es ist furchtbar! die letzten wochen sind rasend schnell vergangen. heute war unser letzter tag an der high school und gleichzeitig die abschlussparade der festwoche. ueber diese "ki-yi-week" muss ich aber mal gesondert berichten. der abschied von lehrern und schuelern war herzlich und ging ans herz. waehrend der parade traf ich so viele bekannte leute, dass mir erst richtig bewusst wurde, wie gut wir schon in die community einbezogen wurden. dass es voellig normal ist, nicht in meiner muttersprache zu reden. dass ich nicht erschrecke und ueberlege, ob ich die frage verstanden hab, sondern einfach mit "sorry" die wiederholungstaste druecke. Es ist erstaunlich, welche sprachlichen purzelbaeume man schlaegt nach 8 wochen. Wenn ich in gedanken material fuer die schueler abgezaehlt habe, merkte ich ploetzlich, dass ich nicht auf deutsch zaehlte. wenn lotti aus der schule heimkam, redete sie mich oft englisch an, auch mir ist das mit ihr passiert. fuer den fall, dass die schueler aufgrund meiner falschen aussprache nicht wussten, was ich von ihnen wollte, habe ich eine einfache methode entwickelt: ich spreche das wort mehrmals hintereinander und aendere jedes mal die aussprache und betonung. klappt hervorragend und sorgte oft fuer heiterkeit bei den schuelern.
morgen frueh reisen wir aus watertown ab. rich bringt uns nach sioux falls. dort starte ich mit lotti und einem mietwagen richtung minnesota. apropos autofahren... vor drei tagen hat lotti ihren fuehrerschein gemacht(auf englisch und ohne woerterbuch)! da das hier nur eine muendliche pruefung ist und sie nur in begleitung eines erwachsenen fahren darf, war ich danach ihr fahrlehrer. fragt nicht, wie es sich anfuehlt, von einer 14-jaehrigen ohne fahrpraxis in einem fremden land mit einem jeep durch den oeffentlichen verkehr kutschiert zu werden! natuerlich war ich maechtig stolz. gleichzeitig hatte mein herzschlag wohl einige aussetzer.
zum glueck sind die strassen hier breiter als in deutschland, der verkehr geringer und die fahrer viel relaxter.
dies wird wahrscheinlich mein letzter blogeintrag aus amerika sein, da wir bis zu unserem abflug naechsten freitag mit dem auto unterwegs sind und weder handy noch computer mit uns fuehren. dafuer sind die kameras einsatzbereit und nach unserer ankunft in deutschland gibts eine masse bilder. die 2 gb speicherkarte ist bereits voll! unser rechner hier ist aber zu langsam, um fotos hochzuladen. ausserdem muss ich jetzt endlich die koffer packen.
bis bald in old germany!
kerstin
Freitag, 26. September 2008
Sonntag, 14. September 2008
Die kleinen Unterschiede
Da wir wieder im Nachbarhaus wohnen und ueber reichlich Internet verfuegen, gibts auch wieder was zu lesen. Nach 6 Wochen amerikanischem Leben haben wir eine Reihe Unterschiede zusammengetragen. Die Reihenfolge ist voellig willkuerlich und folgt allein meinen Aufzeichnungen im Notizbuch.
1. Das Essen: Es besteht zu grossen Teilen aus vorgefertigten Produkten. Kochen mit frischen Zutaten ist eher die Ausnahme. Getraenke liebt man immer mit Eiswuerfeln oder aus dem Eisschrank. Die 3 wichtigsten Zutaten sind Zucker, Salz und Eiswuerfel und sie sind fast in jedem Produkt gleichzeitig enthalten! Da dies nun nicht so super gesund ist und man das hier ja laengst erkannt hat, verkauft man "fake" Produkte, also Ersatz, der so schmeckt, als ob. Die Butter besteht nicht aus Butter, sondern mindestens aus 10 anderen Bestandteilen. Es gibt Milch, Kaese und Joghurt mit 0 Prozent Fett. In der Backmischung fuers Sauerteigbrot (ich wollte doch so gern mal ein deutsches Brot backen) ist Milchpulver und Zucker drin. Leider schmeckt man das auch. Zucker wird durch Suessstoffe ersetzt. Ein Mittagessen in der Schule besteht oft aus einem Hamburger, einer kleinen Milch, Tuetensalat oder Dosenobst und immer aus Chips! Die fehlen nie! Man kann das alles essen, es schmeckt auch, aber es macht nicht satt! Daher trifft man in Abstaenden alle Familienmitglieder nach dem Dinner in der Kueche wieder. Wir machen da voll mit! Es gibt dann Eiscreme, Popcorn, Chips mit Salsa oder einen suessen Kakao. Da wir die Anzeige der hiesigen Waage nicht verstehen, wissen wir ueberhaupt nicht, wie viel wir im Moment wiegen...
2. Bewegung: Prinzipiell wird jede Strecke mit dem Auto gefahren. Laufen und Rad fahren zaehlt schon als Sport. In der Mittelschule haben die Schueler jeden Tag Sport. Das sind z.B. Tennis, Bowling, Golf, Basketball oder Volleyball. Ziel ist, dass jeder fuer sein Leben als Erwachsener eine nette Freizeitbeschaeftigung findet. In der High School trainieren dann die Schueler auch nach der Schule fuer die zahlreichen Wettkaempfe, vor allem im Football. Footballspiele sind ein staendiges Stop-and-Go, weil das Spiel ja stets unterbrochen wird, wenn der Ball den Boden beruehrt. So richtig Bewegung habe ich da selten gespuert. Aber jede Schule, und sei sie noch so alt, hat eine glaenzende Turnhalle mit Zuschauersitzen und allem Komfort.
3. Schule: Viel ruhiger als bei uns, viel hoeflicher, weniger distanziert. Zu Beginn des Schuljahres bekam jeder Lehrer eine Begruessungsbrief nach Hause geschickt. Darin stand sinngemaess Herzlich Willkommen zurueck und der Plan fuer die Vorbereitungswoche. Als Advisor ist jeder Lehrer wie ein Klassenlehrer bei uns fuer "seine" Schueler zustaendig. Von der Schulhomepage Kann man sich die Namen seiner Schueler mit Foto ausdrucken und so geniale Sitzplaene erstellen. Der Stundenplan ist fuer jeden Tag der gleiche, im Unterricht kann man Kaugummi kauen, ist aber still, sobald der Lehrer spricht. Wenn er dann die Aufgabe erklaert hat, bewegen sich ganz langsam einige Schueler und beginnen. Manche starten nach 5 Minuten und schauen erstmal, was die Mitschueler so machen. Der Lehrer wartet, erklaert hoeflich und geduldig auch ein zweites Mal die Aufgabe. Wenn man einen Test verhauen hat, darf man ihn ein zweites oder drittes Mal wiederholen. So haben meist alle Schueler recht gute Noten. Dabei ist A die beste und F durchgefallen. Lotti empfindet die Anforderungen in der 8. Klasse als leicht. Denk- und Anwendungsaufgaben sind selten. In der Highschool entspricht der Kunstunterricht aber meinen Vorstellungen und ist anspruchsvoll. Allerdings haben die ausgiebigen Wiederholungen und uebersichtlichen Schritte mir sogar den Fortgeschrittenenkurs Foto ermoeglicht. Und das, obwohl ich null Ahnung hatte und mir saemtliches Fachvokabular uebersetzen musste. Wer also willens ist, etwas zu leisten, kann das auch schaffen. Vor und nach dem Unterricht kann man zu jedem Lehrer kommen und etwas nacharbeiten, fragen, ueben. Schliesslich ist die Anwesenheit des Lehres eine halbe Stunde vor und nach dem Unterricht Pflicht. Die Schule beschaeftigt ausserdem eine Krankenschwester und einen Police-Officer. Will ein Schueler waehrend des Unterrichts auf Toilette oder ins Sekretariat, erhaelt er einen Laufzettel vom Lehrer und kann sich so bei einer Kontrolle durch den Officer rechtfertigen, dass er den Klassenraum verlassen hat. In den Klassenraeumen sind Telefone und Lautsprecher (man laeuft ja nicht!). Die Telefone klingeln oft auch im Unterricht. Dann wartet die Klasse still, bis der Lehrer telefoniert hat, oder ein Schueler muss selbst ans Telefon.
Am letzten Freitag war ich zum Home Coming in den 2 Dorfschulen. Der Sinn dieser Tradition ist es, ehemalige Schueler in der Schule mit einem Umzug zu begruessen. Deshalb wird eine Woche lang jeden Tag etwas Besonderes veranstaltet und am Freitag findet eine Parade mit verrueckt bemalten und umgebauten Fahrzeugen statt. Jede Klasse hatte ein Fahrzeug. Ich durfte mit den Drittklaesslern mitfahren. Es war wie zum Faschingsumzug, als die Schulband spielte, die Cheerleader tanzten und wir (kostuemiert) Suessigkeiten in die Zuschauer warfen. Waehrend das in den zwei kleinen Doerfern schnell vorueber war, bin ich nun auf die Woche an der High School gespannt.
4. Verkehr: Auch der laeuft ruhiger ab als bei uns. Die Verkehrsregeln erschliessen sich mir langsam, sind aber doch verschieden. Da man in Sued Dakota bereits ab 14 in Begleitung eines Erwachsenen fahren darf und ab 15 allein, sind die Autofahrer oft sehr jung und unerfahren. Jakob kutschiert uns oft und es ist ein ganz seltsames Gefuehl, neben ihm zu sitzen. Die Fahrpruefung besteht aus 25 Fragen, von denen man 5 falsch haben darf. 8 Dollar bezahlen, Kreuzchen setzen und fertig. So gemeine Dinge wie in Deutschland (2 moegliche richtige Antworten) gibt es nicht. Eine praktische Pruefung findet nicht statt. Dementsprechend fahren viele ohne zu blinken und nicht in ihrer Spur. In der Kurve die Spur zu halten, ist eher eine Seltenheit. Aber die Strassen sind hier so breit, dass genug Platz fuer alle ist und Angst im Strassenverkehr hatte ich bisher noch nie. Am Freitag durfte ich mit dem Schulbus mitfahren. Der hat hier immer Vorrang und steht sozusagen unter Naturschutz.
5. Vermischtes: Zwischen den meisten Haeusern gibt es keine Zaeune und ueber das Nachbargrundstueck zu laufen, ist voellig legitim. Fernseher sind allgegenwaertig und laufen bereits, wenn wir aufstehen und immer noch, wenn wir zu Bett gehen. Sie laufen auch, wenn alle schlafen oder fuer mehrere Stunden weggefahren sind. Sie laufen in jedem Wartezimmer beim Arzt und im Klassenraum ist natuerlich auch einer. Fuer alle Faelle! Als ich vor dem Unterricht etwas vorbereitete, fragte mich die Kunstlehrerin, ob sie mir den Fernseher anschalten solle... TV- Werbung wird zum groessten Teil fuer Medikamente betrieben. Filme werden mehrmals nacheinander gezeigt, falls man den Anfang verpasst hat! Ein weiterer Energiefresser sind die Klimaanlagen(im Haus, im Auto, im Supermarkt, im Restaurant, in der Schule und allen oeffentlichen Gebaeuden). Oft sind sie noch auf maximal gestellt. Es ist mir unerklaerlich, wie die Leute das hier in Shorts und kurzaermelig aushalten und wie sie dann obendrein Getraenke mit Eiswuerfeln trinken koennen. Lotti und ich haben trotz unserer Jacken fast immer gefroren. Vielleicht ist der hiesige kurze Sommer schuld, dass einige noch bei Null Grad in Flip Flops und kurzen Hosen gehen. Die Sommerferien dauern 3 Monate. Kurz vor Schulstart beginnt die Werbung fuer "back to school". Das ist neben Weihnachten der groesste Umsatz fuer den Handel. Es wird fuer neue Kleidung, Schulsachen, Laptops u.v.a. geworben. Da die Schueler zu Beginn jedes Schuljahres in neuen Teams zusammentreffen, ist das Aussehen am ersten Schultag enorm wichtig fuer viele.
Zu Beginn meines Aufenthaltes war ich erstaunt ueber die kostenlosen Freizeitmoeglichkeiten wie Parks, Sportanlagen (z.B.Tennis- oder Golfplaetze), Spielplaetze, Shuttle-Busse, Radwege u.a. Eine Menge Familien haben hier drei Kinder. Durch Zufall bekam ich mit, dass es allerdings nur 6 oder 12 Wochen Mutterschutzurlaub gibt. Danach gehen die Frauen oft wieder arbeiten und geben das Kind einer Tagesmutti, damit sie ihren Arbeitsplatz behalten. Manche arbeiten bis zum Ende ihrer Schwangerschaft, wenn es ihnen gesundheitlich gut geht. Das hat mich doch etwas geschockt, aber die 2 Lehrerinnen, mit denen ich darueber geredet habe, fanden das ganz normal. In der Schule dauert ihre Arbeitszeit immerhin von 8 bis 16 Uhr, das verdiente Geld geht fuer die Kinderbetreuung drauf. Am Dienstag bin ich als Gast zu einem PEO-Treffen eingeladen (philatropical education organisation). Dort werden nur Frauen sein und ich werde mit Sicherheit ein paar neugierige Fragen zum Thema Soziales loswerden.
So, lieber Leser, ich mach jetzt eine italienische Pizza fuer meine amerikanischen Freunde, nachdem ich sie gestern fuer eine Chinapfanne begeistern konnte. Herbstliche Gruesse an meine treuen Leser in Deutschland, Litauen, Daenemark, Venezuela und Belgien. Ich freue mich ueber jeden Kommentar. Traut euch einfach! Das wuenscht sich
Kerstin
1. Das Essen: Es besteht zu grossen Teilen aus vorgefertigten Produkten. Kochen mit frischen Zutaten ist eher die Ausnahme. Getraenke liebt man immer mit Eiswuerfeln oder aus dem Eisschrank. Die 3 wichtigsten Zutaten sind Zucker, Salz und Eiswuerfel und sie sind fast in jedem Produkt gleichzeitig enthalten! Da dies nun nicht so super gesund ist und man das hier ja laengst erkannt hat, verkauft man "fake" Produkte, also Ersatz, der so schmeckt, als ob. Die Butter besteht nicht aus Butter, sondern mindestens aus 10 anderen Bestandteilen. Es gibt Milch, Kaese und Joghurt mit 0 Prozent Fett. In der Backmischung fuers Sauerteigbrot (ich wollte doch so gern mal ein deutsches Brot backen) ist Milchpulver und Zucker drin. Leider schmeckt man das auch. Zucker wird durch Suessstoffe ersetzt. Ein Mittagessen in der Schule besteht oft aus einem Hamburger, einer kleinen Milch, Tuetensalat oder Dosenobst und immer aus Chips! Die fehlen nie! Man kann das alles essen, es schmeckt auch, aber es macht nicht satt! Daher trifft man in Abstaenden alle Familienmitglieder nach dem Dinner in der Kueche wieder. Wir machen da voll mit! Es gibt dann Eiscreme, Popcorn, Chips mit Salsa oder einen suessen Kakao. Da wir die Anzeige der hiesigen Waage nicht verstehen, wissen wir ueberhaupt nicht, wie viel wir im Moment wiegen...
2. Bewegung: Prinzipiell wird jede Strecke mit dem Auto gefahren. Laufen und Rad fahren zaehlt schon als Sport. In der Mittelschule haben die Schueler jeden Tag Sport. Das sind z.B. Tennis, Bowling, Golf, Basketball oder Volleyball. Ziel ist, dass jeder fuer sein Leben als Erwachsener eine nette Freizeitbeschaeftigung findet. In der High School trainieren dann die Schueler auch nach der Schule fuer die zahlreichen Wettkaempfe, vor allem im Football. Footballspiele sind ein staendiges Stop-and-Go, weil das Spiel ja stets unterbrochen wird, wenn der Ball den Boden beruehrt. So richtig Bewegung habe ich da selten gespuert. Aber jede Schule, und sei sie noch so alt, hat eine glaenzende Turnhalle mit Zuschauersitzen und allem Komfort.
3. Schule: Viel ruhiger als bei uns, viel hoeflicher, weniger distanziert. Zu Beginn des Schuljahres bekam jeder Lehrer eine Begruessungsbrief nach Hause geschickt. Darin stand sinngemaess Herzlich Willkommen zurueck und der Plan fuer die Vorbereitungswoche. Als Advisor ist jeder Lehrer wie ein Klassenlehrer bei uns fuer "seine" Schueler zustaendig. Von der Schulhomepage Kann man sich die Namen seiner Schueler mit Foto ausdrucken und so geniale Sitzplaene erstellen. Der Stundenplan ist fuer jeden Tag der gleiche, im Unterricht kann man Kaugummi kauen, ist aber still, sobald der Lehrer spricht. Wenn er dann die Aufgabe erklaert hat, bewegen sich ganz langsam einige Schueler und beginnen. Manche starten nach 5 Minuten und schauen erstmal, was die Mitschueler so machen. Der Lehrer wartet, erklaert hoeflich und geduldig auch ein zweites Mal die Aufgabe. Wenn man einen Test verhauen hat, darf man ihn ein zweites oder drittes Mal wiederholen. So haben meist alle Schueler recht gute Noten. Dabei ist A die beste und F durchgefallen. Lotti empfindet die Anforderungen in der 8. Klasse als leicht. Denk- und Anwendungsaufgaben sind selten. In der Highschool entspricht der Kunstunterricht aber meinen Vorstellungen und ist anspruchsvoll. Allerdings haben die ausgiebigen Wiederholungen und uebersichtlichen Schritte mir sogar den Fortgeschrittenenkurs Foto ermoeglicht. Und das, obwohl ich null Ahnung hatte und mir saemtliches Fachvokabular uebersetzen musste. Wer also willens ist, etwas zu leisten, kann das auch schaffen. Vor und nach dem Unterricht kann man zu jedem Lehrer kommen und etwas nacharbeiten, fragen, ueben. Schliesslich ist die Anwesenheit des Lehres eine halbe Stunde vor und nach dem Unterricht Pflicht. Die Schule beschaeftigt ausserdem eine Krankenschwester und einen Police-Officer. Will ein Schueler waehrend des Unterrichts auf Toilette oder ins Sekretariat, erhaelt er einen Laufzettel vom Lehrer und kann sich so bei einer Kontrolle durch den Officer rechtfertigen, dass er den Klassenraum verlassen hat. In den Klassenraeumen sind Telefone und Lautsprecher (man laeuft ja nicht!). Die Telefone klingeln oft auch im Unterricht. Dann wartet die Klasse still, bis der Lehrer telefoniert hat, oder ein Schueler muss selbst ans Telefon.
Am letzten Freitag war ich zum Home Coming in den 2 Dorfschulen. Der Sinn dieser Tradition ist es, ehemalige Schueler in der Schule mit einem Umzug zu begruessen. Deshalb wird eine Woche lang jeden Tag etwas Besonderes veranstaltet und am Freitag findet eine Parade mit verrueckt bemalten und umgebauten Fahrzeugen statt. Jede Klasse hatte ein Fahrzeug. Ich durfte mit den Drittklaesslern mitfahren. Es war wie zum Faschingsumzug, als die Schulband spielte, die Cheerleader tanzten und wir (kostuemiert) Suessigkeiten in die Zuschauer warfen. Waehrend das in den zwei kleinen Doerfern schnell vorueber war, bin ich nun auf die Woche an der High School gespannt.
4. Verkehr: Auch der laeuft ruhiger ab als bei uns. Die Verkehrsregeln erschliessen sich mir langsam, sind aber doch verschieden. Da man in Sued Dakota bereits ab 14 in Begleitung eines Erwachsenen fahren darf und ab 15 allein, sind die Autofahrer oft sehr jung und unerfahren. Jakob kutschiert uns oft und es ist ein ganz seltsames Gefuehl, neben ihm zu sitzen. Die Fahrpruefung besteht aus 25 Fragen, von denen man 5 falsch haben darf. 8 Dollar bezahlen, Kreuzchen setzen und fertig. So gemeine Dinge wie in Deutschland (2 moegliche richtige Antworten) gibt es nicht. Eine praktische Pruefung findet nicht statt. Dementsprechend fahren viele ohne zu blinken und nicht in ihrer Spur. In der Kurve die Spur zu halten, ist eher eine Seltenheit. Aber die Strassen sind hier so breit, dass genug Platz fuer alle ist und Angst im Strassenverkehr hatte ich bisher noch nie. Am Freitag durfte ich mit dem Schulbus mitfahren. Der hat hier immer Vorrang und steht sozusagen unter Naturschutz.
5. Vermischtes: Zwischen den meisten Haeusern gibt es keine Zaeune und ueber das Nachbargrundstueck zu laufen, ist voellig legitim. Fernseher sind allgegenwaertig und laufen bereits, wenn wir aufstehen und immer noch, wenn wir zu Bett gehen. Sie laufen auch, wenn alle schlafen oder fuer mehrere Stunden weggefahren sind. Sie laufen in jedem Wartezimmer beim Arzt und im Klassenraum ist natuerlich auch einer. Fuer alle Faelle! Als ich vor dem Unterricht etwas vorbereitete, fragte mich die Kunstlehrerin, ob sie mir den Fernseher anschalten solle... TV- Werbung wird zum groessten Teil fuer Medikamente betrieben. Filme werden mehrmals nacheinander gezeigt, falls man den Anfang verpasst hat! Ein weiterer Energiefresser sind die Klimaanlagen(im Haus, im Auto, im Supermarkt, im Restaurant, in der Schule und allen oeffentlichen Gebaeuden). Oft sind sie noch auf maximal gestellt. Es ist mir unerklaerlich, wie die Leute das hier in Shorts und kurzaermelig aushalten und wie sie dann obendrein Getraenke mit Eiswuerfeln trinken koennen. Lotti und ich haben trotz unserer Jacken fast immer gefroren. Vielleicht ist der hiesige kurze Sommer schuld, dass einige noch bei Null Grad in Flip Flops und kurzen Hosen gehen. Die Sommerferien dauern 3 Monate. Kurz vor Schulstart beginnt die Werbung fuer "back to school". Das ist neben Weihnachten der groesste Umsatz fuer den Handel. Es wird fuer neue Kleidung, Schulsachen, Laptops u.v.a. geworben. Da die Schueler zu Beginn jedes Schuljahres in neuen Teams zusammentreffen, ist das Aussehen am ersten Schultag enorm wichtig fuer viele.
Zu Beginn meines Aufenthaltes war ich erstaunt ueber die kostenlosen Freizeitmoeglichkeiten wie Parks, Sportanlagen (z.B.Tennis- oder Golfplaetze), Spielplaetze, Shuttle-Busse, Radwege u.a. Eine Menge Familien haben hier drei Kinder. Durch Zufall bekam ich mit, dass es allerdings nur 6 oder 12 Wochen Mutterschutzurlaub gibt. Danach gehen die Frauen oft wieder arbeiten und geben das Kind einer Tagesmutti, damit sie ihren Arbeitsplatz behalten. Manche arbeiten bis zum Ende ihrer Schwangerschaft, wenn es ihnen gesundheitlich gut geht. Das hat mich doch etwas geschockt, aber die 2 Lehrerinnen, mit denen ich darueber geredet habe, fanden das ganz normal. In der Schule dauert ihre Arbeitszeit immerhin von 8 bis 16 Uhr, das verdiente Geld geht fuer die Kinderbetreuung drauf. Am Dienstag bin ich als Gast zu einem PEO-Treffen eingeladen (philatropical education organisation). Dort werden nur Frauen sein und ich werde mit Sicherheit ein paar neugierige Fragen zum Thema Soziales loswerden.
So, lieber Leser, ich mach jetzt eine italienische Pizza fuer meine amerikanischen Freunde, nachdem ich sie gestern fuer eine Chinapfanne begeistern konnte. Herbstliche Gruesse an meine treuen Leser in Deutschland, Litauen, Daenemark, Venezuela und Belgien. Ich freue mich ueber jeden Kommentar. Traut euch einfach! Das wuenscht sich
Kerstin
Freitag, 5. September 2008
maechtig aufregend
wo soll ich bloss anfangen?
nach zwei wochen amerikanischem schulalltag faellt es mir enorm schwer, ordung in meine gedanken zu bringen. deshalb beschreibe ich erstmal mein grundgefuehl:
alle sind ausgesprochen nett, hilfsbereit und interessiert. das gilt fuer lehrer und schueler. es laeuft viel ruhiger ab als in unseren schulen. regelrecht entspannt und relaxt. obwohl in der highschool ueber 1000 schueler lernen.
der arbeitstag des lehrers ist laenger und vergeht schneller. 8 uhr muss jeder lehrer in der schule sein und 16 uhr darf er gehen. von 8.30 bis 15.30 dauert der unterricht. die schueler haben 4 blockstunden a 90 minuten. jeden tag die gleichen faecher. nach einem drittel des jahres aendert sich der plan und die faecher. es gibt keine festen klassenstrukturen. jeder muss eine gewisse anzahl kurse belegen und waehlt die zusammenstellung selbst. also finden wir in einer klasse mitunter schueler aus 4 verschiedenen altersstufen. das geschieht vorwiegend in den wahlfaechern wie kunst.
die lehrer unterrichten pro tag 3 Blocks. ein block ist fuer ihre vorbereitung, korrekturen usw. gedacht. jeden tag haben sie den gleichen plan. dazu kommt, dass sie immer im gleichen raum unterrichten. der ueberfluss an material, besonders in kunst, ist eine fundgrube fuer mich!
mein stundenplan:
1. design grundkurs
2. drawing (zeichnen)
3. photography 2
4. pottery (keramik)
dazwischen hab ich 2 halbe stunden pause. waehrend ich in 1, 2 und 4 mit helfe , projekte mit den lehrern ausdenke, etwas an der tafel zeige und erklaere, bin ich im foto-fortgeschrittenenkurs der absolute beginner. so muss ich genau hinschauen, hinhoeren und dann den schuelern ueber die schulter schauen. leicht gesagt, wenns in die dunkelkammer geht... doch mein erster schwarz-weiss-film ist entwickelt und die kontaktabzuege fertig. da hier jeden tag an den projekten gearbeitet wird, geht es zuegig voran. das gefaellt mir besonders! abends mache ich oft meine hausaufgaben, indem ich z.b. arbeitsblaetter uebersetze, um am naechsten tag durchzublicken, was der lehrer erklaert. dadurch hab ich inzwischen eine breite palette kunst-vokabular gelernt.
dies kam mir heute zugute, als ich mitten in der praerie an 2 grundschulen unterrichten durfte. meine gastmama kay hat eine 4. klasse und sie haben keinen kunstlehrer an der schule. also freuten sie sich riesig, mich als fachmann einzuladen. so hab ich heute vormittag in klasse 2 bis 6 im kleinen oertchen waverly mein bestes gegeben. die kinder waren ganz lieb und die lehrer haben sich entspannt zurueckgelehnt. schliesslich wollte die 10 meilen entfernte andere schule auch meine anwesenheit geniessen. also fuhr ich mit kays wagen und einem selbstgemalten strassenplan nach southshore. dort gabs gemischte klassen. klasse 1/2, 3/4 und 5/6. trotzdem waren nur zwischen 10 und 14 schueler in jeder klasse. ja, in der praerie gibt es vorwiegend felder und tiere. auf dem weg zwischen den 2 schulen hab ich ein auto getroffen. dafuer massenweise kuehe! wen sollte ich unterwegs nach dem weg fragen? zum glueck klappte es aber mit dem handgemalten zettel. wer mich kennt, weiss, wie es um meine orientierung steht. und hier ist das land flach, die strassen schnurgerade, alles sieht gleich aus.
so, nun kann ich meinen freitagabendvoller stolz geniessen. immerhin hab ich heute 9 stunden unterricht hinter mir.
auch lotti hat viele neue eindruecke in der mittelschule gesammelt. sie mag alle lehrer! kein wunder. die sind viel netter, entgegenkommender und persoenlicher als in deutschland. wirklich. das muss ich selbstkritisch ebenso an mir feststellen. selbst ich bin weniger nett zu meinen schuelern in deutschland, weniger geduldig und lange nicht so entspannt wie die 4 lehrer, die ich nun seit 2 wochen jeden tag erlebe. am ersten schultag erzaehlte jeder lehrer den schuelern alles moegliche persoenliche ueber sich, seine familie, seine hobbys, krankheiten wie ms...
das hat mich verwundert und beeindruckt. die schueler haben aber auch etwas ueber sich aufgeschrieben und preisgegeben. inzwischen finde ich diese direktheit klasse.
ausserhalb der schule ergibt sich durch bekanntschaften eine vielzahl von moeglichkeiten. nur ein paar beispiele. der 70-jaehrige nachbar lud mich zum paddeln auf dem see ein, der mathelehrer kam am samstag mit seiner harley vorbei und fuhr mich eine runde um den see (man darf in sueddakota ohne helm fahren!), lotti und ich waren mit einer familie zum ersten footballgame unseres lebens und lotti schliesslich mit der gleichen familie zu einem open air musikfestival 2 tage in sioux falls. dass wir 2 wochen unser eigenens haus am see hatten, habe ich wohl vorher schon mal erwaehnt. ab 12.9. ziehen wir wieder dorthin, da alan (der besitzer) dann wieder abreist.
ach, mir faellt gerade ein: verkaeufer sind auch netter als in deutschland! dazu folgende episode: ich bestellte an einem automaten sofortbilder(kodak, wie bei rossmann). die wollte ich als postkarten versenden. da ich keine ahnung von den inch-massen hatte, fragte ich einen typen neben mir nach der richtigen groesse. der zeigte auf den bildschirm, dann formte er die postkartengroesse mit den haenden und ich dankte. so weit, so gut! ich bestellte 22 fotos. die kamen auch - in a 4 groesse!!! ziemlich verzweifelt stand ich und wartete, waehrend ich schon mal rechnete, dass es ca. 100 dollar kosten wird. welch ein lehrgeld. naja, vielleicht sollte ich einen kalender daraus basteln oder die bilder zerschneiden und als puzzle versenden. schliesslich fasste ich mir ein herz und klaerte den verkaeufer im supermarkt ueber mein missgeschick auf. kein problem, bestellen sie nochmal, wir nehmen die fotos zurueck. das sollte mal ein auslaender bei rossmann testen.
waehrend ich hier tippe, sitzt willi im flugzeug und wird morgen nach ueber einem jahr wieder deutschen boden betreten.
jetzt setze ich meinem bericht ein schnelles ende, ich bin naemlich total muede. deshalb hab ich mir diesmal die gross- und kleinschreibung gespart.
ich verspreche euch aber, dass es bald wieder nachrichten gibt. wir verfolgen naemlich gespannt die wahlkaempfe im fernsehen und hoffen auf wenig schaeden durch die struerme an der hiesigen kueste. inzwischen koennt ihr schon mal gruebeln, was home coming fuer ein fest ist. darueber demnaechst mehr. tausend gruesse in die heimat von
*gaehn*kerstin
nach zwei wochen amerikanischem schulalltag faellt es mir enorm schwer, ordung in meine gedanken zu bringen. deshalb beschreibe ich erstmal mein grundgefuehl:
alle sind ausgesprochen nett, hilfsbereit und interessiert. das gilt fuer lehrer und schueler. es laeuft viel ruhiger ab als in unseren schulen. regelrecht entspannt und relaxt. obwohl in der highschool ueber 1000 schueler lernen.
der arbeitstag des lehrers ist laenger und vergeht schneller. 8 uhr muss jeder lehrer in der schule sein und 16 uhr darf er gehen. von 8.30 bis 15.30 dauert der unterricht. die schueler haben 4 blockstunden a 90 minuten. jeden tag die gleichen faecher. nach einem drittel des jahres aendert sich der plan und die faecher. es gibt keine festen klassenstrukturen. jeder muss eine gewisse anzahl kurse belegen und waehlt die zusammenstellung selbst. also finden wir in einer klasse mitunter schueler aus 4 verschiedenen altersstufen. das geschieht vorwiegend in den wahlfaechern wie kunst.
die lehrer unterrichten pro tag 3 Blocks. ein block ist fuer ihre vorbereitung, korrekturen usw. gedacht. jeden tag haben sie den gleichen plan. dazu kommt, dass sie immer im gleichen raum unterrichten. der ueberfluss an material, besonders in kunst, ist eine fundgrube fuer mich!
mein stundenplan:
1. design grundkurs
2. drawing (zeichnen)
3. photography 2
4. pottery (keramik)
dazwischen hab ich 2 halbe stunden pause. waehrend ich in 1, 2 und 4 mit helfe , projekte mit den lehrern ausdenke, etwas an der tafel zeige und erklaere, bin ich im foto-fortgeschrittenenkurs der absolute beginner. so muss ich genau hinschauen, hinhoeren und dann den schuelern ueber die schulter schauen. leicht gesagt, wenns in die dunkelkammer geht... doch mein erster schwarz-weiss-film ist entwickelt und die kontaktabzuege fertig. da hier jeden tag an den projekten gearbeitet wird, geht es zuegig voran. das gefaellt mir besonders! abends mache ich oft meine hausaufgaben, indem ich z.b. arbeitsblaetter uebersetze, um am naechsten tag durchzublicken, was der lehrer erklaert. dadurch hab ich inzwischen eine breite palette kunst-vokabular gelernt.
dies kam mir heute zugute, als ich mitten in der praerie an 2 grundschulen unterrichten durfte. meine gastmama kay hat eine 4. klasse und sie haben keinen kunstlehrer an der schule. also freuten sie sich riesig, mich als fachmann einzuladen. so hab ich heute vormittag in klasse 2 bis 6 im kleinen oertchen waverly mein bestes gegeben. die kinder waren ganz lieb und die lehrer haben sich entspannt zurueckgelehnt. schliesslich wollte die 10 meilen entfernte andere schule auch meine anwesenheit geniessen. also fuhr ich mit kays wagen und einem selbstgemalten strassenplan nach southshore. dort gabs gemischte klassen. klasse 1/2, 3/4 und 5/6. trotzdem waren nur zwischen 10 und 14 schueler in jeder klasse. ja, in der praerie gibt es vorwiegend felder und tiere. auf dem weg zwischen den 2 schulen hab ich ein auto getroffen. dafuer massenweise kuehe! wen sollte ich unterwegs nach dem weg fragen? zum glueck klappte es aber mit dem handgemalten zettel. wer mich kennt, weiss, wie es um meine orientierung steht. und hier ist das land flach, die strassen schnurgerade, alles sieht gleich aus.
so, nun kann ich meinen freitagabendvoller stolz geniessen. immerhin hab ich heute 9 stunden unterricht hinter mir.
auch lotti hat viele neue eindruecke in der mittelschule gesammelt. sie mag alle lehrer! kein wunder. die sind viel netter, entgegenkommender und persoenlicher als in deutschland. wirklich. das muss ich selbstkritisch ebenso an mir feststellen. selbst ich bin weniger nett zu meinen schuelern in deutschland, weniger geduldig und lange nicht so entspannt wie die 4 lehrer, die ich nun seit 2 wochen jeden tag erlebe. am ersten schultag erzaehlte jeder lehrer den schuelern alles moegliche persoenliche ueber sich, seine familie, seine hobbys, krankheiten wie ms...
das hat mich verwundert und beeindruckt. die schueler haben aber auch etwas ueber sich aufgeschrieben und preisgegeben. inzwischen finde ich diese direktheit klasse.
ausserhalb der schule ergibt sich durch bekanntschaften eine vielzahl von moeglichkeiten. nur ein paar beispiele. der 70-jaehrige nachbar lud mich zum paddeln auf dem see ein, der mathelehrer kam am samstag mit seiner harley vorbei und fuhr mich eine runde um den see (man darf in sueddakota ohne helm fahren!), lotti und ich waren mit einer familie zum ersten footballgame unseres lebens und lotti schliesslich mit der gleichen familie zu einem open air musikfestival 2 tage in sioux falls. dass wir 2 wochen unser eigenens haus am see hatten, habe ich wohl vorher schon mal erwaehnt. ab 12.9. ziehen wir wieder dorthin, da alan (der besitzer) dann wieder abreist.
ach, mir faellt gerade ein: verkaeufer sind auch netter als in deutschland! dazu folgende episode: ich bestellte an einem automaten sofortbilder(kodak, wie bei rossmann). die wollte ich als postkarten versenden. da ich keine ahnung von den inch-massen hatte, fragte ich einen typen neben mir nach der richtigen groesse. der zeigte auf den bildschirm, dann formte er die postkartengroesse mit den haenden und ich dankte. so weit, so gut! ich bestellte 22 fotos. die kamen auch - in a 4 groesse!!! ziemlich verzweifelt stand ich und wartete, waehrend ich schon mal rechnete, dass es ca. 100 dollar kosten wird. welch ein lehrgeld. naja, vielleicht sollte ich einen kalender daraus basteln oder die bilder zerschneiden und als puzzle versenden. schliesslich fasste ich mir ein herz und klaerte den verkaeufer im supermarkt ueber mein missgeschick auf. kein problem, bestellen sie nochmal, wir nehmen die fotos zurueck. das sollte mal ein auslaender bei rossmann testen.
waehrend ich hier tippe, sitzt willi im flugzeug und wird morgen nach ueber einem jahr wieder deutschen boden betreten.
jetzt setze ich meinem bericht ein schnelles ende, ich bin naemlich total muede. deshalb hab ich mir diesmal die gross- und kleinschreibung gespart.
ich verspreche euch aber, dass es bald wieder nachrichten gibt. wir verfolgen naemlich gespannt die wahlkaempfe im fernsehen und hoffen auf wenig schaeden durch die struerme an der hiesigen kueste. inzwischen koennt ihr schon mal gruebeln, was home coming fuer ein fest ist. darueber demnaechst mehr. tausend gruesse in die heimat von
*gaehn*kerstin
Freitag, 22. August 2008
Schulstart
In sagenhafter Rekordzeit von 3 Tagen habe ich alle drei Schularten erlebt. Mittwoch war ich mit Kay an ihrer Schule, den Klassenraum fuer ihre 10 Farmer-Kids vorzubereiten. Ihre Schule beginnt mit dem Kindergarten, endet mit der High School und sammelt alle Kinder aus der Umgebung. Es ist ein altes Gebaeude mit Charme und ne Art Gesamtschule.
Gestern und heute durfte ich Rich in die High School begleiten. Gesamtlehrerkonferenz mit ca. 80 Lehrern war angesagt. Wie in Deutschland lieben die Vorgesetzten Kennlernspiele, Teamarbeit und staendig neue Methoden und Strategien. Waehrend ich mich noch still ueber die Aehnlichkeiten amuesierte, wurde es ploetzlich ernst. Alle Neuen, also auch ich, durften sich vorstellen. Der Prinzipal wusste sogar meinen Namen, doch den Rest musste ich selbst tun. Das war der schwerste Schritt fuer mich, meine ungelenken englischen Worte laut in den Raum zu sagen! Aber an Richs zufriedenem Laecheln konnte ich erkennen, dass ich mich wacker geschlagen hatte. So gab er mir die Namen der 4 Kunstlehrer und die Zimmernummern und ich zog los. Und ich muss sagen, sie sind alle ganz nett und das Beste ist, dass ich mich wirklich mit ihnen unterhalten kann. Manchmal suchen wir gemeinsam nach dem fehlenden Wort. Ich darf auf jeden Fall bei allen zuschauen. Als Gegenleistung bereite ich natuerlich auch einiges vor. Den Schuelern auf Englisch eine Aufgabe zu erklaeren wird dann wohl die heftigste Herausforderung.
Heute endete die Vorbereitungswoche mit einer Veranstaltung "Welcome back to school". Zuerst gab es fuer alle Lehrer des gesamten Schulbezirks Toertchen und Getraenke und ein kleines Geschenk von der Schulverwaltung. Danach gings in die Aula mit den Ausmassen unserer Staatsoperette. Dort spielte die Schulband, dann wurden Powerpoint und Kurzfilm gezeigt, alle Neuen namentlich begruesst und die Losung fuers Schuljahr propagiert: Imagine - Believe - Achieve! Bedeutet in etwa: Traeume haben, daran glauben, sie erreichen. Diese Schule ist die Vorzeigeschule im Staat, jeder Schueler ab Kl.9 erhaelt kostenlos einen Laptop geliehen. Das sorgte dann auch fuer Diskussionsstoff, denn die Lehrer sollen ihn oft im Unterricht nutzen und die Schueler... naja, kann sich jeder vorstellen, was die damit noch so anstellen koennen.
Schliesslich, als wuerden nicht schon genug neue Eindruecke auf mich einstuermen, war an Lottis Middle School gestern "Open Day". Hab ich einfach mal mit Tag der offenen Tuer uebersetzt - aber falsch gedacht. Es war der erste Elternabend. Wir bekamen einen Packen bunter Kopien, die wir ausfuellen muessen. Lotti erhielt ihr Schliessfach, denn Schultaschen sind aus Sicherheitsgruenden verboten. So wird sie am Montag wie in den bekannten Filmen mit Buch unterm Arm losziehen.
Und ich werde am Montag einfach zwischen den ueber 1000 Schuelern abtauchen. In den Pausen gestern und heute habe ich immer Orientierungslauf durch die High School trainiert. Das Gebaeude ist ebenerdig mit Zimmernummern bis ueber 800 und ich bin eine Frau. Jeder gruesst kurz mit Hi! oder fragt, ob ich was suche. Wen Bilder interessieren, dem empfehle ich die Webseite der Schule (lesen kann man dort natuerlich auch):
www.watertown.k12.sd.us/schools/srhigh/default.htm
Man sieht u.a. die Bilder aller Lehrer. Ausserdem werden alle Zensuren in den Computer geschrieben und Eltern und Schueler koennen zu Hause immer sehen, wie ihr Notenstand gerade ist, wann sie gefehlt haben, welche Hausaufgaben es gibt usw.
Der Parkplatz um die Schule herum ist riesig, denn die Mehrzahl kommt mit dem Auto.
Die Sporthalle ist geradezu eine gigantische Arena. Ich hoffe, wenigstens ein Spiel der Arrows life zu erleben, solange ich hier bin. Sport ist unheimlich wichtig hier. Lotti hat jeden Tag eine Stunde. An jeder Schule gibt es einen Chor und eine Band. Der Stundenplan haelt fuer jeden Tag 8 Stunden bereit. An der Middle School dauert eine Stunde 50 min, an der High gibt es 4 Blocks zu je 90 min. Allerdings sind im Sommer 3 Monate Ferien!
Ich hoffe, ich habe euch nicht mit zu vielen Fakten zugetextet, doch das hiesige Schulsystem interessiert mich neben der Sprache eben auch.
Damit ich zum Ende noch mal das Thema wechseln kann: wir haben immer noch Sommerwetter, jedoch mit heftigen Stuermen. Das sollen die Auslaeufer von Florida sein. Heute Abend hat der Wind gedreht und so werde ich morgen vielleicht wieder im See schwimmen koennen. Gestern waren die Wellen so stark, dass ich meine morgendliche Strecke im Wasser joggen musste.
Abends lese ich immer vor dem Einschlafen in "Little house in the big wood". Hab ich in Kays Grundschule geborgt. Also denn - gute Nacht!
Gestern und heute durfte ich Rich in die High School begleiten. Gesamtlehrerkonferenz mit ca. 80 Lehrern war angesagt. Wie in Deutschland lieben die Vorgesetzten Kennlernspiele, Teamarbeit und staendig neue Methoden und Strategien. Waehrend ich mich noch still ueber die Aehnlichkeiten amuesierte, wurde es ploetzlich ernst. Alle Neuen, also auch ich, durften sich vorstellen. Der Prinzipal wusste sogar meinen Namen, doch den Rest musste ich selbst tun. Das war der schwerste Schritt fuer mich, meine ungelenken englischen Worte laut in den Raum zu sagen! Aber an Richs zufriedenem Laecheln konnte ich erkennen, dass ich mich wacker geschlagen hatte. So gab er mir die Namen der 4 Kunstlehrer und die Zimmernummern und ich zog los. Und ich muss sagen, sie sind alle ganz nett und das Beste ist, dass ich mich wirklich mit ihnen unterhalten kann. Manchmal suchen wir gemeinsam nach dem fehlenden Wort. Ich darf auf jeden Fall bei allen zuschauen. Als Gegenleistung bereite ich natuerlich auch einiges vor. Den Schuelern auf Englisch eine Aufgabe zu erklaeren wird dann wohl die heftigste Herausforderung.
Heute endete die Vorbereitungswoche mit einer Veranstaltung "Welcome back to school". Zuerst gab es fuer alle Lehrer des gesamten Schulbezirks Toertchen und Getraenke und ein kleines Geschenk von der Schulverwaltung. Danach gings in die Aula mit den Ausmassen unserer Staatsoperette. Dort spielte die Schulband, dann wurden Powerpoint und Kurzfilm gezeigt, alle Neuen namentlich begruesst und die Losung fuers Schuljahr propagiert: Imagine - Believe - Achieve! Bedeutet in etwa: Traeume haben, daran glauben, sie erreichen. Diese Schule ist die Vorzeigeschule im Staat, jeder Schueler ab Kl.9 erhaelt kostenlos einen Laptop geliehen. Das sorgte dann auch fuer Diskussionsstoff, denn die Lehrer sollen ihn oft im Unterricht nutzen und die Schueler... naja, kann sich jeder vorstellen, was die damit noch so anstellen koennen.
Schliesslich, als wuerden nicht schon genug neue Eindruecke auf mich einstuermen, war an Lottis Middle School gestern "Open Day". Hab ich einfach mal mit Tag der offenen Tuer uebersetzt - aber falsch gedacht. Es war der erste Elternabend. Wir bekamen einen Packen bunter Kopien, die wir ausfuellen muessen. Lotti erhielt ihr Schliessfach, denn Schultaschen sind aus Sicherheitsgruenden verboten. So wird sie am Montag wie in den bekannten Filmen mit Buch unterm Arm losziehen.
Und ich werde am Montag einfach zwischen den ueber 1000 Schuelern abtauchen. In den Pausen gestern und heute habe ich immer Orientierungslauf durch die High School trainiert. Das Gebaeude ist ebenerdig mit Zimmernummern bis ueber 800 und ich bin eine Frau. Jeder gruesst kurz mit Hi! oder fragt, ob ich was suche. Wen Bilder interessieren, dem empfehle ich die Webseite der Schule (lesen kann man dort natuerlich auch):
www.watertown.k12.sd.us/schools/srhigh/default.htm
Man sieht u.a. die Bilder aller Lehrer. Ausserdem werden alle Zensuren in den Computer geschrieben und Eltern und Schueler koennen zu Hause immer sehen, wie ihr Notenstand gerade ist, wann sie gefehlt haben, welche Hausaufgaben es gibt usw.
Der Parkplatz um die Schule herum ist riesig, denn die Mehrzahl kommt mit dem Auto.
Die Sporthalle ist geradezu eine gigantische Arena. Ich hoffe, wenigstens ein Spiel der Arrows life zu erleben, solange ich hier bin. Sport ist unheimlich wichtig hier. Lotti hat jeden Tag eine Stunde. An jeder Schule gibt es einen Chor und eine Band. Der Stundenplan haelt fuer jeden Tag 8 Stunden bereit. An der Middle School dauert eine Stunde 50 min, an der High gibt es 4 Blocks zu je 90 min. Allerdings sind im Sommer 3 Monate Ferien!
Ich hoffe, ich habe euch nicht mit zu vielen Fakten zugetextet, doch das hiesige Schulsystem interessiert mich neben der Sprache eben auch.
Damit ich zum Ende noch mal das Thema wechseln kann: wir haben immer noch Sommerwetter, jedoch mit heftigen Stuermen. Das sollen die Auslaeufer von Florida sein. Heute Abend hat der Wind gedreht und so werde ich morgen vielleicht wieder im See schwimmen koennen. Gestern waren die Wellen so stark, dass ich meine morgendliche Strecke im Wasser joggen musste.
Abends lese ich immer vor dem Einschlafen in "Little house in the big wood". Hab ich in Kays Grundschule geborgt. Also denn - gute Nacht!
Dienstag, 19. August 2008
Endlich Fotos!
Ab sofort koennt ihr Fotos anschauen. Dazu einfach auf das linke obere Foto klicken und dann das Amerika-Album auswaehlen.
Seit dem letzten Eintrag hat sich wieder viel getan. Gestern sind wir umgezogen, da Rich und seine Familie nach der zweiwoechigen Belagerung durch 5 Deutsche jetzt vor dem Schulstart etwas mehr Ruhe brauchen. Nun sind wir Nachbarn, denn wir wohnen nur 2 Haeuser weiter. Richtig: wir haben ein eigenes Haus am See. Mit allem Komfort, wie Wasserbett, Internet, Spuelmaschine, Trockner, Dvd-Player usw. Hier koennen wir erstmal 2 Wochen wohnen. Das Haus gehoert Sue und Alan, die in Florida arbeiten. Ich hatte Sue beim Schwimmen im See kennengelernt und Lotti hat oft etwas mit ihrer Tochter Sarah unternommen. So easy ist das hier.
Gestern war ich ausserdem erstmals beim Tubing (siehe Fotos). Es war lustig, aber ich ueberlasse es zukuenftig der Jugend. Wenigstens habe ich angesichts meines Muskelkaters heute die Absicht.
Die weitere und naehere Umgebung konnten wir auch erforschen. Ausfluege fuehrten mich nach Sioux Falls zu den Wasserfaellen, ins Fort Sisseton und zum Nicollet Tower. Lotti hat es etwas weiter gebracht und ist mit der Jugend nach Minneapolis (Staat Minnesota) gereist. Ich habe sogar etwas mitgebracht bekommen: ein T-Shirt der MOA = Mall of America, dem groessten Einkaufs- und Vergnuegungszentrum der Welt!
Auch die kleinen Ausfluege mit dem Fahrrad haben ihren Reiz, wenn man Pelikane und Streifenhoernchen trifft. Alle Leute, die man trifft, gruessen freundlich. Sobald sie merken, dass man aus Germany ist, beginnen sie Gespraeche ueber ihre Reisen oder die ihrer Kinder.
Morgen treffe ich erstmals "Kollegen", da ich Kay in die Grundschule begleite, um das Zimmer fuer den Schulstart am Montag vorzubereiten. Sie arbeitet in einer kleinen, alten Farmer-Schule ca. 20 Meilen von hier. Freitags darf ich immer mit zu ihr.
Donnerstag und Freitag gehts dann erstmals in die Highschool, die Kunstlehrer kennenlernen.
In den Ferien war ich ja bereits mit Rich Middle- und Highschool anschauen, aber die Anforderungen an mein Englisch waren noch sehr milde, da er mich stets vorstellte.
So bin ich nun riesig gespannt, wie das Abenteuer weitergeht.
Seit dem letzten Eintrag hat sich wieder viel getan. Gestern sind wir umgezogen, da Rich und seine Familie nach der zweiwoechigen Belagerung durch 5 Deutsche jetzt vor dem Schulstart etwas mehr Ruhe brauchen. Nun sind wir Nachbarn, denn wir wohnen nur 2 Haeuser weiter. Richtig: wir haben ein eigenes Haus am See. Mit allem Komfort, wie Wasserbett, Internet, Spuelmaschine, Trockner, Dvd-Player usw. Hier koennen wir erstmal 2 Wochen wohnen. Das Haus gehoert Sue und Alan, die in Florida arbeiten. Ich hatte Sue beim Schwimmen im See kennengelernt und Lotti hat oft etwas mit ihrer Tochter Sarah unternommen. So easy ist das hier.
Gestern war ich ausserdem erstmals beim Tubing (siehe Fotos). Es war lustig, aber ich ueberlasse es zukuenftig der Jugend. Wenigstens habe ich angesichts meines Muskelkaters heute die Absicht.
Die weitere und naehere Umgebung konnten wir auch erforschen. Ausfluege fuehrten mich nach Sioux Falls zu den Wasserfaellen, ins Fort Sisseton und zum Nicollet Tower. Lotti hat es etwas weiter gebracht und ist mit der Jugend nach Minneapolis (Staat Minnesota) gereist. Ich habe sogar etwas mitgebracht bekommen: ein T-Shirt der MOA = Mall of America, dem groessten Einkaufs- und Vergnuegungszentrum der Welt!
Auch die kleinen Ausfluege mit dem Fahrrad haben ihren Reiz, wenn man Pelikane und Streifenhoernchen trifft. Alle Leute, die man trifft, gruessen freundlich. Sobald sie merken, dass man aus Germany ist, beginnen sie Gespraeche ueber ihre Reisen oder die ihrer Kinder.
Morgen treffe ich erstmals "Kollegen", da ich Kay in die Grundschule begleite, um das Zimmer fuer den Schulstart am Montag vorzubereiten. Sie arbeitet in einer kleinen, alten Farmer-Schule ca. 20 Meilen von hier. Freitags darf ich immer mit zu ihr.
Donnerstag und Freitag gehts dann erstmals in die Highschool, die Kunstlehrer kennenlernen.
In den Ferien war ich ja bereits mit Rich Middle- und Highschool anschauen, aber die Anforderungen an mein Englisch waren noch sehr milde, da er mich stets vorstellte.
So bin ich nun riesig gespannt, wie das Abenteuer weitergeht.
Sonntag, 10. August 2008
Zum ersten Mal
Alles im Leben tut man zu einem bestimmten Zeitpunkt zum ersten Mal. Vor drei Tagen bin ich zum ersten Mal mit Kays Wagen durch Watertown City gekurvt, in Unkenntnis der meisten Verkehrsregeln. Bis heute konnte die mir keiner vollstaendig erklaeren, vor allem fuer die Vorfahrt bei gleichrangigen Strassen nicht.
Kay meinte: Ich warte immer und Rich faehrt durch...
Unser Gruener Pfeil ist allgegenwaertig: bei Rot darf man immer rechts abbiegen.
Vorgestern habe ich die Wasserski ausprobiert. Resultat: dreimal abgetaucht und ein paar blaue Flecke. Doch Rich meint, wir wuerden das schon noch schaffen.
Gestern durfte ich mit "Rusty"(Rostig), Richs Landrover, den Anhaenger vom Wasserscooter aus dem See ziehen und heimbringen. Zur Freude aller wurde eine kurze Einweisung gegeben, wonach jeder Wasserscooter fahren durfte. Ganz allein hab ich meine Kreise uebers Wasser gezogen, bin ueber Wellen gesprungen und hab full speed getestet. Lotti wollte am liebsten ueberhaupt nicht wieder aufhoeren damit. Ist aber auch ein geiles Fahrgefuehl.
Das Wochenende brachte viel Besuch und viele Gespraeche. Dabei lernt man eine Menge neuer Woerter. Solche schreibe ich immer in mein Notizbuch. Dort stehen dann die verruecktesten Wortlisten.
Auszug: hotflashes = Wechseljahre, flyswatter = Fliegenklatsche, arrow = Pfeil, bikepass = Radweg
Ich weiss nicht, wieviel ich in spaeteren Jahren davon noch brauche, aber hier dient es der besseren Verstaendigung. Interessant wird es ja immer dann, wenn es um die kleinen und grossen Unterschiede unserer Lebensweise geht. Dazu gibts aber mal einen extra Blog, denn hierzu haben Lotti und ich nach einer Woche schon massenweise Entdeckungen gemacht.
Die allumfassende sei hier im voraus genannt: das Leben laeuft wesentlich gelassener ab als in Deutschland und das ist bisher recht angenehm!
Kay meinte: Ich warte immer und Rich faehrt durch...
Unser Gruener Pfeil ist allgegenwaertig: bei Rot darf man immer rechts abbiegen.
Vorgestern habe ich die Wasserski ausprobiert. Resultat: dreimal abgetaucht und ein paar blaue Flecke. Doch Rich meint, wir wuerden das schon noch schaffen.
Gestern durfte ich mit "Rusty"(Rostig), Richs Landrover, den Anhaenger vom Wasserscooter aus dem See ziehen und heimbringen. Zur Freude aller wurde eine kurze Einweisung gegeben, wonach jeder Wasserscooter fahren durfte. Ganz allein hab ich meine Kreise uebers Wasser gezogen, bin ueber Wellen gesprungen und hab full speed getestet. Lotti wollte am liebsten ueberhaupt nicht wieder aufhoeren damit. Ist aber auch ein geiles Fahrgefuehl.
Das Wochenende brachte viel Besuch und viele Gespraeche. Dabei lernt man eine Menge neuer Woerter. Solche schreibe ich immer in mein Notizbuch. Dort stehen dann die verruecktesten Wortlisten.
Auszug: hotflashes = Wechseljahre, flyswatter = Fliegenklatsche, arrow = Pfeil, bikepass = Radweg
Ich weiss nicht, wieviel ich in spaeteren Jahren davon noch brauche, aber hier dient es der besseren Verstaendigung. Interessant wird es ja immer dann, wenn es um die kleinen und grossen Unterschiede unserer Lebensweise geht. Dazu gibts aber mal einen extra Blog, denn hierzu haben Lotti und ich nach einer Woche schon massenweise Entdeckungen gemacht.
Die allumfassende sei hier im voraus genannt: das Leben laeuft wesentlich gelassener ab als in Deutschland und das ist bisher recht angenehm!
Mittwoch, 6. August 2008
we are here!
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Unsere Reise war bereits vor ihrem eigentlichen Beginn aufregend. wir bangten noch Stunden vor dem Abflug in Dresden, dass die Maschine nach Frankfurt trotz der Streiks startet. Die Tickets fuer den Nachtzug nach Frankfurt waren bereits ausgebucht. Nun denn, der Flug war schliesslich der erste, der nach ner Woche wieder stattfand. Beim einchecken am Vorabend die zweite Ueberraschung: wir durften vorab einchecken, nur unser Gepaeck mussten wir wieder mitnehmen. Wir kamen uns schon ziemlich verarscht vor von der Lufthansa! Also Dienstagfrueh 5 Uhr gaben wir dann das Gepaeck auf und hatten bis Chicago eine entspannte Reise. Im Flugzeug sahen wir auffallend huehnenhafte Menschen, in Amerika ist ja bekanntlich alles groesser, nicht nur Nutella-Glaeser! Ausgerechnet vor Lotti sass eine Amerikanerin, der man noch eine Sicherheitsgurt-Verlaengerung bringen musste.
In Chicago trat ein, was wir befuerchteten: die Zeit wurde knapp. Sehr knapp. Hunderte Menschen vor den 3 Einreiseschaltern. Nach 1,5 Stunden hatten wir endlich Fingerabdruecke und Foto hinter uns gebracht. Koffersuche...ergebnislos. Auf 10 oder mehr Baendern kreisten Gepaeckstuecke, nur die Anzeigetafel, zu welchem Flug welches Stueck gehoerte, hatte laengst gewechselt, als wir in der Schlange standen. Schliesslich erkannten wir die Koffer am Aeusseren. Wertvolle Zeit verloren. Noch 15 Minuten bis zur Boarding Time!
Einer netten, aber leider sehr schwer zu verstehenden Dame gaben wir unsere Koffer ab und sie erklaerte uns den Weg zur Zubringerbahn fuer unser Terminal. Chicago ist ETWAS groesser als Dresden. Am Gate angekommen gings ins Flugzeug nach Sioux Falls. Gluecklich und stolz lehnten wir uns zurueck, landeten weich und puenktlich und fielen unserem Gastpapa Rich in die Arme. Alles hatte geklappt. Fast! Hier folgt das geliebte DENKSTE, welches Willi schon so oft begegnet ist. Unser Gepaeck war nicht mit uns geflogen. Rich half uns beim Aufgeben der Suchmeldung und fuhr uns 1,5 Stunden auf einer schnurgeraden Strasse durch flaches Land bis Watertown. Unterwegs merkte besonders Lotti, wie anders, geradezu doerflich es aussah. Umso erfreuter genossen wir die herzliche Begruessung durch Kay, Richs Frau. Eine Fahrt mit dem Boot auf dem wunderbaren See gleich am Haus entschaedigte uns vorerst fuer das Gefuehl, nicht ganz vollstaendig zu sein. Sonnenuntergang, Mondschein, Lagerfeuer und gute Gespraeche (in Deutsch und Englisch) liessen den Tag ausklingen. Ich bin sehr stolz zu Bett gegangen, nachdem Michael, Richs aelterer Sohn, mir versicherte, wieviel besser als vor 2 Jahren mein Englisch geworden ist. Damals war er mein Gastkind und mein Englisch bestand aus ca. 10 Saetzen.
Heute Mittag wurde nun endlich unser Gepaeck hergebracht, so dass die Welt wieder in Ordnung ist. In Gedanken hatte ich schon eine Einkaufsliste notiert, auf der zuallererst Badesachen standen.
Da Rich ausser uns noch eine Cousine mit Familie zu Gast hat, ist er mit diesen heute weitere Verwandte besuchen. Lotti hilft Jacob bei seinem Ferienjob und auch Michael ist arbeiten. So huete ich das Haus, kann nach Herzenslust den See geniessen uns spiele ein wenig mit Ruby, der Hundedame des Hauses.
Das ist fuers Erste alles, der See ruft! Schreibfehler muesst ihr ertragen, ich muss mich erst an die andere Tastatur gewoehnen und zum Korrekturlesen hab ich einfach mal keine Lust heute.
Unsere Reise war bereits vor ihrem eigentlichen Beginn aufregend. wir bangten noch Stunden vor dem Abflug in Dresden, dass die Maschine nach Frankfurt trotz der Streiks startet. Die Tickets fuer den Nachtzug nach Frankfurt waren bereits ausgebucht. Nun denn, der Flug war schliesslich der erste, der nach ner Woche wieder stattfand. Beim einchecken am Vorabend die zweite Ueberraschung: wir durften vorab einchecken, nur unser Gepaeck mussten wir wieder mitnehmen. Wir kamen uns schon ziemlich verarscht vor von der Lufthansa! Also Dienstagfrueh 5 Uhr gaben wir dann das Gepaeck auf und hatten bis Chicago eine entspannte Reise. Im Flugzeug sahen wir auffallend huehnenhafte Menschen, in Amerika ist ja bekanntlich alles groesser, nicht nur Nutella-Glaeser! Ausgerechnet vor Lotti sass eine Amerikanerin, der man noch eine Sicherheitsgurt-Verlaengerung bringen musste.
In Chicago trat ein, was wir befuerchteten: die Zeit wurde knapp. Sehr knapp. Hunderte Menschen vor den 3 Einreiseschaltern. Nach 1,5 Stunden hatten wir endlich Fingerabdruecke und Foto hinter uns gebracht. Koffersuche...ergebnislos. Auf 10 oder mehr Baendern kreisten Gepaeckstuecke, nur die Anzeigetafel, zu welchem Flug welches Stueck gehoerte, hatte laengst gewechselt, als wir in der Schlange standen. Schliesslich erkannten wir die Koffer am Aeusseren. Wertvolle Zeit verloren. Noch 15 Minuten bis zur Boarding Time!
Einer netten, aber leider sehr schwer zu verstehenden Dame gaben wir unsere Koffer ab und sie erklaerte uns den Weg zur Zubringerbahn fuer unser Terminal. Chicago ist ETWAS groesser als Dresden. Am Gate angekommen gings ins Flugzeug nach Sioux Falls. Gluecklich und stolz lehnten wir uns zurueck, landeten weich und puenktlich und fielen unserem Gastpapa Rich in die Arme. Alles hatte geklappt. Fast! Hier folgt das geliebte DENKSTE, welches Willi schon so oft begegnet ist. Unser Gepaeck war nicht mit uns geflogen. Rich half uns beim Aufgeben der Suchmeldung und fuhr uns 1,5 Stunden auf einer schnurgeraden Strasse durch flaches Land bis Watertown. Unterwegs merkte besonders Lotti, wie anders, geradezu doerflich es aussah. Umso erfreuter genossen wir die herzliche Begruessung durch Kay, Richs Frau. Eine Fahrt mit dem Boot auf dem wunderbaren See gleich am Haus entschaedigte uns vorerst fuer das Gefuehl, nicht ganz vollstaendig zu sein. Sonnenuntergang, Mondschein, Lagerfeuer und gute Gespraeche (in Deutsch und Englisch) liessen den Tag ausklingen. Ich bin sehr stolz zu Bett gegangen, nachdem Michael, Richs aelterer Sohn, mir versicherte, wieviel besser als vor 2 Jahren mein Englisch geworden ist. Damals war er mein Gastkind und mein Englisch bestand aus ca. 10 Saetzen.
Heute Mittag wurde nun endlich unser Gepaeck hergebracht, so dass die Welt wieder in Ordnung ist. In Gedanken hatte ich schon eine Einkaufsliste notiert, auf der zuallererst Badesachen standen.
Da Rich ausser uns noch eine Cousine mit Familie zu Gast hat, ist er mit diesen heute weitere Verwandte besuchen. Lotti hilft Jacob bei seinem Ferienjob und auch Michael ist arbeiten. So huete ich das Haus, kann nach Herzenslust den See geniessen uns spiele ein wenig mit Ruby, der Hundedame des Hauses.
Das ist fuers Erste alles, der See ruft! Schreibfehler muesst ihr ertragen, ich muss mich erst an die andere Tastatur gewoehnen und zum Korrekturlesen hab ich einfach mal keine Lust heute.
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