wo soll ich bloss anfangen?
nach zwei wochen amerikanischem schulalltag faellt es mir enorm schwer, ordung in meine gedanken zu bringen. deshalb beschreibe ich erstmal mein grundgefuehl:
alle sind ausgesprochen nett, hilfsbereit und interessiert. das gilt fuer lehrer und schueler. es laeuft viel ruhiger ab als in unseren schulen. regelrecht entspannt und relaxt. obwohl in der highschool ueber 1000 schueler lernen.
der arbeitstag des lehrers ist laenger und vergeht schneller. 8 uhr muss jeder lehrer in der schule sein und 16 uhr darf er gehen. von 8.30 bis 15.30 dauert der unterricht. die schueler haben 4 blockstunden a 90 minuten. jeden tag die gleichen faecher. nach einem drittel des jahres aendert sich der plan und die faecher. es gibt keine festen klassenstrukturen. jeder muss eine gewisse anzahl kurse belegen und waehlt die zusammenstellung selbst. also finden wir in einer klasse mitunter schueler aus 4 verschiedenen altersstufen. das geschieht vorwiegend in den wahlfaechern wie kunst.
die lehrer unterrichten pro tag 3 Blocks. ein block ist fuer ihre vorbereitung, korrekturen usw. gedacht. jeden tag haben sie den gleichen plan. dazu kommt, dass sie immer im gleichen raum unterrichten. der ueberfluss an material, besonders in kunst, ist eine fundgrube fuer mich!
mein stundenplan:
1. design grundkurs
2. drawing (zeichnen)
3. photography 2
4. pottery (keramik)
dazwischen hab ich 2 halbe stunden pause. waehrend ich in 1, 2 und 4 mit helfe , projekte mit den lehrern ausdenke, etwas an der tafel zeige und erklaere, bin ich im foto-fortgeschrittenenkurs der absolute beginner. so muss ich genau hinschauen, hinhoeren und dann den schuelern ueber die schulter schauen. leicht gesagt, wenns in die dunkelkammer geht... doch mein erster schwarz-weiss-film ist entwickelt und die kontaktabzuege fertig. da hier jeden tag an den projekten gearbeitet wird, geht es zuegig voran. das gefaellt mir besonders! abends mache ich oft meine hausaufgaben, indem ich z.b. arbeitsblaetter uebersetze, um am naechsten tag durchzublicken, was der lehrer erklaert. dadurch hab ich inzwischen eine breite palette kunst-vokabular gelernt.
dies kam mir heute zugute, als ich mitten in der praerie an 2 grundschulen unterrichten durfte. meine gastmama kay hat eine 4. klasse und sie haben keinen kunstlehrer an der schule. also freuten sie sich riesig, mich als fachmann einzuladen. so hab ich heute vormittag in klasse 2 bis 6 im kleinen oertchen waverly mein bestes gegeben. die kinder waren ganz lieb und die lehrer haben sich entspannt zurueckgelehnt. schliesslich wollte die 10 meilen entfernte andere schule auch meine anwesenheit geniessen. also fuhr ich mit kays wagen und einem selbstgemalten strassenplan nach southshore. dort gabs gemischte klassen. klasse 1/2, 3/4 und 5/6. trotzdem waren nur zwischen 10 und 14 schueler in jeder klasse. ja, in der praerie gibt es vorwiegend felder und tiere. auf dem weg zwischen den 2 schulen hab ich ein auto getroffen. dafuer massenweise kuehe! wen sollte ich unterwegs nach dem weg fragen? zum glueck klappte es aber mit dem handgemalten zettel. wer mich kennt, weiss, wie es um meine orientierung steht. und hier ist das land flach, die strassen schnurgerade, alles sieht gleich aus.
so, nun kann ich meinen freitagabendvoller stolz geniessen. immerhin hab ich heute 9 stunden unterricht hinter mir.
auch lotti hat viele neue eindruecke in der mittelschule gesammelt. sie mag alle lehrer! kein wunder. die sind viel netter, entgegenkommender und persoenlicher als in deutschland. wirklich. das muss ich selbstkritisch ebenso an mir feststellen. selbst ich bin weniger nett zu meinen schuelern in deutschland, weniger geduldig und lange nicht so entspannt wie die 4 lehrer, die ich nun seit 2 wochen jeden tag erlebe. am ersten schultag erzaehlte jeder lehrer den schuelern alles moegliche persoenliche ueber sich, seine familie, seine hobbys, krankheiten wie ms...
das hat mich verwundert und beeindruckt. die schueler haben aber auch etwas ueber sich aufgeschrieben und preisgegeben. inzwischen finde ich diese direktheit klasse.
ausserhalb der schule ergibt sich durch bekanntschaften eine vielzahl von moeglichkeiten. nur ein paar beispiele. der 70-jaehrige nachbar lud mich zum paddeln auf dem see ein, der mathelehrer kam am samstag mit seiner harley vorbei und fuhr mich eine runde um den see (man darf in sueddakota ohne helm fahren!), lotti und ich waren mit einer familie zum ersten footballgame unseres lebens und lotti schliesslich mit der gleichen familie zu einem open air musikfestival 2 tage in sioux falls. dass wir 2 wochen unser eigenens haus am see hatten, habe ich wohl vorher schon mal erwaehnt. ab 12.9. ziehen wir wieder dorthin, da alan (der besitzer) dann wieder abreist.
ach, mir faellt gerade ein: verkaeufer sind auch netter als in deutschland! dazu folgende episode: ich bestellte an einem automaten sofortbilder(kodak, wie bei rossmann). die wollte ich als postkarten versenden. da ich keine ahnung von den inch-massen hatte, fragte ich einen typen neben mir nach der richtigen groesse. der zeigte auf den bildschirm, dann formte er die postkartengroesse mit den haenden und ich dankte. so weit, so gut! ich bestellte 22 fotos. die kamen auch - in a 4 groesse!!! ziemlich verzweifelt stand ich und wartete, waehrend ich schon mal rechnete, dass es ca. 100 dollar kosten wird. welch ein lehrgeld. naja, vielleicht sollte ich einen kalender daraus basteln oder die bilder zerschneiden und als puzzle versenden. schliesslich fasste ich mir ein herz und klaerte den verkaeufer im supermarkt ueber mein missgeschick auf. kein problem, bestellen sie nochmal, wir nehmen die fotos zurueck. das sollte mal ein auslaender bei rossmann testen.
waehrend ich hier tippe, sitzt willi im flugzeug und wird morgen nach ueber einem jahr wieder deutschen boden betreten.
jetzt setze ich meinem bericht ein schnelles ende, ich bin naemlich total muede. deshalb hab ich mir diesmal die gross- und kleinschreibung gespart.
ich verspreche euch aber, dass es bald wieder nachrichten gibt. wir verfolgen naemlich gespannt die wahlkaempfe im fernsehen und hoffen auf wenig schaeden durch die struerme an der hiesigen kueste. inzwischen koennt ihr schon mal gruebeln, was home coming fuer ein fest ist. darueber demnaechst mehr. tausend gruesse in die heimat von
*gaehn*kerstin
Freitag, 5. September 2008
Freitag, 22. August 2008
Schulstart
In sagenhafter Rekordzeit von 3 Tagen habe ich alle drei Schularten erlebt. Mittwoch war ich mit Kay an ihrer Schule, den Klassenraum fuer ihre 10 Farmer-Kids vorzubereiten. Ihre Schule beginnt mit dem Kindergarten, endet mit der High School und sammelt alle Kinder aus der Umgebung. Es ist ein altes Gebaeude mit Charme und ne Art Gesamtschule.
Gestern und heute durfte ich Rich in die High School begleiten. Gesamtlehrerkonferenz mit ca. 80 Lehrern war angesagt. Wie in Deutschland lieben die Vorgesetzten Kennlernspiele, Teamarbeit und staendig neue Methoden und Strategien. Waehrend ich mich noch still ueber die Aehnlichkeiten amuesierte, wurde es ploetzlich ernst. Alle Neuen, also auch ich, durften sich vorstellen. Der Prinzipal wusste sogar meinen Namen, doch den Rest musste ich selbst tun. Das war der schwerste Schritt fuer mich, meine ungelenken englischen Worte laut in den Raum zu sagen! Aber an Richs zufriedenem Laecheln konnte ich erkennen, dass ich mich wacker geschlagen hatte. So gab er mir die Namen der 4 Kunstlehrer und die Zimmernummern und ich zog los. Und ich muss sagen, sie sind alle ganz nett und das Beste ist, dass ich mich wirklich mit ihnen unterhalten kann. Manchmal suchen wir gemeinsam nach dem fehlenden Wort. Ich darf auf jeden Fall bei allen zuschauen. Als Gegenleistung bereite ich natuerlich auch einiges vor. Den Schuelern auf Englisch eine Aufgabe zu erklaeren wird dann wohl die heftigste Herausforderung.
Heute endete die Vorbereitungswoche mit einer Veranstaltung "Welcome back to school". Zuerst gab es fuer alle Lehrer des gesamten Schulbezirks Toertchen und Getraenke und ein kleines Geschenk von der Schulverwaltung. Danach gings in die Aula mit den Ausmassen unserer Staatsoperette. Dort spielte die Schulband, dann wurden Powerpoint und Kurzfilm gezeigt, alle Neuen namentlich begruesst und die Losung fuers Schuljahr propagiert: Imagine - Believe - Achieve! Bedeutet in etwa: Traeume haben, daran glauben, sie erreichen. Diese Schule ist die Vorzeigeschule im Staat, jeder Schueler ab Kl.9 erhaelt kostenlos einen Laptop geliehen. Das sorgte dann auch fuer Diskussionsstoff, denn die Lehrer sollen ihn oft im Unterricht nutzen und die Schueler... naja, kann sich jeder vorstellen, was die damit noch so anstellen koennen.
Schliesslich, als wuerden nicht schon genug neue Eindruecke auf mich einstuermen, war an Lottis Middle School gestern "Open Day". Hab ich einfach mal mit Tag der offenen Tuer uebersetzt - aber falsch gedacht. Es war der erste Elternabend. Wir bekamen einen Packen bunter Kopien, die wir ausfuellen muessen. Lotti erhielt ihr Schliessfach, denn Schultaschen sind aus Sicherheitsgruenden verboten. So wird sie am Montag wie in den bekannten Filmen mit Buch unterm Arm losziehen.
Und ich werde am Montag einfach zwischen den ueber 1000 Schuelern abtauchen. In den Pausen gestern und heute habe ich immer Orientierungslauf durch die High School trainiert. Das Gebaeude ist ebenerdig mit Zimmernummern bis ueber 800 und ich bin eine Frau. Jeder gruesst kurz mit Hi! oder fragt, ob ich was suche. Wen Bilder interessieren, dem empfehle ich die Webseite der Schule (lesen kann man dort natuerlich auch):
www.watertown.k12.sd.us/schools/srhigh/default.htm
Man sieht u.a. die Bilder aller Lehrer. Ausserdem werden alle Zensuren in den Computer geschrieben und Eltern und Schueler koennen zu Hause immer sehen, wie ihr Notenstand gerade ist, wann sie gefehlt haben, welche Hausaufgaben es gibt usw.
Der Parkplatz um die Schule herum ist riesig, denn die Mehrzahl kommt mit dem Auto.
Die Sporthalle ist geradezu eine gigantische Arena. Ich hoffe, wenigstens ein Spiel der Arrows life zu erleben, solange ich hier bin. Sport ist unheimlich wichtig hier. Lotti hat jeden Tag eine Stunde. An jeder Schule gibt es einen Chor und eine Band. Der Stundenplan haelt fuer jeden Tag 8 Stunden bereit. An der Middle School dauert eine Stunde 50 min, an der High gibt es 4 Blocks zu je 90 min. Allerdings sind im Sommer 3 Monate Ferien!
Ich hoffe, ich habe euch nicht mit zu vielen Fakten zugetextet, doch das hiesige Schulsystem interessiert mich neben der Sprache eben auch.
Damit ich zum Ende noch mal das Thema wechseln kann: wir haben immer noch Sommerwetter, jedoch mit heftigen Stuermen. Das sollen die Auslaeufer von Florida sein. Heute Abend hat der Wind gedreht und so werde ich morgen vielleicht wieder im See schwimmen koennen. Gestern waren die Wellen so stark, dass ich meine morgendliche Strecke im Wasser joggen musste.
Abends lese ich immer vor dem Einschlafen in "Little house in the big wood". Hab ich in Kays Grundschule geborgt. Also denn - gute Nacht!
Gestern und heute durfte ich Rich in die High School begleiten. Gesamtlehrerkonferenz mit ca. 80 Lehrern war angesagt. Wie in Deutschland lieben die Vorgesetzten Kennlernspiele, Teamarbeit und staendig neue Methoden und Strategien. Waehrend ich mich noch still ueber die Aehnlichkeiten amuesierte, wurde es ploetzlich ernst. Alle Neuen, also auch ich, durften sich vorstellen. Der Prinzipal wusste sogar meinen Namen, doch den Rest musste ich selbst tun. Das war der schwerste Schritt fuer mich, meine ungelenken englischen Worte laut in den Raum zu sagen! Aber an Richs zufriedenem Laecheln konnte ich erkennen, dass ich mich wacker geschlagen hatte. So gab er mir die Namen der 4 Kunstlehrer und die Zimmernummern und ich zog los. Und ich muss sagen, sie sind alle ganz nett und das Beste ist, dass ich mich wirklich mit ihnen unterhalten kann. Manchmal suchen wir gemeinsam nach dem fehlenden Wort. Ich darf auf jeden Fall bei allen zuschauen. Als Gegenleistung bereite ich natuerlich auch einiges vor. Den Schuelern auf Englisch eine Aufgabe zu erklaeren wird dann wohl die heftigste Herausforderung.
Heute endete die Vorbereitungswoche mit einer Veranstaltung "Welcome back to school". Zuerst gab es fuer alle Lehrer des gesamten Schulbezirks Toertchen und Getraenke und ein kleines Geschenk von der Schulverwaltung. Danach gings in die Aula mit den Ausmassen unserer Staatsoperette. Dort spielte die Schulband, dann wurden Powerpoint und Kurzfilm gezeigt, alle Neuen namentlich begruesst und die Losung fuers Schuljahr propagiert: Imagine - Believe - Achieve! Bedeutet in etwa: Traeume haben, daran glauben, sie erreichen. Diese Schule ist die Vorzeigeschule im Staat, jeder Schueler ab Kl.9 erhaelt kostenlos einen Laptop geliehen. Das sorgte dann auch fuer Diskussionsstoff, denn die Lehrer sollen ihn oft im Unterricht nutzen und die Schueler... naja, kann sich jeder vorstellen, was die damit noch so anstellen koennen.
Schliesslich, als wuerden nicht schon genug neue Eindruecke auf mich einstuermen, war an Lottis Middle School gestern "Open Day". Hab ich einfach mal mit Tag der offenen Tuer uebersetzt - aber falsch gedacht. Es war der erste Elternabend. Wir bekamen einen Packen bunter Kopien, die wir ausfuellen muessen. Lotti erhielt ihr Schliessfach, denn Schultaschen sind aus Sicherheitsgruenden verboten. So wird sie am Montag wie in den bekannten Filmen mit Buch unterm Arm losziehen.
Und ich werde am Montag einfach zwischen den ueber 1000 Schuelern abtauchen. In den Pausen gestern und heute habe ich immer Orientierungslauf durch die High School trainiert. Das Gebaeude ist ebenerdig mit Zimmernummern bis ueber 800 und ich bin eine Frau. Jeder gruesst kurz mit Hi! oder fragt, ob ich was suche. Wen Bilder interessieren, dem empfehle ich die Webseite der Schule (lesen kann man dort natuerlich auch):
www.watertown.k12.sd.us/schools/srhigh/default.htm
Man sieht u.a. die Bilder aller Lehrer. Ausserdem werden alle Zensuren in den Computer geschrieben und Eltern und Schueler koennen zu Hause immer sehen, wie ihr Notenstand gerade ist, wann sie gefehlt haben, welche Hausaufgaben es gibt usw.
Der Parkplatz um die Schule herum ist riesig, denn die Mehrzahl kommt mit dem Auto.
Die Sporthalle ist geradezu eine gigantische Arena. Ich hoffe, wenigstens ein Spiel der Arrows life zu erleben, solange ich hier bin. Sport ist unheimlich wichtig hier. Lotti hat jeden Tag eine Stunde. An jeder Schule gibt es einen Chor und eine Band. Der Stundenplan haelt fuer jeden Tag 8 Stunden bereit. An der Middle School dauert eine Stunde 50 min, an der High gibt es 4 Blocks zu je 90 min. Allerdings sind im Sommer 3 Monate Ferien!
Ich hoffe, ich habe euch nicht mit zu vielen Fakten zugetextet, doch das hiesige Schulsystem interessiert mich neben der Sprache eben auch.
Damit ich zum Ende noch mal das Thema wechseln kann: wir haben immer noch Sommerwetter, jedoch mit heftigen Stuermen. Das sollen die Auslaeufer von Florida sein. Heute Abend hat der Wind gedreht und so werde ich morgen vielleicht wieder im See schwimmen koennen. Gestern waren die Wellen so stark, dass ich meine morgendliche Strecke im Wasser joggen musste.
Abends lese ich immer vor dem Einschlafen in "Little house in the big wood". Hab ich in Kays Grundschule geborgt. Also denn - gute Nacht!
Dienstag, 19. August 2008
Endlich Fotos!
Ab sofort koennt ihr Fotos anschauen. Dazu einfach auf das linke obere Foto klicken und dann das Amerika-Album auswaehlen.
Seit dem letzten Eintrag hat sich wieder viel getan. Gestern sind wir umgezogen, da Rich und seine Familie nach der zweiwoechigen Belagerung durch 5 Deutsche jetzt vor dem Schulstart etwas mehr Ruhe brauchen. Nun sind wir Nachbarn, denn wir wohnen nur 2 Haeuser weiter. Richtig: wir haben ein eigenes Haus am See. Mit allem Komfort, wie Wasserbett, Internet, Spuelmaschine, Trockner, Dvd-Player usw. Hier koennen wir erstmal 2 Wochen wohnen. Das Haus gehoert Sue und Alan, die in Florida arbeiten. Ich hatte Sue beim Schwimmen im See kennengelernt und Lotti hat oft etwas mit ihrer Tochter Sarah unternommen. So easy ist das hier.
Gestern war ich ausserdem erstmals beim Tubing (siehe Fotos). Es war lustig, aber ich ueberlasse es zukuenftig der Jugend. Wenigstens habe ich angesichts meines Muskelkaters heute die Absicht.
Die weitere und naehere Umgebung konnten wir auch erforschen. Ausfluege fuehrten mich nach Sioux Falls zu den Wasserfaellen, ins Fort Sisseton und zum Nicollet Tower. Lotti hat es etwas weiter gebracht und ist mit der Jugend nach Minneapolis (Staat Minnesota) gereist. Ich habe sogar etwas mitgebracht bekommen: ein T-Shirt der MOA = Mall of America, dem groessten Einkaufs- und Vergnuegungszentrum der Welt!
Auch die kleinen Ausfluege mit dem Fahrrad haben ihren Reiz, wenn man Pelikane und Streifenhoernchen trifft. Alle Leute, die man trifft, gruessen freundlich. Sobald sie merken, dass man aus Germany ist, beginnen sie Gespraeche ueber ihre Reisen oder die ihrer Kinder.
Morgen treffe ich erstmals "Kollegen", da ich Kay in die Grundschule begleite, um das Zimmer fuer den Schulstart am Montag vorzubereiten. Sie arbeitet in einer kleinen, alten Farmer-Schule ca. 20 Meilen von hier. Freitags darf ich immer mit zu ihr.
Donnerstag und Freitag gehts dann erstmals in die Highschool, die Kunstlehrer kennenlernen.
In den Ferien war ich ja bereits mit Rich Middle- und Highschool anschauen, aber die Anforderungen an mein Englisch waren noch sehr milde, da er mich stets vorstellte.
So bin ich nun riesig gespannt, wie das Abenteuer weitergeht.
Seit dem letzten Eintrag hat sich wieder viel getan. Gestern sind wir umgezogen, da Rich und seine Familie nach der zweiwoechigen Belagerung durch 5 Deutsche jetzt vor dem Schulstart etwas mehr Ruhe brauchen. Nun sind wir Nachbarn, denn wir wohnen nur 2 Haeuser weiter. Richtig: wir haben ein eigenes Haus am See. Mit allem Komfort, wie Wasserbett, Internet, Spuelmaschine, Trockner, Dvd-Player usw. Hier koennen wir erstmal 2 Wochen wohnen. Das Haus gehoert Sue und Alan, die in Florida arbeiten. Ich hatte Sue beim Schwimmen im See kennengelernt und Lotti hat oft etwas mit ihrer Tochter Sarah unternommen. So easy ist das hier.
Gestern war ich ausserdem erstmals beim Tubing (siehe Fotos). Es war lustig, aber ich ueberlasse es zukuenftig der Jugend. Wenigstens habe ich angesichts meines Muskelkaters heute die Absicht.
Die weitere und naehere Umgebung konnten wir auch erforschen. Ausfluege fuehrten mich nach Sioux Falls zu den Wasserfaellen, ins Fort Sisseton und zum Nicollet Tower. Lotti hat es etwas weiter gebracht und ist mit der Jugend nach Minneapolis (Staat Minnesota) gereist. Ich habe sogar etwas mitgebracht bekommen: ein T-Shirt der MOA = Mall of America, dem groessten Einkaufs- und Vergnuegungszentrum der Welt!
Auch die kleinen Ausfluege mit dem Fahrrad haben ihren Reiz, wenn man Pelikane und Streifenhoernchen trifft. Alle Leute, die man trifft, gruessen freundlich. Sobald sie merken, dass man aus Germany ist, beginnen sie Gespraeche ueber ihre Reisen oder die ihrer Kinder.
Morgen treffe ich erstmals "Kollegen", da ich Kay in die Grundschule begleite, um das Zimmer fuer den Schulstart am Montag vorzubereiten. Sie arbeitet in einer kleinen, alten Farmer-Schule ca. 20 Meilen von hier. Freitags darf ich immer mit zu ihr.
Donnerstag und Freitag gehts dann erstmals in die Highschool, die Kunstlehrer kennenlernen.
In den Ferien war ich ja bereits mit Rich Middle- und Highschool anschauen, aber die Anforderungen an mein Englisch waren noch sehr milde, da er mich stets vorstellte.
So bin ich nun riesig gespannt, wie das Abenteuer weitergeht.
Sonntag, 10. August 2008
Zum ersten Mal
Alles im Leben tut man zu einem bestimmten Zeitpunkt zum ersten Mal. Vor drei Tagen bin ich zum ersten Mal mit Kays Wagen durch Watertown City gekurvt, in Unkenntnis der meisten Verkehrsregeln. Bis heute konnte die mir keiner vollstaendig erklaeren, vor allem fuer die Vorfahrt bei gleichrangigen Strassen nicht.
Kay meinte: Ich warte immer und Rich faehrt durch...
Unser Gruener Pfeil ist allgegenwaertig: bei Rot darf man immer rechts abbiegen.
Vorgestern habe ich die Wasserski ausprobiert. Resultat: dreimal abgetaucht und ein paar blaue Flecke. Doch Rich meint, wir wuerden das schon noch schaffen.
Gestern durfte ich mit "Rusty"(Rostig), Richs Landrover, den Anhaenger vom Wasserscooter aus dem See ziehen und heimbringen. Zur Freude aller wurde eine kurze Einweisung gegeben, wonach jeder Wasserscooter fahren durfte. Ganz allein hab ich meine Kreise uebers Wasser gezogen, bin ueber Wellen gesprungen und hab full speed getestet. Lotti wollte am liebsten ueberhaupt nicht wieder aufhoeren damit. Ist aber auch ein geiles Fahrgefuehl.
Das Wochenende brachte viel Besuch und viele Gespraeche. Dabei lernt man eine Menge neuer Woerter. Solche schreibe ich immer in mein Notizbuch. Dort stehen dann die verruecktesten Wortlisten.
Auszug: hotflashes = Wechseljahre, flyswatter = Fliegenklatsche, arrow = Pfeil, bikepass = Radweg
Ich weiss nicht, wieviel ich in spaeteren Jahren davon noch brauche, aber hier dient es der besseren Verstaendigung. Interessant wird es ja immer dann, wenn es um die kleinen und grossen Unterschiede unserer Lebensweise geht. Dazu gibts aber mal einen extra Blog, denn hierzu haben Lotti und ich nach einer Woche schon massenweise Entdeckungen gemacht.
Die allumfassende sei hier im voraus genannt: das Leben laeuft wesentlich gelassener ab als in Deutschland und das ist bisher recht angenehm!
Kay meinte: Ich warte immer und Rich faehrt durch...
Unser Gruener Pfeil ist allgegenwaertig: bei Rot darf man immer rechts abbiegen.
Vorgestern habe ich die Wasserski ausprobiert. Resultat: dreimal abgetaucht und ein paar blaue Flecke. Doch Rich meint, wir wuerden das schon noch schaffen.
Gestern durfte ich mit "Rusty"(Rostig), Richs Landrover, den Anhaenger vom Wasserscooter aus dem See ziehen und heimbringen. Zur Freude aller wurde eine kurze Einweisung gegeben, wonach jeder Wasserscooter fahren durfte. Ganz allein hab ich meine Kreise uebers Wasser gezogen, bin ueber Wellen gesprungen und hab full speed getestet. Lotti wollte am liebsten ueberhaupt nicht wieder aufhoeren damit. Ist aber auch ein geiles Fahrgefuehl.
Das Wochenende brachte viel Besuch und viele Gespraeche. Dabei lernt man eine Menge neuer Woerter. Solche schreibe ich immer in mein Notizbuch. Dort stehen dann die verruecktesten Wortlisten.
Auszug: hotflashes = Wechseljahre, flyswatter = Fliegenklatsche, arrow = Pfeil, bikepass = Radweg
Ich weiss nicht, wieviel ich in spaeteren Jahren davon noch brauche, aber hier dient es der besseren Verstaendigung. Interessant wird es ja immer dann, wenn es um die kleinen und grossen Unterschiede unserer Lebensweise geht. Dazu gibts aber mal einen extra Blog, denn hierzu haben Lotti und ich nach einer Woche schon massenweise Entdeckungen gemacht.
Die allumfassende sei hier im voraus genannt: das Leben laeuft wesentlich gelassener ab als in Deutschland und das ist bisher recht angenehm!
Mittwoch, 6. August 2008
we are here!
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Unsere Reise war bereits vor ihrem eigentlichen Beginn aufregend. wir bangten noch Stunden vor dem Abflug in Dresden, dass die Maschine nach Frankfurt trotz der Streiks startet. Die Tickets fuer den Nachtzug nach Frankfurt waren bereits ausgebucht. Nun denn, der Flug war schliesslich der erste, der nach ner Woche wieder stattfand. Beim einchecken am Vorabend die zweite Ueberraschung: wir durften vorab einchecken, nur unser Gepaeck mussten wir wieder mitnehmen. Wir kamen uns schon ziemlich verarscht vor von der Lufthansa! Also Dienstagfrueh 5 Uhr gaben wir dann das Gepaeck auf und hatten bis Chicago eine entspannte Reise. Im Flugzeug sahen wir auffallend huehnenhafte Menschen, in Amerika ist ja bekanntlich alles groesser, nicht nur Nutella-Glaeser! Ausgerechnet vor Lotti sass eine Amerikanerin, der man noch eine Sicherheitsgurt-Verlaengerung bringen musste.
In Chicago trat ein, was wir befuerchteten: die Zeit wurde knapp. Sehr knapp. Hunderte Menschen vor den 3 Einreiseschaltern. Nach 1,5 Stunden hatten wir endlich Fingerabdruecke und Foto hinter uns gebracht. Koffersuche...ergebnislos. Auf 10 oder mehr Baendern kreisten Gepaeckstuecke, nur die Anzeigetafel, zu welchem Flug welches Stueck gehoerte, hatte laengst gewechselt, als wir in der Schlange standen. Schliesslich erkannten wir die Koffer am Aeusseren. Wertvolle Zeit verloren. Noch 15 Minuten bis zur Boarding Time!
Einer netten, aber leider sehr schwer zu verstehenden Dame gaben wir unsere Koffer ab und sie erklaerte uns den Weg zur Zubringerbahn fuer unser Terminal. Chicago ist ETWAS groesser als Dresden. Am Gate angekommen gings ins Flugzeug nach Sioux Falls. Gluecklich und stolz lehnten wir uns zurueck, landeten weich und puenktlich und fielen unserem Gastpapa Rich in die Arme. Alles hatte geklappt. Fast! Hier folgt das geliebte DENKSTE, welches Willi schon so oft begegnet ist. Unser Gepaeck war nicht mit uns geflogen. Rich half uns beim Aufgeben der Suchmeldung und fuhr uns 1,5 Stunden auf einer schnurgeraden Strasse durch flaches Land bis Watertown. Unterwegs merkte besonders Lotti, wie anders, geradezu doerflich es aussah. Umso erfreuter genossen wir die herzliche Begruessung durch Kay, Richs Frau. Eine Fahrt mit dem Boot auf dem wunderbaren See gleich am Haus entschaedigte uns vorerst fuer das Gefuehl, nicht ganz vollstaendig zu sein. Sonnenuntergang, Mondschein, Lagerfeuer und gute Gespraeche (in Deutsch und Englisch) liessen den Tag ausklingen. Ich bin sehr stolz zu Bett gegangen, nachdem Michael, Richs aelterer Sohn, mir versicherte, wieviel besser als vor 2 Jahren mein Englisch geworden ist. Damals war er mein Gastkind und mein Englisch bestand aus ca. 10 Saetzen.
Heute Mittag wurde nun endlich unser Gepaeck hergebracht, so dass die Welt wieder in Ordnung ist. In Gedanken hatte ich schon eine Einkaufsliste notiert, auf der zuallererst Badesachen standen.
Da Rich ausser uns noch eine Cousine mit Familie zu Gast hat, ist er mit diesen heute weitere Verwandte besuchen. Lotti hilft Jacob bei seinem Ferienjob und auch Michael ist arbeiten. So huete ich das Haus, kann nach Herzenslust den See geniessen uns spiele ein wenig mit Ruby, der Hundedame des Hauses.
Das ist fuers Erste alles, der See ruft! Schreibfehler muesst ihr ertragen, ich muss mich erst an die andere Tastatur gewoehnen und zum Korrekturlesen hab ich einfach mal keine Lust heute.
Unsere Reise war bereits vor ihrem eigentlichen Beginn aufregend. wir bangten noch Stunden vor dem Abflug in Dresden, dass die Maschine nach Frankfurt trotz der Streiks startet. Die Tickets fuer den Nachtzug nach Frankfurt waren bereits ausgebucht. Nun denn, der Flug war schliesslich der erste, der nach ner Woche wieder stattfand. Beim einchecken am Vorabend die zweite Ueberraschung: wir durften vorab einchecken, nur unser Gepaeck mussten wir wieder mitnehmen. Wir kamen uns schon ziemlich verarscht vor von der Lufthansa! Also Dienstagfrueh 5 Uhr gaben wir dann das Gepaeck auf und hatten bis Chicago eine entspannte Reise. Im Flugzeug sahen wir auffallend huehnenhafte Menschen, in Amerika ist ja bekanntlich alles groesser, nicht nur Nutella-Glaeser! Ausgerechnet vor Lotti sass eine Amerikanerin, der man noch eine Sicherheitsgurt-Verlaengerung bringen musste.
In Chicago trat ein, was wir befuerchteten: die Zeit wurde knapp. Sehr knapp. Hunderte Menschen vor den 3 Einreiseschaltern. Nach 1,5 Stunden hatten wir endlich Fingerabdruecke und Foto hinter uns gebracht. Koffersuche...ergebnislos. Auf 10 oder mehr Baendern kreisten Gepaeckstuecke, nur die Anzeigetafel, zu welchem Flug welches Stueck gehoerte, hatte laengst gewechselt, als wir in der Schlange standen. Schliesslich erkannten wir die Koffer am Aeusseren. Wertvolle Zeit verloren. Noch 15 Minuten bis zur Boarding Time!
Einer netten, aber leider sehr schwer zu verstehenden Dame gaben wir unsere Koffer ab und sie erklaerte uns den Weg zur Zubringerbahn fuer unser Terminal. Chicago ist ETWAS groesser als Dresden. Am Gate angekommen gings ins Flugzeug nach Sioux Falls. Gluecklich und stolz lehnten wir uns zurueck, landeten weich und puenktlich und fielen unserem Gastpapa Rich in die Arme. Alles hatte geklappt. Fast! Hier folgt das geliebte DENKSTE, welches Willi schon so oft begegnet ist. Unser Gepaeck war nicht mit uns geflogen. Rich half uns beim Aufgeben der Suchmeldung und fuhr uns 1,5 Stunden auf einer schnurgeraden Strasse durch flaches Land bis Watertown. Unterwegs merkte besonders Lotti, wie anders, geradezu doerflich es aussah. Umso erfreuter genossen wir die herzliche Begruessung durch Kay, Richs Frau. Eine Fahrt mit dem Boot auf dem wunderbaren See gleich am Haus entschaedigte uns vorerst fuer das Gefuehl, nicht ganz vollstaendig zu sein. Sonnenuntergang, Mondschein, Lagerfeuer und gute Gespraeche (in Deutsch und Englisch) liessen den Tag ausklingen. Ich bin sehr stolz zu Bett gegangen, nachdem Michael, Richs aelterer Sohn, mir versicherte, wieviel besser als vor 2 Jahren mein Englisch geworden ist. Damals war er mein Gastkind und mein Englisch bestand aus ca. 10 Saetzen.
Heute Mittag wurde nun endlich unser Gepaeck hergebracht, so dass die Welt wieder in Ordnung ist. In Gedanken hatte ich schon eine Einkaufsliste notiert, auf der zuallererst Badesachen standen.
Da Rich ausser uns noch eine Cousine mit Familie zu Gast hat, ist er mit diesen heute weitere Verwandte besuchen. Lotti hilft Jacob bei seinem Ferienjob und auch Michael ist arbeiten. So huete ich das Haus, kann nach Herzenslust den See geniessen uns spiele ein wenig mit Ruby, der Hundedame des Hauses.
Das ist fuers Erste alles, der See ruft! Schreibfehler muesst ihr ertragen, ich muss mich erst an die andere Tastatur gewoehnen und zum Korrekturlesen hab ich einfach mal keine Lust heute.
Dienstag, 15. Juli 2008
Am Start
Es ist soweit: Seit 4 Tagen darf ich meine Arbeitskraft nach meinem Gutdünken einsetzen oder schonen. Was liegt nahe? Erstmal feiern! Nun habe ich nach etlichen Tagen Party, Besuch und Kulturevents (schöner Schaubudensommer) wieder Lust auf ganz einfache Aufgaben. Ein wenig ist auch noch zu tun vor der großen Reise ins unbekannte Land.
Zuerst genieße ich diese Woche noch die Anwesenheit von Cathy, Lottis Gastschülerin aus Frankreich. Die zwei Monate mit ihr sind schnell vergangen und waren entgegen meiner Befürchtung keine zusätzliche Belastung, viel eher eine Bereicherung. So haben wir erstaunliche kleine Unterschiede zwischen unseren Ländern und Gewohnheiten festgestellt. In Frankreich bekommt man sein Zeugnis mit der Post, in der Schule gibt es keine Frühstücksbrote und der Teller kann nach dem Essen eigentlich wieder in den Schrank, weil er blitzsauber mit Brot gereinigt wird. Wir haben aber auch ernsthaftere Dinge besprochen, wie zum Beispiel Sarkozys Schulpolitik. Oder das Erscheinungsbild der überstylten jungen Mädchen in Deutschland. In Frankreich zählt mehr die natürliche Schönheit. Die Mode dagegen ist dort viel einheitlicher als in Deutschland.
Ach, ja - am 19. gibt es sicher Tränen beim Abschied. Doch in einem Jahr darf Lotti dann den zweimonatigen Gegenbesuch antreten.
So bleiben Lotti und mir dann noch zwei Wochen, um den Schulstoff der neunten Klasse vorzuarbeiten. Denn nach Amerika nehmen wir keine Schulaufgaben mit.
Auch ich habe noch "Unterricht". Selbstverständlich intensiv Englisch mit meiner Privatlehrerin Siobhan, die bald hier einzieht und während unserer Abwesenheit die Wohnung hütet. Außerdem will ich mich endlich an die Powerpoint Präsentation über Dresden wagen. Da ich erstmals damit arbeite, wird das sicher einige Zeit in Anspruch nehmen.
Das Korrekturlesen von Willis Reiseberichten aus Neuseeland wird die angenehmste Aufgabe.
Insgesamt fühle ich mich eigentlich ganz normal wie am Anfang jeder Ferienzeit:
Ein Wunschzettel mit vielen zu erledigenden Aufgaben und Vorhaben liegt auf dem Schreibtisch. Der Zettel ist so lang wie immer, aber die Zeit dafür ist diesmal wirklich großzügig bemessen.
Zuerst genieße ich diese Woche noch die Anwesenheit von Cathy, Lottis Gastschülerin aus Frankreich. Die zwei Monate mit ihr sind schnell vergangen und waren entgegen meiner Befürchtung keine zusätzliche Belastung, viel eher eine Bereicherung. So haben wir erstaunliche kleine Unterschiede zwischen unseren Ländern und Gewohnheiten festgestellt. In Frankreich bekommt man sein Zeugnis mit der Post, in der Schule gibt es keine Frühstücksbrote und der Teller kann nach dem Essen eigentlich wieder in den Schrank, weil er blitzsauber mit Brot gereinigt wird. Wir haben aber auch ernsthaftere Dinge besprochen, wie zum Beispiel Sarkozys Schulpolitik. Oder das Erscheinungsbild der überstylten jungen Mädchen in Deutschland. In Frankreich zählt mehr die natürliche Schönheit. Die Mode dagegen ist dort viel einheitlicher als in Deutschland.
Ach, ja - am 19. gibt es sicher Tränen beim Abschied. Doch in einem Jahr darf Lotti dann den zweimonatigen Gegenbesuch antreten.
So bleiben Lotti und mir dann noch zwei Wochen, um den Schulstoff der neunten Klasse vorzuarbeiten. Denn nach Amerika nehmen wir keine Schulaufgaben mit.
Auch ich habe noch "Unterricht". Selbstverständlich intensiv Englisch mit meiner Privatlehrerin Siobhan, die bald hier einzieht und während unserer Abwesenheit die Wohnung hütet. Außerdem will ich mich endlich an die Powerpoint Präsentation über Dresden wagen. Da ich erstmals damit arbeite, wird das sicher einige Zeit in Anspruch nehmen.
Das Korrekturlesen von Willis Reiseberichten aus Neuseeland wird die angenehmste Aufgabe.
Insgesamt fühle ich mich eigentlich ganz normal wie am Anfang jeder Ferienzeit:
Ein Wunschzettel mit vielen zu erledigenden Aufgaben und Vorhaben liegt auf dem Schreibtisch. Der Zettel ist so lang wie immer, aber die Zeit dafür ist diesmal wirklich großzügig bemessen.
Dienstag, 27. Mai 2008
Veränderungen
Ja, ich weiß, es ist längst Zeit für einen neuen Blogeintrag. Aber seit dem letzten überschlagen sich die Ereignisse bei mir geradezu.
Inzwischen sind es nicht mal mehr 50 Tage bis zum Tag "X"!
Ich hätte nicht gedacht, dass das freie Jahr bereits jetzt seine positiven Schatten vorauswirft. Mit dem Hintergedanken, bald soooooooooooo viel Freizeit zu besitzen, sage ich zu allen möglichen und unmöglichen Vorschlägen ja. Und siehe, es fügt sich auf wundersame Weise ganz Vieles in den normalen Arbeitsalltag ein:
"Kerstin, kannst du die Abschlussklasse nach Italien begleiten?-Na ja." Also ab und eine Woche im April nach Rimini, San Marino und Venedig. Bei diesen Reisezielen kann man auch 60 Halbstarke im Schlepp ertragen. In Venedig rief mich mein Töchterchen an, um mit honigsüßer Stimme zu fragen, ob wir nicht für 2 Monate einen Gast aufnehmen könnten. "Mama, Willis Zimmer ist doch frei...!"
Kurz darauf feierten wir Doppelgeburtstag und Jugendweihe machten zu Pfingsten einen Kurztrip nach Hamburg (unbedingt empfehlenswert), um am nächsten Wochenende Cathy, Lottis Austauschschülerin aus Frankreich zu empfangen. Ach, und zwischendurch waren Abschlussprüfungen mit einem Stapel Korrekturen für mich angesagt.
Nun, inzwischen sind die Korrekturen vom Tisch und ich bin mit meiner zweiten Tochter sehr zufrieden. Cathy ist ein froher Mensch, hilfsbereit und sie spricht und versteht wirklich gut deutsch.
Das nächste Projekt startete bereits. Nur soviel sei verraten, es ist etwas Künstlerisches, Handwerkliches und eine Gemeinschaftsarbeit. Mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten, da es ein Geburtstagsgeschenk wird. Vielleicht gibt es beim nächsten Blogeintrag ein Foto.
So will ich zum Schluss bemerken, dass die Vorfreude auf kommende Zeiten jetzt schon Früchte trägt. Ich fühle mich tatkräftig und offen, sehe viele Dinge sehr entspannt, obwohl ich genauso arbeiten muss wie vor einem Jahr.
Arbeiten und Arbeiten kann eben etwas sehr Verschiedes sein. Die Sicht auf die Dinge scheint mir sehr wesentlich.
Inzwischen sind es nicht mal mehr 50 Tage bis zum Tag "X"!
Ich hätte nicht gedacht, dass das freie Jahr bereits jetzt seine positiven Schatten vorauswirft. Mit dem Hintergedanken, bald soooooooooooo viel Freizeit zu besitzen, sage ich zu allen möglichen und unmöglichen Vorschlägen ja. Und siehe, es fügt sich auf wundersame Weise ganz Vieles in den normalen Arbeitsalltag ein:
"Kerstin, kannst du die Abschlussklasse nach Italien begleiten?-Na ja." Also ab und eine Woche im April nach Rimini, San Marino und Venedig. Bei diesen Reisezielen kann man auch 60 Halbstarke im Schlepp ertragen. In Venedig rief mich mein Töchterchen an, um mit honigsüßer Stimme zu fragen, ob wir nicht für 2 Monate einen Gast aufnehmen könnten. "Mama, Willis Zimmer ist doch frei...!"
Kurz darauf feierten wir Doppelgeburtstag und Jugendweihe machten zu Pfingsten einen Kurztrip nach Hamburg (unbedingt empfehlenswert), um am nächsten Wochenende Cathy, Lottis Austauschschülerin aus Frankreich zu empfangen. Ach, und zwischendurch waren Abschlussprüfungen mit einem Stapel Korrekturen für mich angesagt.
Nun, inzwischen sind die Korrekturen vom Tisch und ich bin mit meiner zweiten Tochter sehr zufrieden. Cathy ist ein froher Mensch, hilfsbereit und sie spricht und versteht wirklich gut deutsch.
Das nächste Projekt startete bereits. Nur soviel sei verraten, es ist etwas Künstlerisches, Handwerkliches und eine Gemeinschaftsarbeit. Mehr kann ich an dieser Stelle aber noch nicht verraten, da es ein Geburtstagsgeschenk wird. Vielleicht gibt es beim nächsten Blogeintrag ein Foto.
So will ich zum Schluss bemerken, dass die Vorfreude auf kommende Zeiten jetzt schon Früchte trägt. Ich fühle mich tatkräftig und offen, sehe viele Dinge sehr entspannt, obwohl ich genauso arbeiten muss wie vor einem Jahr.
Arbeiten und Arbeiten kann eben etwas sehr Verschiedes sein. Die Sicht auf die Dinge scheint mir sehr wesentlich.
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