Donnerstag, 28. November 2013
Anders reisen
Nach zweimonatigem Schlaf in fremden Betten möchte ich in diesem Post drei besondere Formen des Übernachtens und Reisens vorstellen.
1. WWOOFING
Wenn du bereit bist, täglich 4 bis 6 Stunden auf einer Öko-Farm zu arbeiten, bekommst du freie Kost und Übernachtung. Manchmal auch mehr! Zum Beispiel ein Fahrrad, Surfboard oder Paddelboot zur Nutzung.
Bei Jenny und John habe ich Kälber gefüttert, Eier gewaschen und sortiert, Eierkuchen gebacken und Kleidung geändert. Fazit: Gut geeignet für junge Menschen, aber als Rentnerin würde ich das gern mal länger probieren! Gibts in vielen Ländern, auch in Deutschland.
http://de.wikipedia.org/wiki/WWOOF
2. COUCHSURFING
Kenne ich schon seit einigen Jahren. Bisher war ich nur Host, das bedeutet Gastgeber.
Innerhalb eines Jahres hatten wir Gäste aus Amerika, Kanada, China, Belgien, Deutschland...
Bei meiner Reise durch Australien und Neuseeland war ich erstmals als Surfer unterwegs, habe also kostenlos einen Schlafplatz bekommen. Allerdings habe ich auch begriffen, dass Couchsurfing nicht einfach nur die Idee eines kostenlosen Schlafplatzes ist, sondern viel mehr.
Weltoffene Menschen möchten andere Kulturen kennenlernen und ihr eigenes Land vorstellen.
Deshalb bleibt es selten bei einem Schlafplatz. Man bekommt Stadtführungen, wird Freunden vorgestellt, bekocht, zum Flughafen gefahren...
In großen Städten wie Dresden oder Brisbane gibt es Communities, die zu Exkursionen oder Spieleabenden einladen.
Den oft gehörten Einwand: Ist das denn sicher, wenn du bei völlig Fremden übernachtest? kann ich entkräften. Ich lese das Profil des Gastgebers und seine Bewertungen. Er liest meins.
Dann bekommt man eine sms wie diese: "Ja, ihr könnt heute gern bei uns übernachten. Wir sind noch arbeiten, aber das Küchenfenster ist angekippt und ihr könnt die Tür von innen öffnen. Geht in die Küche und kocht euch einen Tee."
Wir haben uns ein bisschen wie Einbrecher gefühlt, auf diese Art das Haus von Menschen zu betreten, denen wir noch nie begegnet sind. Rückblickend kann ich sagen: Wir haben tolle Menschen kennengelernt.
http://de.wikipedia.org/wiki/CouchSurfing
3. AIRBNB
Dies ist keine kostenlose, aber eine kostengünstige, persönliche und oft sehr überraschende Art der Übernachtung. Auch hier bekommt man meist mehr als erwartet. Man muss ebenfalls angemeldet sein und ein Profil erstellen. Bevor man bei jemandem übernachtet, kann man dessen Foto, seine Hobbys und Bewertungen lesen. Wenn man sich dafür genügend Zeit nimmt, findet man immer interessante und weltoffene Leute. Jetzt müsst ihr euch mal die kleine Mühe machen, auf den jeweiligen Link zu klicken, um Fotos von unseren Gastgebern und den Wohnungen zu sehen.
Spencer in Sydney https://www.airbnb.de/rooms/952331
Hund Oscar, ein großes Meeresaquarium, ein Fitnessstudio im Haus und nur 10 min Fahrt bis zur Oper - ein genialer Platz.
Uta in Cairns https://www.airbnb.de/rooms/1485042
"Queensländer" sind offene, luftige Häuser, man sitzt sozusagen immer unter Palmen!
Stephanie in Wellington https://www.airbnb.de/rooms/999294
Einzigartig, wie wir in diese Großfamilie aufgenommen wurden!
Liz and Mike am Lake Tarawera https://www.airbnb.de/rooms/860901
Hier bekommt man Fahrräder und Paddelboote dazu!
Anne und Barry https://www.airbnb.de/rooms/1624327
Ein Rucksack mit Taschenlampen lag für unsere Höhlentour bereit und im Flüsschen hinterm Haus kann man Aale füttern. Der große war einen Meter lang!
Trevor in Auckland https://www.airbnb.de/rooms/1087558
Ein großzügiges Zimmer, eine rote Couch mit Kuschelhund und interessante Gespräche mit einem Weinhändler.
FAZIT:
Nach so vielen liebevollen und umsichtigen Gastgebern fühlte ich mich in Motel und Campinghütte irgendwie fehl am Platz. Wir haben dies nur dreimal nutzen müssen, weil nichts anderes zur Verfügung stand und der Komfort war auch in Ordnung. Lange habe ich nach einer passenden Formulierung gesucht, um unser seltsames Gefühl an diesen Orten auszudrücken:
Man fühlt sich ausgeschlossen. Der Kontakt zu den Neuseeländern gehörte für uns einfach zum Reisegefühl dazu. Kultur zu erfahren hat immer etwas mit dem Austausch von Gedanken, Ansichten und Ideen zu tun.
Mir ist es nicht so wichtig, ob die Fliesen im Bad gesprungen sind oder der Herd geputzt ist.
Es reicht, wenn sich mein deutscher Ordnungssinn zu Hause ausleben kann.
Statt den Staubsauger zu bedienen, hab ich heute diesen Beitrag zusammengestellt.
Ich hoffe, ihr versteht das.
Samstag, 23. November 2013
Sweet Dreams
This post must be written in English because each night since I´m back in Dresden I dream from Australia or New Zealand. Really!
Night 1 to 4 I was walking trough the green rain forest with the big ferns.
Night 5 and 6 I was walking on the beach and sitting in a boat.
Last night ( number 7) Willi and I were driving with a car through the Craters of the Moon, the thermal activ area. Normally you can only walk there!
It´s a great present to get so beautiful memories after a long holiday.
Craters of the Moon, New Zealand
Night 1 to 4 I was walking trough the green rain forest with the big ferns.
Night 5 and 6 I was walking on the beach and sitting in a boat.
Last night ( number 7) Willi and I were driving with a car through the Craters of the Moon, the thermal activ area. Normally you can only walk there!
It´s a great present to get so beautiful memories after a long holiday.
Craters of the Moon, New Zealand
Montag, 18. November 2013
Great Barrier Reef
Hier sind nun endlich die Bilder zu unserer Unterwasser - Erlebniswelt:
Dafür links bei "Bilder" einfach auf das Foto klicken.
Das Fotoalbum zum Wasserwandern findet man ebenfalls durch diese "Tür"
sowie alle meine öffentlichen Webalben bei Picasa.
Dafür links bei "Bilder" einfach auf das Foto klicken.
Das Fotoalbum zum Wasserwandern findet man ebenfalls durch diese "Tür"
sowie alle meine öffentlichen Webalben bei Picasa.
Sonntag, 17. November 2013
Sonne, Strand und viel Bewegung
16.November
Heimreise. Seit über dreißig Stunden unterwegs, sitze ich endlich im Zug Richtung Dresden und kann die Füße hochlegen. Nicht bewegen können ist definitiv anstrengender als Sport treiben. Jedenfalls empfinde ich es so.
Die vielen Stunden allein im Flugzeug habe ich mich mit Filmen und Dokus zugedröhnt. "Der große Gatsby" war ganz gut, aber ansonsten alles eher Unterhaltung. Hat mich nicht gefesselt. Das wirkliche Leben ist immer noch spannender als jeder Film.
Nach unserem spektakulären Ausflug mit den Delfinen musste ich erst mal eine Schreibpause einlegen. Luft holen. Dabei haben wir uns danach gleich wieder in die Natur gestürzt. Das dürft ihr gerne wörtlich nehmen.
In Ahipara gibt es nämlich Sanddünen. Dazu muss man sich ein Sandboard ausleihen, eine Stunde am Strand entlang wandern ( möglichst bei Ebbe), dann steht man davor. Hier fahre ich niemals herunter, war mein erster Satz. Nichts gibt's, einmal musst du es probieren. War schließlich deine Idee, die Dinger auszuleihen, werde ich zurechtgewiesen. Bergauf nutze ich die schönen großen Fußstapfen meines Sohnes und jammere immer mal wieder, wie steil es doch sei, muss aber dann in Bauchlage den Steilhang hinab.
Mit Füßen und Ellenbogen bekommt man das Brett auch zum Anhalten.
Lenken lässt es sich kaum. Nach einer Stunde will Willi den Gipfel erklimmen, aber Buschwerk zwischen dem Sand ist hinderlich. So wandern wir ein Stück weiter am Ufer entlang und stehen kurz danach vor einer riesigen Wand aus Sand. Jetzt packt uns die Neugier. Wie sieht es hinter dem Gipfel aus?
Der Aufstieg ist kräftezehrend. Ein Schritt vor, ein halber zurück. Der Sand rutscht um jeden Fußabdruck in Wellen nach unten. Es sieht aus wie Lawinen in Miniatur. Ich muss mich setzen und Luft holen. Die Sonne brennt. Willi läuft beharrlich im Zickzack und verschwindet hinter dem Kamm. Mein Ehrgeiz bröckelt. Das Brett haben wir beide mit auf die Düne geschleppt und bei jedem Schritt als Stütze in den Sand gerammt. Kurz vor dem Kamm kann ich den Vorkämpfer dann auf Rufweite einholen und fragen, wie es dahinter aussieht.
Wüste. Sand.
Einige Meter stapfe ich bergab. Dann düse ich die längste Sandstrecke meines Lebens eine Düne in Bauchlage hinab. Willi ist ganz oben gestartet, obwohl man von dort den Fuß der Düne nicht mehr sehen konnte.
Als glückliche Eroberer packen wir unsere Sachen zusammen und laufen auf dem Highway zurück. Denn dies ist der Ninety - Miles-Beach, den man mit dem Auto befahren darf. Ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, also bis 100 kmh.
Das Wasser geht zurück und plötzlich kommt ein riesiger hinkender schwarzer Hund aus den Mangroven. Nein, nein! Ein Seehund robbt gemütlich wenige Meter vor uns ins Wasser, spielt in den Wellen und winkt mit seinen Flossen. Zeit zum Fotografieren bleibt nicht.
Kurz darauf ist richtig Verkehr hier. Meist Jeeps, deren Fahrer jeden Felsvorsprung und jede Untiefe zu kennen scheinen. Das Stärkste ist ein Auto mit Anhänger, welches große Glasfenster transportiert. Wir halten uns dicht am Ufer und machen Platz. Alle grüßen freundlich.
Am nächsten Morgen segeln wir bei Ebbe mit Blokarts am gleichen Strand. Der ist so breit, dass wir uns mit keinem Autofahrer ins Gehege kommen.
Am Anfang sind die Windböen recht stark und ich bekomme Angst. So ein Gefährt hat keine Bremse! Es wird immer schneller und zum Stoppen muss man lenken. Aber die nette Frau vom Verleih zieht mich beharrlich aus dem weichen Sand, rennt hinter mir her und erklärt zum zweiten Mal.
Langsam bekomme ich ein Gefühl für Windkraft.
Am Ende ist es verblüffend, wie wir uns sogar entgegen der Windrichtung vorwärts bewegen können.
An beiden Tagen hatten wir den Strand fast für uns allein. Ein paar Angler, einige Autos und ein Seehund.
Und zwei Tage Sonnenschein für uns.
Davor hatte es zwei Tage geregnet.
In Frankfurt war es grau und kalt, jetzt blitzt etwas Sonne durchs Zugfenster.
Nette Begrüßung in der Heimat, finde ich.

17.November
So sieht ein Blokart aus. Helm haben wir nicht bekommen. Das Foto stammt von der Website unseres Verleihers. Ob unsere Dünenfotos noch zu retten sind, weiß ich nicht, hoffe aber sehr, Willi kann die Dateien retten.
Weitere Posts sind in Arbeit. Momentan sortiere und bearbeite ich hunderte Fotos. Geduld!
Heimreise. Seit über dreißig Stunden unterwegs, sitze ich endlich im Zug Richtung Dresden und kann die Füße hochlegen. Nicht bewegen können ist definitiv anstrengender als Sport treiben. Jedenfalls empfinde ich es so.
Die vielen Stunden allein im Flugzeug habe ich mich mit Filmen und Dokus zugedröhnt. "Der große Gatsby" war ganz gut, aber ansonsten alles eher Unterhaltung. Hat mich nicht gefesselt. Das wirkliche Leben ist immer noch spannender als jeder Film.
Nach unserem spektakulären Ausflug mit den Delfinen musste ich erst mal eine Schreibpause einlegen. Luft holen. Dabei haben wir uns danach gleich wieder in die Natur gestürzt. Das dürft ihr gerne wörtlich nehmen.
In Ahipara gibt es nämlich Sanddünen. Dazu muss man sich ein Sandboard ausleihen, eine Stunde am Strand entlang wandern ( möglichst bei Ebbe), dann steht man davor. Hier fahre ich niemals herunter, war mein erster Satz. Nichts gibt's, einmal musst du es probieren. War schließlich deine Idee, die Dinger auszuleihen, werde ich zurechtgewiesen. Bergauf nutze ich die schönen großen Fußstapfen meines Sohnes und jammere immer mal wieder, wie steil es doch sei, muss aber dann in Bauchlage den Steilhang hinab.
Mit Füßen und Ellenbogen bekommt man das Brett auch zum Anhalten.
Lenken lässt es sich kaum. Nach einer Stunde will Willi den Gipfel erklimmen, aber Buschwerk zwischen dem Sand ist hinderlich. So wandern wir ein Stück weiter am Ufer entlang und stehen kurz danach vor einer riesigen Wand aus Sand. Jetzt packt uns die Neugier. Wie sieht es hinter dem Gipfel aus?
Der Aufstieg ist kräftezehrend. Ein Schritt vor, ein halber zurück. Der Sand rutscht um jeden Fußabdruck in Wellen nach unten. Es sieht aus wie Lawinen in Miniatur. Ich muss mich setzen und Luft holen. Die Sonne brennt. Willi läuft beharrlich im Zickzack und verschwindet hinter dem Kamm. Mein Ehrgeiz bröckelt. Das Brett haben wir beide mit auf die Düne geschleppt und bei jedem Schritt als Stütze in den Sand gerammt. Kurz vor dem Kamm kann ich den Vorkämpfer dann auf Rufweite einholen und fragen, wie es dahinter aussieht.
Wüste. Sand.
Einige Meter stapfe ich bergab. Dann düse ich die längste Sandstrecke meines Lebens eine Düne in Bauchlage hinab. Willi ist ganz oben gestartet, obwohl man von dort den Fuß der Düne nicht mehr sehen konnte.
Als glückliche Eroberer packen wir unsere Sachen zusammen und laufen auf dem Highway zurück. Denn dies ist der Ninety - Miles-Beach, den man mit dem Auto befahren darf. Ohne Geschwindigkeitsbeschränkung, also bis 100 kmh.
Das Wasser geht zurück und plötzlich kommt ein riesiger hinkender schwarzer Hund aus den Mangroven. Nein, nein! Ein Seehund robbt gemütlich wenige Meter vor uns ins Wasser, spielt in den Wellen und winkt mit seinen Flossen. Zeit zum Fotografieren bleibt nicht.
Kurz darauf ist richtig Verkehr hier. Meist Jeeps, deren Fahrer jeden Felsvorsprung und jede Untiefe zu kennen scheinen. Das Stärkste ist ein Auto mit Anhänger, welches große Glasfenster transportiert. Wir halten uns dicht am Ufer und machen Platz. Alle grüßen freundlich.
Am nächsten Morgen segeln wir bei Ebbe mit Blokarts am gleichen Strand. Der ist so breit, dass wir uns mit keinem Autofahrer ins Gehege kommen.
Am Anfang sind die Windböen recht stark und ich bekomme Angst. So ein Gefährt hat keine Bremse! Es wird immer schneller und zum Stoppen muss man lenken. Aber die nette Frau vom Verleih zieht mich beharrlich aus dem weichen Sand, rennt hinter mir her und erklärt zum zweiten Mal.
Langsam bekomme ich ein Gefühl für Windkraft.
Am Ende ist es verblüffend, wie wir uns sogar entgegen der Windrichtung vorwärts bewegen können.
An beiden Tagen hatten wir den Strand fast für uns allein. Ein paar Angler, einige Autos und ein Seehund.
Und zwei Tage Sonnenschein für uns.
Davor hatte es zwei Tage geregnet.
In Frankfurt war es grau und kalt, jetzt blitzt etwas Sonne durchs Zugfenster.
Nette Begrüßung in der Heimat, finde ich.

17.November
So sieht ein Blokart aus. Helm haben wir nicht bekommen. Das Foto stammt von der Website unseres Verleihers. Ob unsere Dünenfotos noch zu retten sind, weiß ich nicht, hoffe aber sehr, Willi kann die Dateien retten.
Weitere Posts sind in Arbeit. Momentan sortiere und bearbeite ich hunderte Fotos. Geduld!
Montag, 11. November 2013
Atemlos
An einem verregneten Tag sitzen wir mit Handy, Landkarte und Ipad über der Planung unserer Route für Northland. Noch eine Woche Reisezeit und je länger wir unterwegs sind, desto mehr Ideen für lohnenswerte Ziele tauchen auf! Willi sagt Namen und Adressen an, ich male Kringel um Orte. Was wollen wir unbedingt, was kann wegfallen? Wasserfälle, Speedboat, Zorb, Motorbike, Glühwürmchen - Höhle, Kauri-Bäume, Strandsegeln, schwimmen mit Delfinen?
Noch viel mehr ist im Angebot.
Delfine! Allerdings gibt es keine Garantie, welche zu treffen. Logisch.
Nach langer Internetrecherche wird gebucht.
Wir starten zeitig, um pünktlich an unserem Schiff zu sein.
Die Crew stellt sich vor und alle 25 Mitreisenden werden gebeten, ihr Heimatland zu nennen. Wir sind die einzigen Deutschen. Umgeben von Australiern, Engländern, Indern, Kanadiern, Amerikanern, Italienern, einer Japanerin und natürlich Neuseeländern. Wenn die halbe Welt mitfährt,dann sind wir wohl an einem besonderen Ort.
Zwei Seiten Belehrung lesen: Sie müssen ein guter Schwimmer sein. Das Schwimmen mit den Delfinen ist erstens wetterabhängig und wird zweitens nicht stattfinden, wenn Babydelfine gesichtet werden, wenn die Tiere gerade auf Futtersuche oder Durchreise sind.
Nur drei Veranstalter dürfen das Schwimmen anbieten und haben strenge Auflagen. Ein Teil unseres Geldes wird für die Forschung und den Schutz dieser Art verwendet. Nach einer halben Stunde tauchen die ersehnten Schwimmer auf und begleiten ein Stück unser Schiff. Es ist ihnen ein Leichtes, unsere Geschwindigkeit zu halten. Sie mögen die Motorengeräusche und spielen gern. Dreht das Boot, verschwinden sie kurz und tauchen unverhofft an unerwarteter Stelle auf. Ihre Sprünge sind zauberhaft, aber ganz schwer mit der Kamera einzufangen. Da, ein Babydelfin! Staunen, Freude und Aufregung in jedem Gesicht. Weitere Boote kommen in die Bucht und die neugierigen Tiere suchen sich ihr nächstes Spielzeug. Weiterfahrt.
Nicht lange, da tauchen größere Tiere auf. Sie sind etwas langsamer als die vorherigen und - falls sie mit uns spielen wollen - eher unserem Schwimmtempo angemessen. Auf dem Vorderdeck schaue ich Willi an, der mit strahlenden Augen bemerkt : Das hat sich jetzt schon mehr als gelohnt, auch wenn wir nicht mit ihnen schwimmen können.
Doch plötzlich geht alles ganz schnell. Sachen abwerfen, Schwimmanzug und Flossen an, Brille und Schnorchel greifen und... Warten!
Der Skipper versucht mit seinen Manövern die Delfine in Bootsnähe zu bekommen. Die Instrukteurin erinnert uns: Nicht untertauchen beim Start von der Plattform, schnell schwimmen, viel bewegen, laut sein. Wir sind zur Unterhaltung der Tiere da und nicht umgekehrt. Wenn sie spielen wollen, dürfen wir mitmachen. Aber einfach Touristen in einen Schwarm Delfine kippen, das gibt es hier nicht. Wohl deshalb ist auch eine Forscherin an Bord.
Los! Das Kommando kommt nun ganz rasch. Als vierte bin ich im Wasser, die Männer vor mir entfernen sich rasch und ich sehe nichts als Wasser. Wo sind die Tiere hin? Egal, schnell sein. Ich atme zu hektisch, schmecke den salzigen Pazifik und strample mit den Beinen. Als ich ran bin, springt tatsächlich so ein Riesenexemplar wenige Meter vor mir in die Luft. Aufgeregt zeigen andere in die entgegengesetzte Richtung. Wahnsinn, wir sind wirklich mitten drin. Trotz der Schnelligkeit gibt es keine Zusammenstöße. Jedenfalls nicht mit Delfinen. Eine Gummiflosse bekomme ich doch um die Ohren, kann das aber in der Hektik keinem übel nehmen. Um mich besser zu orientieren, schaue ich unter Wasser. Dabei kann ich wunderbar die hohen Fieptöne hören. Leider höre ich über Wasser das Kommando heraus zu kommen.
Eine Viertelstunde stehen wir tropfend auf dem Boot, welches die nächste Bucht ansteuert. Noch einmal bekommen wir die Chance!
Diesmal fällt mir erst auf, wie kalt der Ozean ist.
Diesmal versuche ich auch, laut zu sein. Unter Wasser kann ich die Delfine wieder hören und brülle uuuuuhhhhh durch meinen Schnorchel. Vielleicht hören die das ja. Gern hätte ich ein iiiiiihhhhhhh in ihrer Frequenz von mir gegeben, aber dabei zieht man den Mund zu breit und muss Wasser schlucken. Uuuuuhhhhh! Ich komme mir doof vor, aber es wirkt! Gleich drei tauchen ganz nah unter mir durch. Neben mir tauchen zwei Rückenflossen auf. Kreuz und quer, ich möchte laut jubeln, so glücklich fühle ich mich. Da ist es auch schon wieder vorüber.
Eine warme Dusche, ein heißer Kakao. Wir reden leise über unsere Empfindungen. Ich hätte ihn fast berührt, erzählt Willi. Und dass er ebenso durch den Schnorchel gebrüllt hat wie ich .
Die ältere Dame vor uns hat sich umgezogen und zittert vor Kälte. Ihr Gesicht strahlt. Zwei Reihen weiter wickelt sich eine schwangere Frau die Wolljacke um die Schultern. Sie alle waren bei dieser außergewöhnlichen Begegnung hautnah dabei und lassen sich verzaubert nach Hause schippern.
Vor einer Insel sitzen Pinguine auf Felsen.
Das ist mir fast zu viel des Glücks. Zwei schnelle Aufnahmen, dann sinke ich zurück auf meinen Platz. Willi hat die ganze Fahrt über den Fotoapparat nicht mal aus dem Rucksack geholt.
Ich glaube, er hat recht. Unsere Eindrücke sind mit Fotos schwer wiederzugeben.
Noch viel mehr ist im Angebot.
Delfine! Allerdings gibt es keine Garantie, welche zu treffen. Logisch.
Nach langer Internetrecherche wird gebucht.
Wir starten zeitig, um pünktlich an unserem Schiff zu sein.
Die Crew stellt sich vor und alle 25 Mitreisenden werden gebeten, ihr Heimatland zu nennen. Wir sind die einzigen Deutschen. Umgeben von Australiern, Engländern, Indern, Kanadiern, Amerikanern, Italienern, einer Japanerin und natürlich Neuseeländern. Wenn die halbe Welt mitfährt,dann sind wir wohl an einem besonderen Ort.
Zwei Seiten Belehrung lesen: Sie müssen ein guter Schwimmer sein. Das Schwimmen mit den Delfinen ist erstens wetterabhängig und wird zweitens nicht stattfinden, wenn Babydelfine gesichtet werden, wenn die Tiere gerade auf Futtersuche oder Durchreise sind.
Nur drei Veranstalter dürfen das Schwimmen anbieten und haben strenge Auflagen. Ein Teil unseres Geldes wird für die Forschung und den Schutz dieser Art verwendet. Nach einer halben Stunde tauchen die ersehnten Schwimmer auf und begleiten ein Stück unser Schiff. Es ist ihnen ein Leichtes, unsere Geschwindigkeit zu halten. Sie mögen die Motorengeräusche und spielen gern. Dreht das Boot, verschwinden sie kurz und tauchen unverhofft an unerwarteter Stelle auf. Ihre Sprünge sind zauberhaft, aber ganz schwer mit der Kamera einzufangen. Da, ein Babydelfin! Staunen, Freude und Aufregung in jedem Gesicht. Weitere Boote kommen in die Bucht und die neugierigen Tiere suchen sich ihr nächstes Spielzeug. Weiterfahrt.
Nicht lange, da tauchen größere Tiere auf. Sie sind etwas langsamer als die vorherigen und - falls sie mit uns spielen wollen - eher unserem Schwimmtempo angemessen. Auf dem Vorderdeck schaue ich Willi an, der mit strahlenden Augen bemerkt : Das hat sich jetzt schon mehr als gelohnt, auch wenn wir nicht mit ihnen schwimmen können.
Doch plötzlich geht alles ganz schnell. Sachen abwerfen, Schwimmanzug und Flossen an, Brille und Schnorchel greifen und... Warten!
Der Skipper versucht mit seinen Manövern die Delfine in Bootsnähe zu bekommen. Die Instrukteurin erinnert uns: Nicht untertauchen beim Start von der Plattform, schnell schwimmen, viel bewegen, laut sein. Wir sind zur Unterhaltung der Tiere da und nicht umgekehrt. Wenn sie spielen wollen, dürfen wir mitmachen. Aber einfach Touristen in einen Schwarm Delfine kippen, das gibt es hier nicht. Wohl deshalb ist auch eine Forscherin an Bord.
Los! Das Kommando kommt nun ganz rasch. Als vierte bin ich im Wasser, die Männer vor mir entfernen sich rasch und ich sehe nichts als Wasser. Wo sind die Tiere hin? Egal, schnell sein. Ich atme zu hektisch, schmecke den salzigen Pazifik und strample mit den Beinen. Als ich ran bin, springt tatsächlich so ein Riesenexemplar wenige Meter vor mir in die Luft. Aufgeregt zeigen andere in die entgegengesetzte Richtung. Wahnsinn, wir sind wirklich mitten drin. Trotz der Schnelligkeit gibt es keine Zusammenstöße. Jedenfalls nicht mit Delfinen. Eine Gummiflosse bekomme ich doch um die Ohren, kann das aber in der Hektik keinem übel nehmen. Um mich besser zu orientieren, schaue ich unter Wasser. Dabei kann ich wunderbar die hohen Fieptöne hören. Leider höre ich über Wasser das Kommando heraus zu kommen.
Eine Viertelstunde stehen wir tropfend auf dem Boot, welches die nächste Bucht ansteuert. Noch einmal bekommen wir die Chance!
Diesmal fällt mir erst auf, wie kalt der Ozean ist.
Diesmal versuche ich auch, laut zu sein. Unter Wasser kann ich die Delfine wieder hören und brülle uuuuuhhhhh durch meinen Schnorchel. Vielleicht hören die das ja. Gern hätte ich ein iiiiiihhhhhhh in ihrer Frequenz von mir gegeben, aber dabei zieht man den Mund zu breit und muss Wasser schlucken. Uuuuuhhhhh! Ich komme mir doof vor, aber es wirkt! Gleich drei tauchen ganz nah unter mir durch. Neben mir tauchen zwei Rückenflossen auf. Kreuz und quer, ich möchte laut jubeln, so glücklich fühle ich mich. Da ist es auch schon wieder vorüber.
Eine warme Dusche, ein heißer Kakao. Wir reden leise über unsere Empfindungen. Ich hätte ihn fast berührt, erzählt Willi. Und dass er ebenso durch den Schnorchel gebrüllt hat wie ich .
Die ältere Dame vor uns hat sich umgezogen und zittert vor Kälte. Ihr Gesicht strahlt. Zwei Reihen weiter wickelt sich eine schwangere Frau die Wolljacke um die Schultern. Sie alle waren bei dieser außergewöhnlichen Begegnung hautnah dabei und lassen sich verzaubert nach Hause schippern.
Vor einer Insel sitzen Pinguine auf Felsen.
Das ist mir fast zu viel des Glücks. Zwei schnelle Aufnahmen, dann sinke ich zurück auf meinen Platz. Willi hat die ganze Fahrt über den Fotoapparat nicht mal aus dem Rucksack geholt.
Ich glaube, er hat recht. Unsere Eindrücke sind mit Fotos schwer wiederzugeben.
Montag, 4. November 2013
Fotos
Fotos gibt es jetzt in der linken Leiste bei Bilder. Dort das Foto anklicken und ihr gelangt ins Album Wasserwandern.
Wasserwandern
Einen Tag nach Willis Ankunft in Wellington haben wir einen Tagesausflug mit drei Zwischenstopps geplant. Die äußerste Spitze der Nordinsel, eine Seehundkolonie und eine kleine Wanderung auf Privatland. Letzteres, weil uns die Landschaft auf dem Foto im Reiseführer gefällt und weil wir nicht nur im Auto herum kutschieren wollen.
Zunächst verlassen wir die Hauptstadt und erklimmen mit unserem Silberpfeil die Höhen. Während ich wie gebannt auf die sagenhaften grünen Berge schaue, am liebsten jeden Ausblick auf Fotos festhalten möchte, muss Willi mit unserem Daily - Deal - Gefährt zahllose Kurven auf dem engen Highway meistern. Nach fünf Jahren so gut wie ohne Fahrpraxis, mit einem betagten Wagen,der nach links zieht und dessen Gaspedal beim Anfahren öfter klemmt.
Ich verzichte aufs Konservieren der Bilder, denn der neuseelanderfahrene junge Mann neben mir versichert mir : Das siehst du jetzt noch drei Wochen, da ändert sich nicht viel an den Bergen.
Lindgrüne, sanft abgerundete Berge mit Wiesen, die wie ein weicher Teppichboden einer Modelleisenbahn wirken. Wollige Schafe und Kühe in allen erdenklichen Farben scheinen hineingestreut in dieses Paradies. Sie bewegen sich kaum. Warum auch? So viel Platz zum Grasen, da muss kein Nachbar zur Seite geschubst werden.
Inzwischen holpern wir über eine Gravel Road, eine unbefestigte Straße. In Australien hieß es auch Dirt Road. Meine Freundin amüsierte sich einmal köstlich, als ich in ihrer Gegenwart von einer dirty road erzählte. Schmutzige Geschichten!
Die Anfahrt zur privaten Farm ist endlich geschafft. Für fünfzehn Dollar pro Person dürfen wir ein wenig wandern. Aber der Besitzer schwingt sich erst mal auf sein Motorbike und bedeutet uns, ihm mit dem Auto zu folgen. Am Waldrand parken wir. Dann bekommen wir eine kopierte Wanderanleitung mit Punkt eins bis zwanzig sowie den Hinweis, uns nach der Rückkehr wieder bei ihm zu melden und-ja das wäre nett - den kleinen Obolus zu bezahlen.
Ob wir auf Wasser eingerichtet wären, fragt er noch. Naja, ich kann meine Schuhe ausziehen und die Hosen hochkrempeln. Hmm, ihr werdet nass und am Ende ist das Wasser manchmal so tief, dass man schwimmen muss.
Patuna Chasm Walkway, soll ne schöne Landschaft sein, stand im Reiseführer. Zwei bis vier Stunden Wanderweg. Er übertreibt bestimmt, denke ich mir. Von seinem Englisch verstehe ich die Hälfte und verlasse mich auf Willi. Der hat auch nicht jedes Wort übersetzen können, doch wir machen uns auf den Weg durch einen ziemlich unspektakulären Wald und über Weideland mit Schafen und Kühen. Die Bäume sind mit blauen und roten Pfeilen angesprayt, ab und zu ein roter Holzpflock mit einer Nummer. Folgsam lesen wir die Wanderanleitung. Aha, dies ist die giftige Pflanze, die wir auf keinen Fall berühren sollen, sie verursacht böse Wunden.
So langsam müssen wir schmunzeln und fühlen uns bisschen wie die Pfadfinder. Einmal durchqueren wir den Fluss, es ist kalt, aber nicht zu tief.
Mit dem Spaten sind Stufen in den Hang gestochen worden.
Und wieder stehen wir am Fluss. Es ist eher ein Gebirgsbach. Wir lesen die Anleitung und Willi übersetzt. Ja, der Wanderweg führt IM Bach
ENTLANG.
Wir entschließen uns, die Schuhe zu opfern und behalten sie an. Das Wasser ist eisig, doch ein verlockender Canon mit bizarren Felsen schließt es ein. Nach wenigen hundert Metern gewöhnen wir uns an die Kälte, staunen und fotografieren. Die Wassertiefe variiert, wir halten uns an den Felswänden fest, wenn es gar zu rutschig wird. Nach einer halben Stunde Kneipp-Kur reicht das Nass bis zum Hosenboden und wir vermuten, wir haben uns geirrt. Alles wieder zurück waten. Nun finden wir einen Zulauf, klettern ihn bergauf und kommen wieder auf den rechten Weg, treffen ein älteres Paar und wandern gemeinsam ein Stück über idyllische Hügel. Die Wege werden steiler, wir hangeln an Seilen entlang und klettern schließlich senkrecht eine Aluleiter in den Canon hinein. Knietiefes Wasser. Ich beobachte die älteren Herrschaften mit Hochachtung. Vorsichtig, aber unerschrocken steigen sie mit Knöchelschuh und Jeans in den kalten Bach. Wir realisieren, dass wir die gleiche Strecke nun in umgekehrter Richtung bewältigen sollen.
Nicht lange, da stehen wir an der gleichen tiefen Stelle. Willi trägt den Rucksack mit Kameras und Handy. Den wollen wir auf keinen Fall versenken! So schlägt der 26-Jährige der 50-Jährigen vor, von einem zweieinhalb Meter hohen Felsen zu springen. Ich lehne ab, weil ich Angst vor verzerrten Fußgelenken habe und hier niemals ein Rettungshubschrauber für mich landen kann. Dann musst du durchs Wasser, spricht der Sohn zur Mutter.
Mit den Gummisohlen suche ich Halt am Felsgestein unter Wasser, rutsche ab und tauche bis in Brusthöhe unter. Mit wenigen Schwimmzügen wieder an Land. Für Willi steht die Entscheidung fest, er springt.
Den Rest des Weges kennen wir ja schon.
So eine Soft-shell - Jacke wärmt doch ganz gut, wenn sie nass ist, finde ich.
Wir müssen lachen über die Naivität, mit der wir diese Tour begonnen haben. Ich patsche triefend nass durch die gleiche Stelle, die ich vor über vier Stunden barfuß und mit Schuhen in der Hand vorsichtig ertastet habe.
Der Farmer freut sich und liest sicher so einige Erlebnisse von unseren Gesichtern ab. Diese Touristen aber auch!
Wechselsachen haben wir nicht mit. Mein Sitz im Auto saugt sich langsam voll und ich bin dankbar für etwas Wärme. Aber vor allem dankbar, dass mich Willi durchs Wasser geschickt hat und ich nicht gekniffen habe. Allein wäre ich umgekehrt. Und wenn wir gar den Reiseführer vorher richtig studiert hätten, dann hätten wir bemerkt, dass wir keine geeignete Ausrüstung besitzen und wären nie losgewandert!
Die Seehunde und das Kap müssen heute auf uns verzichten.
Ein Abenteuer reicht für diesen Tag
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