Samstag, 28. September 2013

Aus der Metropole in den Regenwald

Dass ihr lange nichts lesen konntet, liegt keinesfalls an zu wenig Erlebnissen. Ganz im Gegenteil!
Unsere Woche in Sydney verging wie im Flug. Einen Tag reisten wir in die Blue Mountains und durften erfahren, wie sinnvoll Handschuhe und Mütze im Regenwald sein können. Nach Sonne gabs Regen und Wind mit Temperaturen um die 12 Grad. Allerdings auch einen spektakulären Regenbogen über den Bergen. Leider kann ich noch immer keine Kamerafotos auf den Blog stellen und muss mich auf das Tablet beschränken. Deshalb seht ihr hier nur unsere Frühstücksecke in unserem 1930er Jahre Domizil in Cairns. Die Landkarten zeigen zwei Reiseziele hier : das Great Barrier Reef und das Tableland. Letzteres erkundeten wir an zwei Tagen mit einer bunten Gruppe internationaler Backpacker. Unterwegs waren wir mit Bus, Mountainbike und Kanu. Wasserfälle, Kraterseen, Regenwald, Schnabeltier, Kasuar, Echsen, Schildkröten und sogar ein Baumkänguru trafen wir in freier Wildbahn. So gefährlich, wie die Aussis ihr Outback oft darstellen, scheint es nicht zu sein. Eine Reiseleiterin ließ uns sehr nah an den Kasuar heran und eine andere stapfte frohgemut mit uns durchs hohe Gras und durchs Wasser. Giftige Schlangen? Spinnen? Pflanzen? Kein Problem, doch nur einen Tag zuvor zeigte man uns -  einhergehend mit der Schilderung furchtbarer Schmerzen den aggressiven stinking tree. Wenn man nur eine Küstenwanderung auf Sydneys Halbinsel Manly plant, checkt die besorgte Frau vom Touristenbüro gleich besorgt meine Flip-flops und will wissen, ob ich mir das zutraue.
Am Strand von Cairns zieht sich eine Art Watt entlang, davor warnen Schilder vor Crocodiles. Unbeschwert buddeln derweil die Kleinkinder der Einheimischen im dunklen Schlamm.
Auf dem Weg zum hiesigen Botanischen Garten liefen wir über den Friedhof. Dort zeugten riesige Grabsteine mit Krokodilskulpturen vom frühen Tod eines Vierzehnjährigen im letzten Jahr.
Im Botanischen Garten selbst war es wie in einer anderen Welt. Besonders interessierte mich der Aborigines Lehrpfad, der zu jeder Pflanze erklärte, welche Teile wofür und wogegen verwendet werden. Wenn das Englisch nicht mehr ausreicht, kommt man mit Latein gut zurecht : antiseptisch und kontrazeptiva, hm... interessant! Geburtenkontrolle mit Naturarznei. Da ich es noch nicht so recht glauben kann, hab ich sicherheitshalber das Schild fotografiert, um zu Hause nachzuforschen.
Die Natur bestimmt hier den Lebensrhythmus. Es gibt im Grunde nur zwei Jahreszeiten, wet and dry. Gerade ist es trocken und im Dezember beginnt die Regenzeit. Beste Tourismus-Zeit in diesem Monat also. Die Luft ist ca. 30 Grad warm, das Meer 18. Deshalb war es eine gute Entscheidung, sich beim Schnorcheln auf dem Riff ein Wetsuit auszuleihen. Sieht schon mal sehr professionell aus, hat aber zwei weitere, viel wichtigere Vorteile. Man geht nicht unter und es ist gleichzeitig ein guter Sonnenschutz. An den zwei im Foto markierten Stellen durften wir sprichwörtlich ins Weltwunder eintauchen und es war GIGANTISCH! Findet Nemo! Wir mussten nicht lange suchen und eine Farbenpracht und Formenvielfalt breitete sich aus, dass man wie in einen Rausch verfiel. Jedes der oft von Kindern gemalten Fantasiewesen scheint es hier zu geben. Unter mir schwamm ein Taucher hinter einem Fisch, welcher zwei Meter Länge hatte, Zebrafische in Schwärmen stießen an die Taucherbrille und ein Exemplar mit einem riesigen Kussmund glotzte mich an. Speziell zur Unterwasserwelt möchte ich einen Extrabeitrag posten. Dazu müssen wir aber erst mal am großen Bildschirm sichten, was die Unterwasserkamera von Aldi geschafft hat. Ein paar Fotos erscheinen vielleicht bald auf der Facebookseite unseres Veranstalters compasscruises.
Für alle Hungrigen noch ein kleiner Auszug aus der Speisekarte : Känguru, Krokodil und Weathabix haben wir bereits probiert. Das Fleisch ist sehr lecker und die typischen Frühstückspresslinge wohl eher keine Männersache.
Heute solls noch an ein Stück Strand ohne Krokodile gehen und morgen fliegen wir bereits zur Gold Coast, um nach langer Zeit meine australische Freundin Siobhan wiederzusehen!
Genießt den Herbst zu Hause , soetwas gibt's hier nicht. Hier verbrennt man sich nämlich ganz schnell die Waden, wenn man Stunden erstarrt auf der Wasseroberfläche liegt und gebannt in die magische Tiefe starrt.



Mittwoch, 18. September 2013

Drei Tage Sydney

Hallo, ihr Lieben! 
Nachdem ich den Jetlag überwunden habe, bin ich auch in der Lage, den ersten Australien - Post zu schreiben. Die Flüge klappten problemlos, aber trotzdem fehlen einem einfach zwei Nächte. Die Facebook-Leser wissen schon, wie herzlich wir hier willkommen geheißen wurden. Auf der Straße gab es einen kostenlosen Kaffee mit den Worten: A very warm welcome in Australia! Kurz darauf hielt ein Autofahrer und wollte uns mit zum Flughafen nehmen. Wir lehnten dankend ab, waren wir doch erst vor zwei Stunden gelandet. Alle Sydneysiders waren bisher genau so herzlich, unkompliziert und hilfsbereit, wie man es im Reiseführer liest. So auch unser Gastgeber Spencer, dessen Hund Oscar sich bereits mit uns angefreundet hat. 
Ungeachtet unseres Schlafmangels sind wir gleich am Sonntag zur Oper und auf die Harbour Bridge gepilgert. Im alten Viertel The Rocks bummelten wir über einen Markt mit australischem Kunsthandwerk, das Museum für Gegenwartskunst MCA fesselte uns mehrere Stunden, in Chinatown waren wir lecker essen und heute :
Ganz gemütlich schlenderten wir zum Darling Harbour. Dort haben wir uns im Wildlife all die australischen Wundertiere anschauen können, ohne Gefahr zu laufen, von ihnen angegriffen zu werden. Dabei hatte ich vorzüglichen Englischunterricht! Ein Koala übersteht Feuer besser als andere Tiere, weil er das Öl aus den Eucalyptusblättern in seinem Fell speichert und somit einen Feuerschutz aufbaut. Der Kasuar ist der gefährlichste Vogel der Welt, er kann mit seinen Federn Geräusche wie eine Klapperschlange machen. Schließlich kann ich auch Krokodile von Alligatoren unterscheiden. Man erkennt es am Gebiss. 
Nach dieser aufschlussreichen Biologiestunde umrundeten wir den Hafen und landeten im Botanischen Garten. Der Aussichtspunkt Mrs Macquaries Point verführte uns zu unzähligen Kitsch - Fotos der Skyline im Sonnenuntergang. Nach Einbruch der Dunkelheit, so gegen 18 Uhr, liefen wir durch den erleuchteten Hyde Park und am Sydney Tower vorbei.
Nun frage ich mich, wie das enden wird, wenn ich nach drei Tagen über 300 Fotos geschossen habe und zwei Monate unterwegs bin?







Donnerstag, 12. September 2013

Koffer packen

Zuerst vielen Dank an alle, die sich in den letzten Tagen nochmal gemeldet haben. Inzwischen bin ich wirklich aufgeregt, was uns demnächst erwartet. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit guten Freunden und viiiiiel Englisch. Für den Besuch der Naturschutz - Insel Kapiti Island habe ich heute eine nette Antwort aus Neuseeland erhalten. Pro Tag dürfen max. 100 Personen die dortige Tierwelt besuchen und man benötigt eine spezielle Erlaubnis. Nun, ich bin stolz, dass ich solche Dinge inzwischen allein regeln kann. Das bestätigt, wie wichtig es war, im letzten Sabbatjahr Englisch zu lernen.
Auf jeden Fall wird die Reise recht bunt. Dafür muss man nur einen Blick auf die ausgefallenen Banknoten werfen. Die habe ich aber nicht in den Koffer gepackt, sondern im Handgepäck verstaut.
Jetzt pack ich die letzten Dinge ein und am Sonntag frühstücken wir hoffentlich in Sydney.