Sonntag, 20. Oktober 2013
Eine Zugfahrt, die ist...
Der Zug aus Sydney fährt ein. Letzte Umarmung, dann empfängt mich schon der Zugbegleiter und weist einen Platz an, wo ich meinen Koffer verstauen soll. Dann fragt er : Seat 29? Ich bejahe und grüble, woher er das weiß, wenn er meine Fahrkarte noch nicht gesehen hat? Es sind noch viele Sitze frei. Ich folge dem Herrn in einen dunklen Wagen und er leuchtet mir mit einer Taschenlampe bis zu meinem Sitz. Obwohl ich Economy Class gebucht habe, sind die Sitze komfortabler als im Flugzeug. Liegeposition, Klapptisch, Fußstützen und Armlehnen. Neben mir leider ein etwas breiter geratener Mann, der im Schlaf zuckt und stöhnt. Mit Nachsicht versuche ich mir vorzustellen, dass er seit Sydney schon fünf Stunden hinter sich hat. Immerhin fahre ich fünfeinhalb Stunden bis Brisbane. Dieser Nachtzug legt insgesamt ca. 1000 km zurück. Hinter mir Schnarchen. Neben mir Schnarchen. Der Zugbegleiter funzelt durch die Gänge und achtet darauf, dass niemand beim Schlafen seine Füße oder seine Decke in den Gang streckt. So rücksichtsvoll er sonst ist, Passagiere, die die Sicherheit bedrohen, weckt er erbarmungslos auf. Eine Decke könnte ich jetzt gebrauchen. Draußen sind 20 Grad und hier drin bringt mich die Klimaanlage zum Frösteln. Endlich nicke ich ein.
Casino? Der Aufpasser leuchtet mir ins Gesicht. Nochmal : Casino? Äh, was? Kann man hier im Zug zocken? Total verwirrt stammle ich: Sorry, I don't understand. Und er endlich: Where do you go? So kann ich ihm beibringen, dass ich bis Brisbane reise und nicht in Casino aussteige. Dafür verlässt mich der Unruhegeist neben mir und ich lege mich quer auf beide Sitze. Das war also der Weckdienst und Casino ist eine Stadt. Jetzt schlafe ich tief und fest, etwas verspannt allerdings, da ich auf keinen Fall meine Füße in den Gang strecken will. Als ich munter werde, erwartet mich ein großes Schauspiel. Wir rasen durch Nebelschwaden und die Sonne geht auf. Welch ein Glück, dass ich rechtzeitig aufgewacht bin! Eucalyptusbäume, Seen und Flussläufe, schwach beleuchtet in einem milden Orange. Starr sitze ich am Fenster und genieße. Nein, jetzt nicht die Kamera herauskamen. Nach fünf Minuten ist der Zauber vorüber. Ein gleißend heller Ball beleuchtet langweilige Häuser. Das Licht im Zug geht ohne Vorwarnung an. Die Speisekarte wird durchgesagt und etliche beleibte Körper bewegen sich in Wagen C zum Buffet, um kurz darauf mit Kaffee und Toast zurück zu torkeln. Wir erhalten noch den Hinweis, unsere Uhren eine Stunde zurückzustellen, Queensland hat seine eigene Zeit. Rubbish, please! Wir geben unseren Müll ab.
Siobhan hatte mich gewarnt. Australische Züge sind nicht pünktlich! Mit drei Minuten Verspätung trete ich in Brisbane auf den Bahnsteig. Eine Touristin fragt mich vor der Anzeigetafel nach dem Flughafenzug. Ich muss mich auch erst orientieren und sie lacht. Wir finden den Fahrkartenschalter. Ich sehe, wie sie am Durchgang zu den Zügen einem Kontrolleur ihr Handy reicht. Er lacht und fotografiert sie mit Gepäck und Bahnhofshintergrund. Ich bin überzeugt, er würde mir auch die Bitte nicht abschlagen, meine Postkarten zu einem Briefkasten zu bringen oder einen Kaffee für mich zu holen. Da ich noch eine Stunde Zeit habe, begebe ich mich selbst zum Café, bestelle cool einen Lateeej, weil ich bei Latte Macchiato immer das Falsche bekam und freue mich zusätzlich über free Wi-Fi. Endlich kann ich den längst geschriebenen Post absenden. Dann noch ein Gang zum bathroom um Zähne zu putzen und Haare zu kämmen. Zur Sicherheit erfolgt auch an diesem Ort die Durchsage der nächsten Zugabfahrten. Kofferschleppen ist überflüssig. Rollbahnen wie auf dem Flughafen oder ein Fahrstuhl bringen mich zum Bahnsteig. Dort sammeln sich die Schüler in ihren verschiedenen Schuluniformen. Dazwischen ein Inder mit Turban, Aborigines und Asiaten. Niemand glotzt doof. Würde mir für Dresden auch gefallen. Mein Zug nach Caboolture fährt auf die Sekunde pünktlich ab. In einer Stunde muss ich wieder umsteigen und nutze die Zeit zum Schreiben. Beim Speichern habe ich auf einmal Internetverbindung. Neben uns auf dem Gleis steht ein Zug mit Wi-Fi access. Leider war der Aufenthalt zu kurz um zu senden. Nächster Zug. Kaum sitze ich, fragt mich jemand nach der Uhrzeit. Ich antworte, darauf ein fröhliches Lächeln, weil mich mein Akzent verrät. Kurzer Smalltalk, woher und wohin. Nun bin ich auf dem Weg nach Nambour. Es macht Spaß, zu reisen. Bin soeben in Mooloolah. Leider konnte ich nicht alle Ortsnamen aufschreiben, es gab noch viel fantasievollere. Mir fällt gerade ein, dass noch niemand meine Fahrkarte sehen wollte. Mein Waggon ist ein quiet carriage :
Please refrain from loud conversations and use of loud musical and mobile devices.
Daneben der Hinweis für die Schüler:
Students on concessional cards must not occupy seats whilst adults are standing.
Brave Schüler. Sie sind leise und okkupieren nicht meinen Sitz. Nächste Station Palmwoods. Das lässt sich sogar übersetzen.
In wenigen Minuten steige ich ein letztes Mal um, dann in den Bus nach Noosa. Auf der Landkarte habe ich mich nur ein kleines Stückchen entlang der Ostküste Richtung Norden bewegt. So in etwa von Dresden nach Berlin. Dabei war ich über acht Stunden unterwegs.
Auch der Bus ist pünktlich. Zum ersten Mal interessiert sich jemand für meine Fahrkarte. Nach einer reichlichen Stunde Busfahrt weiß ich, warum mir vom Bus abgeraten wurde. Mit 120 geht's über den Highway, auf den kurvenreichen Landstraßen muss man sich festhalten. Keine Chance zum Schlafen. Dafür schon einige Ausblicke auf den Noosa River, der idyllisch durch die Landschaft mäandert, gesäumt von vielen flachen Bauten, hellem Sand und Palmen.
Noosa Junction, halb elf, strahlend blauer Himmel und ich werde von Jutta empfangen. Beim Aussteigen aus dem Bus bedanke ich mich beim Fahrer und wünsche einen schönen Tag. So habe ich mir das bei den Aussis abgeguckt.
Nächster Halt : Peregian Beach in der Nähe von Noosa
Freitag, 11. Oktober 2013
Unterwegs im Outback
Unterwegs nach Armidale, zwei Stunden Fahrt, hielt ich wieder nach Kängurus Ausschau. Es muss doch endlich mal eins in freier Wildbahn auftauchen, zumal die Schilder am Straßenrand vor ihnen warnen! Dann sahen wir sie und nach einem Dutzend mochte ich nicht mehr zählen. Sie lagen immer tot am Straßenrand. So unterhielten wir uns darüber, wer sie wegräumt. Ganz einfach : jemand wirft sie an die Seite und die Natur erledigt den Rest. Aber meine Freundin tröstete mich gleich. In ihrer Stadt könne ich jede Menge sehen, außerdem Wale, ohne aufs Meer hinaus fahren zu müssen. Nun, in einer Woche kann ich dann hoffentlich darüber berichten.
In Armidale angekommen konnten wir wieder einmal die zuvorkommende Art der Australier genießen.
In der Tourist Information bekamen wir alle Aufmerksamkeit. Woher, Wohin, kostenlose Stadtrundfahrt! So entschieden wir, dass unsere Gastgeber uns am nächsten Morgen zur Rundreise abgeben und ein paar Stunden allein verbringen können. Doch am Abend musste vorerst noch der örtliche Pub getestet werden. Mit Erfolg! English Conversation vom Feinsten. Wir übten uns in der Űbersetzung von Sprichwörtern und Metaphern und ich habe selten so viel gelacht. Wie übersetzt man Dreikäsehoch? Warum basteln sich die Radfahrer Kabelbinder an ihre Helme? Nun, wenn die männlichen Vögel zu viel Testosterone produzieren, weil sie die Weibchen und die Jungvögel beschützen müssen, dann fliegen sie Angriffe auf die Köpfe von Radlern.
Siobhan und Andy sind passionierte Radfahrer und wissen, wovon sie sprechen. Immerhin fuhr meine Freundin dereinst an einem Tag mit dem Rennrad von Dresden nach Berlin, bei 30 Grad.
Englisch lernen ist ganz einfach : Den Anfänger lässt du zwei Bier bestellen. Two scooners. Er wird mit dem leckeren Getränk belohnt, wenn die Aussprache annähernd korrekt war. Dann einfach keine Fehler korrigieren, sondern reden lassen. Wenn die Wörter fehlen, helfen Gesten und eine Zeichnung. Ich sitze mitten im bunten Treiben und notiere mir neue Wörter wie Schätze in mein kleines Vokabelheft. Skurrile Wortfolgen reihen sich aneinander. mischievous, temptation, horseradish, disabled, excavator, stump grinding... Die Themen wechseln ständig und die Aufschrift auf Bierdeckeln belebt das Gespräch. Ich platze fast vor Stolz, weil sich mein Liebster ohne Scheu in die kompliziertesten Unterhaltungen verstrickt und unsere zwei Australier wirklich in seinen Bann zieht.
Während ich die Schwierigkeiten eines Anfängers absolut nachvollziehen kann, weil ich vor fünf Jahren in Amerika Gleiches fühlte, achte ich inzwischen auch auf Unterschiede in der Aussprache. Aus e wird hier oft a, vor allem bei ey. Wir sind uns einig : Australisch ist sächsisches Englisch.
Außer den Vokabeln notiere ich Unterschiede in beiden Kulturen. Da fällt z. B. auf, wie der Verkehr an einer Baustelle umgeleitet wird, mit dem Lollipop Man.
Männer oder Frauen in Warnweste halten Schilder mit der Aufschrift slow oder stop in der Hand. Da das Schild an einem Stab befestigt ist, sieht es von weitem wie ein Riesenlolli aus.
Es gibt private Mädchen - und Jungenschulen.
Verbotsschilder sind meist sehr persönlich formuliert: Mach dieses nicht, Achte auf dies, Bitte nimm deinen Müll mit usw.
Insgesamt fühlen wir uns hier absolut sicher und beschützt. Selbst im Menschentrubel in der Großstadt muss man nicht auf Taschendiebe achten und kann Wertsachen im Auto lassen. Ein Grund dafür könnten die allgegenwärtigen Überwachungskameras sein. Man läuft durchs Museum und wird nicht behelligt, aber in jedem Raum hängt ein Schild "Achtung Kameras" und dann vergisst man natürlich auch nicht das Eintrittsgeld in die Box zu werfen.
In fast allen Zügen gibt es klappbare Lehnen, sodass man nie rückwärts fahren muss. Die Leute steigen ein und räumen erstmal das Abteil um.
Damit soll mein Eintrag für heute beendet werden.
Jetzt versuche ich, den Lollipop Man und die Eisenbahnklapplehnen zu skizzieren.
Samstag, 28. September 2013
Aus der Metropole in den Regenwald
Am Strand von Cairns zieht sich eine Art Watt entlang, davor warnen Schilder vor Crocodiles. Unbeschwert buddeln derweil die Kleinkinder der Einheimischen im dunklen Schlamm.
Auf dem Weg zum hiesigen Botanischen Garten liefen wir über den Friedhof. Dort zeugten riesige Grabsteine mit Krokodilskulpturen vom frühen Tod eines Vierzehnjährigen im letzten Jahr.
Im Botanischen Garten selbst war es wie in einer anderen Welt. Besonders interessierte mich der Aborigines Lehrpfad, der zu jeder Pflanze erklärte, welche Teile wofür und wogegen verwendet werden. Wenn das Englisch nicht mehr ausreicht, kommt man mit Latein gut zurecht : antiseptisch und kontrazeptiva, hm... interessant! Geburtenkontrolle mit Naturarznei. Da ich es noch nicht so recht glauben kann, hab ich sicherheitshalber das Schild fotografiert, um zu Hause nachzuforschen.
Die Natur bestimmt hier den Lebensrhythmus. Es gibt im Grunde nur zwei Jahreszeiten, wet and dry. Gerade ist es trocken und im Dezember beginnt die Regenzeit. Beste Tourismus-Zeit in diesem Monat also. Die Luft ist ca. 30 Grad warm, das Meer 18. Deshalb war es eine gute Entscheidung, sich beim Schnorcheln auf dem Riff ein Wetsuit auszuleihen. Sieht schon mal sehr professionell aus, hat aber zwei weitere, viel wichtigere Vorteile. Man geht nicht unter und es ist gleichzeitig ein guter Sonnenschutz. An den zwei im Foto markierten Stellen durften wir sprichwörtlich ins Weltwunder eintauchen und es war GIGANTISCH! Findet Nemo! Wir mussten nicht lange suchen und eine Farbenpracht und Formenvielfalt breitete sich aus, dass man wie in einen Rausch verfiel. Jedes der oft von Kindern gemalten Fantasiewesen scheint es hier zu geben. Unter mir schwamm ein Taucher hinter einem Fisch, welcher zwei Meter Länge hatte, Zebrafische in Schwärmen stießen an die Taucherbrille und ein Exemplar mit einem riesigen Kussmund glotzte mich an. Speziell zur Unterwasserwelt möchte ich einen Extrabeitrag posten. Dazu müssen wir aber erst mal am großen Bildschirm sichten, was die Unterwasserkamera von Aldi geschafft hat. Ein paar Fotos erscheinen vielleicht bald auf der Facebookseite unseres Veranstalters compasscruises.
Für alle Hungrigen noch ein kleiner Auszug aus der Speisekarte : Känguru, Krokodil und Weathabix haben wir bereits probiert. Das Fleisch ist sehr lecker und die typischen Frühstückspresslinge wohl eher keine Männersache.
Heute solls noch an ein Stück Strand ohne Krokodile gehen und morgen fliegen wir bereits zur Gold Coast, um nach langer Zeit meine australische Freundin Siobhan wiederzusehen!
Genießt den Herbst zu Hause , soetwas gibt's hier nicht. Hier verbrennt man sich nämlich ganz schnell die Waden, wenn man Stunden erstarrt auf der Wasseroberfläche liegt und gebannt in die magische Tiefe starrt.
Mittwoch, 18. September 2013
Drei Tage Sydney
Nachdem ich den Jetlag überwunden habe, bin ich auch in der Lage, den ersten Australien - Post zu schreiben. Die Flüge klappten problemlos, aber trotzdem fehlen einem einfach zwei Nächte. Die Facebook-Leser wissen schon, wie herzlich wir hier willkommen geheißen wurden. Auf der Straße gab es einen kostenlosen Kaffee mit den Worten: A very warm welcome in Australia! Kurz darauf hielt ein Autofahrer und wollte uns mit zum Flughafen nehmen. Wir lehnten dankend ab, waren wir doch erst vor zwei Stunden gelandet. Alle Sydneysiders waren bisher genau so herzlich, unkompliziert und hilfsbereit, wie man es im Reiseführer liest. So auch unser Gastgeber Spencer, dessen Hund Oscar sich bereits mit uns angefreundet hat.
Ungeachtet unseres Schlafmangels sind wir gleich am Sonntag zur Oper und auf die Harbour Bridge gepilgert. Im alten Viertel The Rocks bummelten wir über einen Markt mit australischem Kunsthandwerk, das Museum für Gegenwartskunst MCA fesselte uns mehrere Stunden, in Chinatown waren wir lecker essen und heute :
Ganz gemütlich schlenderten wir zum Darling Harbour. Dort haben wir uns im Wildlife all die australischen Wundertiere anschauen können, ohne Gefahr zu laufen, von ihnen angegriffen zu werden. Dabei hatte ich vorzüglichen Englischunterricht! Ein Koala übersteht Feuer besser als andere Tiere, weil er das Öl aus den Eucalyptusblättern in seinem Fell speichert und somit einen Feuerschutz aufbaut. Der Kasuar ist der gefährlichste Vogel der Welt, er kann mit seinen Federn Geräusche wie eine Klapperschlange machen. Schließlich kann ich auch Krokodile von Alligatoren unterscheiden. Man erkennt es am Gebiss.
Nach dieser aufschlussreichen Biologiestunde umrundeten wir den Hafen und landeten im Botanischen Garten. Der Aussichtspunkt Mrs Macquaries Point verführte uns zu unzähligen Kitsch - Fotos der Skyline im Sonnenuntergang. Nach Einbruch der Dunkelheit, so gegen 18 Uhr, liefen wir durch den erleuchteten Hyde Park und am Sydney Tower vorbei.
Nun frage ich mich, wie das enden wird, wenn ich nach drei Tagen über 300 Fotos geschossen habe und zwei Monate unterwegs bin?
Donnerstag, 12. September 2013
Koffer packen
Zuerst vielen Dank an alle, die sich in den letzten Tagen nochmal gemeldet haben. Inzwischen bin ich wirklich aufgeregt, was uns demnächst erwartet. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit guten Freunden und viiiiiel Englisch. Für den Besuch der Naturschutz - Insel Kapiti Island habe ich heute eine nette Antwort aus Neuseeland erhalten. Pro Tag dürfen max. 100 Personen die dortige Tierwelt besuchen und man benötigt eine spezielle Erlaubnis. Nun, ich bin stolz, dass ich solche Dinge inzwischen allein regeln kann. Das bestätigt, wie wichtig es war, im letzten Sabbatjahr Englisch zu lernen.
Auf jeden Fall wird die Reise recht bunt. Dafür muss man nur einen Blick auf die ausgefallenen Banknoten werfen. Die habe ich aber nicht in den Koffer gepackt, sondern im Handgepäck verstaut.
Jetzt pack ich die letzten Dinge ein und am Sonntag frühstücken wir hoffentlich in Sydney.
Donnerstag, 22. August 2013
Reaktivierung
Sonntag, 16. August 2009
Nachlese
Dieser Abschlussbericht sollte schon viel eher ins Netz. Aber dann geschah einiges Überraschende und nun bin ich bereits wieder zwei Wochen auf Arbeit gewesen.
Der Reihe nach! Kurz nach dem letzten Blogeintrag gewann Lottis Klasse in Wiesbaden beim Endausscheid einen zweiten und einen dritten Platz inklusive toller Preisgelder. Voller Stolz reisten wir mit unseren Urkunden nach Sachsen zurück.
Kurz darauf endete mein Steinbildhauer-Seminar an der Lukaskirche. Zum Gottesdienst sollte ich vor den Altar treten und über meine Arbeit sprechen. Ich habe wirklich schon viele Reden halten müssen, aber noch nie in einer Kirche! Nun, für die sorgsame und einfühlsame Betreuung während des Seminars fühlte ich mich moralisch zu dieser Gegenleistung verpflichtet. Das Wichtigste aber waren die Ergebnisse unserer Arbeit. Und die konnten sich sehen lassen. Obwohl mein Torso nicht vollendet werden konnte, habe ich mich mit dem jetzigen Zustand angefreundet und mag meine Arbeit mit allen Fehlern.
Es folgte die Urlaubszeit, die ich an der Ostsee und in Bayern verbrachte.
2 Wochen war darauf Lottis Französin Cathy bei uns zu Gast.
Schließlich entschied sich Willi, ins Erzgebirge zu ziehen und dort in 3 Jahren sein Abi am Kolleg zu machen. Es muss nicht immer Amerika oder China sein, wenn man auswandern will.
Mein Kurzurlaub mit Lotti und ihrer Freundin führte uns am letzten Ferienwochenende zum größten Musikfestival Deutschlands sms (sonne-mond-sterne, 38 000 Besucher)an die Bleilochtalsperre.
Bei super Sommerwetter erlebten wir geniale Konzerte mit Peter Fox, Deichkind, Polarkreis 18, Fat Boy Slim, Lexy and K-Paul u.a., saßen am Lagerfeuer, planschten in der Talsperre oder relaxten in der Hängematte.
Es nützt nix, mein freies Jahr ist um. Doch ich habe viel erlebt und gelernt!
Die Bücher- und Filmliste (was ich so konsumieren wollte) ist zwar nur wenig geschrumpft, aber die unzähligen eigenen Erfahrungen sind mir tausendmal mehr wert, als die Erfahrungen von Schriftstellern zu lesen.
Fazit: Ich tue es wieder! 2013 wird mein nächstes Sabbatjahr.





















