recherchiert, wie die toten Tierbabys "produziert" werden. Angeblich sind es Totgeborene oder Verstorbene. Wir können nur hoffen, dass keine trächtigen Tiere geschlachtet werden, aber sicher sind wir nicht.
Das letzte Bild, ein Selbstporträt im Spiegel, zeigt unser letztes Hotel in La Paz. In kolonialem Braun gehalten, waren wir die einzigen Gäste und es fühlte sich wie ein Geisterhaus an. Aus dem modernen Hotel nebenan mussten wir ausziehen, weil es voll belegt war und wir nicht verlängern könnten. Unsere abendliche Recherche beschäftigte sich nun mit Geldwäsche. Zwanzig leere Zimmer mal fünfzig Dollar pro Nacht, und das mal 365 Tage im Jahr... Da könnte man schon ein wenig Drogengeld unterbringen, oder? Alles Spekulation.
Aber unsere Erlebnisse treiben uns immer wieder zu den verrücktesten Recherchen.
Derzeit ungeklärt: Wofür sind die Personenwaagen, die neben den Blinden auf dem Friedhof stehen? Die Blinden sprechen für eine kleine Spende Gebete für Verstorbene. Ihr Dienst wird rege genutzt, doch die Waagen haben wir nie in Funktion gesehen. Will man die Seele wiegen?
Fotos davon haben wir absichtlich nicht gemacht. Das versteht ihr sicher.
Was ist denn das für eine Farbe? Braun klingt ziemlich unattraktiv. Ist auch kaum jemandes Lieblingsfarbe. Meine auch nicht, trotzdem waren die Brauntöne allgegenwärtig. Schokoladenfotos erspare ich euch. Obwohl in Sucre die bekannte Para ti hergestellt wird.
Ich beginne mit Rostbraun. Was in Deutschland eine abgesperrte Müllkippe oder wenigstens ein Recyclinghof wäre, wird hier für Touristen als Selfie - Tummelplatz vermarktet. Die Eisenbahnlinie ist längst stillgelegt und die Loks sind Zeugen des vergangenen Bergbaus. Nach anfänglichem Staunen über Chicas, die für das ultimative Foto in weißen Hosen auf Anhänger klettern, gehen wir auch auf Motivsuche. Es ist in Ordnung, wenn ein armes Land mit Schrott noch ein wenig Geld verdient, finden wir.
Die Weite der Ebene wurde von den Bergen der Anden und Felsformationen aus Vulkangestein unterbrochen. Sonne und Wolken brachten wunderbare Farbschattierungen zustande. Oft standen wir inmitten dieses Zaubers und selbst ein Panoramafoto hätte die Stimmung nicht wiedergeben können.
Tiere. Lebendige und tote. Ein Chinchilla auf der Flucht vor den Touris, die es mit Keksen angelockt haben. Zwei schlafende Straßenhunde in der Hauptstadt, denen Witzbolde Brötchen vor die Mäuler gelegt hatten. Getrocknete Lama-Föten, welche an den Hexenständen in La Paz angeboten werden. Um böse Geister abzuhalten, werden sie im Fundament neuer Häuser vergraben. Das hat uns ziemlich erschüttert und wir haben tagelang recherchiert, wie die toten Tierbabys "produziert" werden. Angeblich sind es Totgeborene oder Verstorbene. Wir können nur hoffen, dass keine trächtigen Tiere geschlachtet werden, aber sicher sind wir nicht.
Das letzte Bild, ein Selbstporträt im Spiegel, zeigt unser letztes Hotel in La Paz. In kolonialem Braun gehalten, waren wir die einzigen Gäste und es fühlte sich wie ein Geisterhaus an. Aus dem modernen Hotel nebenan mussten wir ausziehen, weil es voll belegt war und wir nicht verlängern könnten. Unsere abendliche Recherche beschäftigte sich nun mit Geldwäsche. Zwanzig leere Zimmer mal fünfzig Dollar pro Nacht, und das mal 365 Tage im Jahr... Da könnte man schon ein wenig Drogengeld unterbringen, oder? Alles Spekulation.
Aber unsere Erlebnisse treiben uns immer wieder zu den verrücktesten Recherchen.
Derzeit ungeklärt: Wofür sind die Personenwaagen, die neben den Blinden auf dem Friedhof stehen? Die Blinden sprechen für eine kleine Spende Gebete für Verstorbene. Ihr Dienst wird rege genutzt, doch die Waagen haben wir nie in Funktion gesehen. Will man die Seele wiegen?
Fotos davon haben wir absichtlich nicht gemacht. Das versteht ihr sicher.
Sonntag, 5. Mai 2019
Im Farbenrausch: Teil 5 Grün
Sucre - Uyuni - La Paz
Grün ist ein Drittel der bolivianischen Flagge. Weite Teile des Landes sind durch den Regenwald in sattes Grün getaucht. Auf dieser Reise gab es natürlich immer diese Farbe, die Natur, Gesundheit und Frische verheißt. Doch im Gegensatz zur leuchtenden, sonnigen Strahlkraft im Regenwald sind mir in den Anden vor allem gebrochene Olivtöne und mattere Schattierungen begegnet. Sie passen wohl auch besser zu diesem extremen Klima. In 24 Stunden von +20 auf -9 Grad ist nicht nur für den Menschen eine Belastung. Wir sahen in dieser Klimazone oft nicht besonders strahlend, sondern eher geschafft aus. Die riesigen Kakteensäulen manifestieren den Widerstand gegen unbarmherzige Sonnenstrahlen, eisige Regen und salzige Luft.Heute haben wir einen Ausflug ins Grüne gemacht und das Schloss La Glorieta in der Nähe von Sucre erkundet. Was stellte sich dabei heraus?
Samstag, 4. Mai 2019
Im Farbenrausch - Teil 4 Blau
Sucre - Uyuni - La Paz
Blau sind Himmel und Meer. Bolivien hat kein Meer, aber es kämpft ziemlich verzweifelt darum. An der blauen Seilbahn der Slogan "mar para Bolivia - La mar nos une" heißt "Meer für Bolivien - Das Meer vereint uns". Ein Wunschtraum wahrscheinlich, der Chile oder Peru kaum interessiert.
Blau sind Himmel und Meer. Bolivien hat kein Meer, aber es kämpft ziemlich verzweifelt darum. An der blauen Seilbahn der Slogan "mar para Bolivia - La mar nos une" heißt "Meer für Bolivien - Das Meer vereint uns". Ein Wunschtraum wahrscheinlich, der Chile oder Peru kaum interessiert.
Doch am Salar Uyuni fühlt man sich schon wie am Meer, die endlose Weite und Spiegelung des Himmels sind verblüffend. Einzigartig ist, dass man wie Jesus über das Wasser laufen kann und sogar mit dem Jeep darauf fahren.
Blauer Himmel begleitete uns oft, denn schönes Wetter und Sonnenschein sind so alltäglich in Bolivien, dass ich oft die Regensachen vergessen habe. Der Himmel strahlte in Sucre genauso blau wie in hinter den Felsen in den Anden und zum Sonnenaufgang am Geysir war er nachtblau leuchtend. Er spiegelte sich auf Schienen und die Marktfrauen in La Paz scheinen blaue Planen besonders zu lieben. Auch die Wolle spinnende Schäferin in Tarabuco hatte sich ein hellblaues Tuch umgelegt. Ob es die Farbe der Hoffnung war, uns etwas zu verkaufen, wissen wir nicht. Sie sprach Quechua und ich Spanisch, die fehlenden Zähne machten das Verständnis noch unmöglicher. Aber Augen und Hände sprechen eine eigene Sprache. Wir kauften ihr schließlich zwei selbstgewebte Bänder ab. Meins ist violett. Also fast blau 😉
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